WRC Rally Deutschland: Ent-Spannung rund um Trier

27. August 2010
ADAC Rally Deutschland

ADAC Rally Deutschland (Bild: www.ewrc.cz)

Wir Deutschen lieben ja Statistiken, deshalb geht’s heute ausnahmsweise mal mit ein paar Zahlen los. In der Rally-Weltmeisterschaft führt derzeit der Franzose Sébastien Loeb. Seine erste volle WRC-Saison bestritt er 2002 in einem Citroen Xsara. Seitdem nahm er an 133 WRC-Läufen teil, von denen er 58 gewinnen konnte. Das ist eine beeindruckende Siegquote von 43,6%. Innerhalb seiner acht WRC-Saisons konnte er sechsmal die Fahrermeisterschaft für sich entscheiden. Das entspricht noch beeindruckenderen 75%. Nur 2002 und 2003 überließ er der Konkurrenz den Vortritt. Zum Vergleich: Michael Schumacher holte sich in 15 (vollen) Formel-1-Saisons “nur” sieben Meistertitel (46,7%). Seine Siegquote lag (bis zu seinem Comeback) bei 36,6 Prozent (bei 249 Starts). Selbst Valentino Rossi kann bei den Titeln nicht mithalten. 9 von 14 bedeuten für ihn 64,3%. Nur bei den Siegen kann sich Il Dottore mit 44,6% knapp vor Loeb behaupten.

Genauso, wie Loeb selbst, gehört auch die Deutschland-Rally erst seit 2002 fest zur Rally-WM. Sie wurde bisher siebenmal als WRC-Lauf ausgetragen und genauso oft wurde sie von Sébastien Loeb auch gewonnen. Schon allein dieser Rekord ist faszinierend und erschreckend zugleich. Und jetzt die Quizfrage. Wer hat die Rally Deutschland wohl dieses Jahr gewonnen? Eines ist sicher, beim Buchmacher gab’s für eine Wette auf Loeb keinen Blumentopf zu gewinnen.

Das vor zwei Jahren in der Rally-WM eingeführte Rotationsprinzip verdammte die Rally Deutschland 2009 zum Zusehen. Loebs Rekord war also bis zu diesem Wochenende unantastbar. Eine Aufhebung dieses jährlichen Wechselspielchens wird zwar für 2011 diskutiert, ob es die Rally dann trotzdem wieder in den Kalender schaffen würde, steht aber in den Sternen. Noch hat die Veranstaltung, die international tatsächlich unter dem Namen “ADAC Rally Deutschland” und nicht etwa “ADAC Rally Germany” läuft nicht den Status einer Monte-, Wales- oder Finnland-Rally. Einen Verbleib im Kalender hätte sie aber verdient. Die Asphaltstrecken rund um Trier und das Moselgebiet kommen bei Zuschauern und Fahrern gleichermaßen gut an. Der Ritt durch die Weinberge ist zudem einmalig in der Welt. Ebenso die Streckenwahl. Die Wertungsprüfungen am ersten Tag führen durch enge, schnelle und winklige Gassen, durch eben jene Weinberge. Danach geht es auf den Truppenübungsplatz Baumholder mit der inzwischen weltbekannten Panzerplatte-Prüfung. Und am dritten Tag ändert die Rally nochmal den Charakter. Da wird es technisch anspruchsvoll und zum Finale geht’s durch den Stadtkern von Trier bei der Circus Maximus Prüfung.

Zurück zum ersten Tag. Sechs der insgesamt 19 Wertungsprüfungen (WP) standen auf dem Programm. Als erstes musste, wie immer der Tabellenführer auf die Strecke. Loeb, der sonst für seine Präzision bekannt ist leistete sich aber schon zu Beginn einen kleinen Schnitzer. Für ihn gilt aber wohl der Spruch: “Wenn man schon kein Pech hat, kommt meist auch noch Glück dazu”. Während sich Petter Solberg bei einem kleinen Mauerkontakt einen Reifen ramponierte und diesen noch auf der WP wechseln musste, blieb ein ähnliches Missgeschick für Loeb folgenlos. Nach einem zweiten Reifenschaden gab es für Solberg nichts mehr zu verlieren. Für den Norweger hieß es von da an nur noch volle Attacke. Diese “Taktik” brachte ihm am Ende noch fünf WP-Bestzeiten ein. Um den Frontrunnern damit gefährlich zu werden, reichte es aber nicht mehr. Dafür war der Rückstand schon zu groß geworden.

Vorne setzten sich Loeb und Teamkollege Dani Sordo ziemlich schnell ab und rissen eine große Lücke zum dritten Platz auf. Um diesen letzten Podiumsplatz balgten sich fast die gesamte Rally über Ford-Fahrer Jari-Matti Latvala und Citroen-Pilot Sébastien Ogier. Die Fords waren in Deutschland wieder deutlich stärker, als noch bei der letzten Asphalt-Rally in Bulgarien. Nur eine etwas ungünstige Getriebeübersetzung bereitete dem Turbo in den engen Ecken ein bisschen Probleme auf Touren zu kommen. Latvalas direktem Gegner Ogier bereiteten die Spitzkehren ebenfalls Kopfzerbrechen, aber aus anderem Grund. Die Anti-Stall-Funktion seines C4 war defekt und so passierte ihm des öfteren, was dem gemeinen Autofahrer meist äußerst peinlich ist, nämlich das Abwürgen des Motors.

Um das Ford-Team zu unterstützen und den Citroens vielleicht ein paar Punkte in der Meisterschaft abzuluchsen, haben sich die Briten Verstärkung aus Belgien geholt. Der ehemals als Riesen-Talent gehandelte Francois Duval fuhr 2005 seine letzte volle Saison in der WM. Seitdem reichte das Geld der Sponsoren nur für ein paar sporadische Auftritte in der höchsten Rally-Klasse. Sein schwieriger Charakter und die vielen Unfällen versperrten ihm damals den Weg zu einer erfolgreichen Karriere. Wieso er trotzdem immer wieder (gerne) von den Topteams angeheuert wird ist ganz einfach. Duval ist sauschnell. Zwar bremste ihn in Deutschland schon sehr früh ein Antriebswellen-Schaden ein, sein hoher Grundspeed ist aber unübersehbar. Obwohl seine letzte WRC-Teilnahme 18 Monate her ist fuhr er am Samstag zeitweise Top4-Zeiten.

Nach einem drittel der Rally waren die Positionen in den Top10 größtenteils bezogen. Spannung herrschte am Samstag und Sonntag eigentlich nur noch beim Kampf um den letzten Podiumsplatz zwischen Latvala und Ogier und beim Duell Kimi Räikkönen gegen Matthew Wilson. Trotz Verbremser und damit verbundener kurzer Rasenmäher-Einlage konnte sich der Iceman am Samstag noch vor dem Briten behaupten. Das Blatt drehte sich aber am Sonntag. Mehrere kleine Fehler kosteten Räikkönen den sechsten Platz, den sich Wilson dank sauberer Fahrt schnappte. Quasi als Trostpreis holte sich Kimi dann aber auf der letzten Wertungsprüfung noch seine allererste Bestzeit in der Rally-WM.

Entscheidungen auf der Panzerplatte

Latvala verlor sein Duell gegen Ogier ebenfalls. Ein kleiner Dreher auf der gefürchteten, 48 Kilometer langen Panzerplatte-Prüfung beförderte ihn zwar glücklicherweise nicht aus dem Rennen, aber das Wendemanöver in vier langwierigen Zügen kostete ihn genug Zeit um den dritten Platz an Ogier zu verlieren.

Duval machte das, wofür er damals berühmt-berüchtigt war. Bei der zweiten Durchfahrt der Panzerplatte traf er einen Hinkelstein, der seinen Focus in die Luft wirbelte und aufs Dach legte. Aus Matthew Wilsons Cockpitperspektive sah der Ford bei der Vorbeifahrt aus, wie eine gestrandete Schildkröte.

Crashes waren an diesem Wochenende trotzdem eher die Ausnahme. Technische Probleme waren viel öfter der Grund für Ausfälle. Publikumsliebling und WRC-Rookie Ken Block schlug sich die gesamte Rally über sehr beachtlich. Mit seinem Ford Focus hielt er sich konstant in den Top10. Auf dem Weg zur ersten Sonntags-Prüfung riss ihm aber der Keilriemen der Lichtmaschine. Für den US-Amerikaner war damit frühzeitig Feierabend. Bei Mikko Hirvonens Focus streikte schon etwas früher auf WP 11 das Getriebe. Die Reparatur war nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Auf der 16. Wertungsprüfung passierte das Malheur erneut und der Finne kassierte seinen zweiten Nuller in Folge. Selbst mathematisch besteht jetzt, vier Rennen vor Ende der Saison keine Chance mehr auf den Fahrertitel.

Und Loeb? Der hat das gemacht, was er immer macht. Völlig unbeeindruckt von allem hat er seinen Vorsprung von WP zu WP ausgebaut. Vor der letzten Wertungsprüfung hatte er rund 50 Sekunden Vorsprung auf Sordo. Die Superspecial Circus Maximus im Stadtkern von Trier war die letzte Gelegenheit für Mr. Perfect einen Fehler zu machen. Solberg, Ogier und Latvala können ein Lied davon singen, wie es sich anfühlt auf den letzten Kilometern einen Sieg wegzuwerfen. Aber wer Loeb kennt, weiß, dass dieser keine Geschenke dieser Art verteilt. Völlig souverän holte er sich den achten Sieg beim achten Start in Deutschland. Insgesamt neun von 19 Bestzeiten gingen an Loeb und seinen langjährigen Beifahrer Daniel Elena. Selbst Asphalt-Experte Sordo hatte dem nichts entgegenzusetzen. Zu seiner Ehrenrettung sei aber gesagt, dass er einen neuen Beifahrer hat, auf den er sich erst noch richtig einschießen muss.

Vorschau

Dem bisherigen Saison-Rhythmus folgend müsste Ford in Japan wieder deutlich stärker sein und um den Sieg mitkämpfen können. Loeb dort Punkte abzunehmen würde aber auch heißen, sich einen Bärendienst zu erweisen. Dann hätte der Franzose nämlich die Chance, bei seiner Heim-Rally in Frankreich seinen 60. Sieg einfahren, und viel wichtiger, sich zuhause zum siebten Mal zum WRC-Champion krönen zu lassen.

Ergebnisse

  1. Sébastien Loeb (Citroen)
  2. Daniel Sordo (Citroen) +51.3
  3. Sébastien Ogier (Citroen) +2:13.3
  4. Jari-Matti Latvala (Ford) +2:33.9
  5. Petter Solberg (Citroen) +6:47.7
  6. Matthew Wilson (Ford) +8:46.7
  7. Kimi Räikkönen (Citroen) +8:50.5
  8. Khalid Al Qassimi +17:36.5
  9. Mark van Eldik +17:53.0
  10. Patrik Sandell +17:58.8

Gesamtklassement

  1. S. Loeb – 191 Punkte
  2. S. Ogier – 133 Punkte
  3. J. Latvala – 117 Punkte
  4. P. Solberg – 100 Punkte
  5. D. Sordo – 95 Punkte
  6. M. Hirvonen – 86 Punkte
  7. M. Wilson – 56 Punkte
  8. F. Villagra – 26 Punkte
  9. H. Solberg – 25 Punkte
  10. K. Räikkönen – 21 Punkte
http://www.ewrc.cz/ewrc/image_browse.php?id=51557

Besser als jedes Heavy-Metal Konzert – Das ADAC GT Masters am Lausitzring

19. August 2010
ADAC Formel Masters

ADAC Formel Masters

Das Wetter war am vergangenen Wochenende das beherrschende Thema am EuroSpeedway. Bei meinem alljährlichen Kurztrip in die Lausitz wechselten sich Regen und Sonne nach bester Eifel-Art ab. Nach einem schrammeligen Vormittag klarte es pünktlich zum GT Masters-Rennen auf und die Sonne brutzelte mit knapp 30 Grad auf Rennstrecke und Zuschauer herab.

Zunächst stand aber ein kleiner Rundgang durch das Fahrerlager an. Im letzten Jahr kostete der Zutritt hierfür noch 10 Euro, dafür waren die Tribünen kostenlos. Dieses Jahr war es genau anders herum. Das Fahrerlager war kostenlos, die 10 Euro wurde man dafür schon am Eingang los. Mit etwas Naivität könnte man jetzt also argumentieren, dass der Preis im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben ist. ;-)

An der Lamborghini-Box erstaunte, wie bereitwillig und ausdauernd die Fahrer Autogramme gaben oder fürs Familienfoto posierten. Fürst Albert von Thurn und Taxis, zweiter Fahrer auf dem Gallardo nahm sich sogar die Zeit für ein bisschen Smalltalk mit den Fans, obwohl er schon auf dem Sprung zur Startaufstellung war.

Für das Ascari-Team war es ein bitteres Wochenende. Der Exot unter den Sportwagen konnte wegen Motorschadens weder am Rennen am Samstag noch am Sonntag teilnehmen. Diagnose: Lochfraß am BMW-Herzen, dessen acht Kammern normalerweise um die 520 PS durch die Arterien des KZ1R pumpen.

Sehr gut lief es hingegen für das Team von Hans Reiter. Der von Peter Kox und dem Fürsten pilotierte Lamborghini Gallardo kam problemlos über die Distanz. Mehr noch, zum ersten Mal in dieser Saison holte sich das Duo beide Laufsiege. Zwei Rennen vor Ende der Saison ist der Pokal in greifbarer Nähe. Der Vorsprung vor der Audi-R8-Besatzung Mies/Ludwig beträgt jetzt schon 16 Punkte, bei nur noch 40 zu vergebenen Zählern. Im schlimmsten Fall (Mies/Ludwig gewinnen jedes verbleibende Rennen) benötigen Kox und der Fürst noch mindestens 6 Punkte pro Lauf, also jeweils einen dritten Platz um Meister zu werden. Da sie im Schnitt über die Saison  gesehen aber 6,3 Punkte pro Lauf einheimsen konnten, stehen sie statistisch gesehen schon jetzt als Meister fest. ;-)

Lausitzring

Lausitzring Haupttribüne

ADAC Formel Masters

ADAC Formel Masters

ADAC Formel Masters

ADAC Formel Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

Formel 3 ATS

Formel 3 ATS

Porsche Safety Car

Porsche Safety Car

ADAC Procar - BMW 3er

ADAC Procar - BMW 3er Armada

Den Pokal für den besten Sound würde der Alpina-BMW verdienen. Bei dessen bärigem Gebrumme könnte man schwören, es mit einem fetten Ami-V8 zu tun zu haben. An Bord befindet sich aber “nur” ein 4,4-Liter-V8 mit rund 530 PS. Die US-Ikone Corvette hingegen konnte mit ihren sieben Litern Hubraum soundtechnisch keinen Stich machen. Zu hören waren eigentlich keine der vier Callaway-Vetten. Die zweite Geige spielte der Audi R8 und der Lambo, die vor allem beim Runterschalten akustisch auf sich aufmerksam machten.

Nach dem insgesamt sehr unterhaltsamen GT-Rennen ist der Renngott aber wohl eingeschlafen. Nur die hohe Lautstärke, der im Anschluss gestarteten Formel-3-Renner verhinderte ein Nachmittagsschläfchen, denn Spannung und Rennaction waren Mangelware. Zwar zog sich der Himmel gegen Ende des Rennens bedrohlich zu, den F3-Piloten blieb ein Regenschauer aber erspart. Soviel Glück hatten die kurz darauf gestarteten Piloten der Formel Masters nicht. Ein leichter Schauer vor dem Rennen war einigen Fahrern nicht Warnung genug. Trotz feuchter Strecke gingen sechs von ihnen mit Slicks ins Rennen. Eine fatale Entscheidung. Wenig später schiffte es, wie zu Noahs Zeiten. Selbst bei langsamer Fahrt und mit Regenreifen besohlt, trudelten einige Fahrer von der Strecke oder mussten einen der Notausgänge benutzen. Am Ende konnte sich Patrick Schranner bei dem Sauwetter behaupten und holte sich den Sieg. Zweiter wurde der Österreicher Gerhard Tweraser, dritter Mario Farnbacher.

Steigerung möglich

Das Beste hatten sich die Organisatoren zum Schluss aufgehoben. Die Tourenwagen der Procar-Serie hatten am Nachmittag (analog zur Tourenwagen-WM) zwei kurze Sprintrennen á 20 Minuten zu absolvieren. Wegen des starken Regens musste das erste Rennen verschoben werden. Aus Sicherheitsgründen fand der Start dann auch hinter dem Safety Car statt. So hatten die Fahrer ein paar Runden lang Zeit, zu lernen die Streckenbedingungen richtig einzuschätzen. Auch Lauf 2 konnte nicht planmäßig gestartet werden. Das Wasser war mal wieder Schuld. In Kurve 2 hatte sich inzwischen so viel davon gesammelt, dass dieses erst einmal durch die Feuerwehr abgepumpt werden musste.

Für den Zuschauer war der beste Platz sicherlich ganz oben unter den überdachten Tribünen. Nicht nur zum Schutz gegen den Regen, sondern weil man von dort aus die gesamte Rennstrecke einsehen konnte. Denn bei den beiden Läufen wusste man gar nicht, wo man zuerst hinsehen sollte. Das 27 Mann starke, in drei Divisionen eingeteilte Feld lieferte sich überall auf der Strecke erbitterte Gefechte – entweder mit dem Gegner oder sich selbst. Zahllose Dreher auf der noch nassen Strecke vereitelten die ein oder andere gute Platzierung. Nachdem ein BMW-Fünffachsieg im ersten Lauf durch einen übermütigen Oliver Mayer im Audi A4 vereitelt wurde kam in Lauf zwei diese Chance noch einmal. Nach dem Start befanden sich alle BMWs in den Top7. Drei Kurven später war alles wieder Makulatur. Ein kleiner Dreher und BMW-Pilot Johannes Leidinger fand sich am Ende des Feldes wieder. Wie übermächtig die BMW am Lausitzring aber waren konnte man gegen Ende des Rennens beobachten. Während man als Zuschauer das ganze Rennen über damit beschäftigt war nur nichts zu verpassen und der Kopf nur am Rotieren war, fand man drei Runden vor Schluss Leidinger plötzlich wieder auf Platz sechs vor. Den vor ihm liegenden Peter Rikli im Honda Civic konnte er ebenfalls noch problemlos aufschnupfen und damit den Fünffachsieg für BMW doch noch perfekt machen. Sieger in beiden Läufen war jeweils Tourenwagen-Profi Andrei Romanov, der auch in der WTCC ins Lenkrad eines Engstler-BMWs greift.

Der perfekte Tag wurde dann am Abend noch versüßt von den folgenden drei Schönheiten, die ebenfalls auf dem Rückweg nach Berlin waren. Allerdings kamen diese gerade von der Sportwagen Charity Challenge am Spreewaldring zurück.

Lamborghini Gallardo

Lamborghini Gallardo

Dodge Viper

Dodge Viper

BMW M3

BMW M3

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Video WRC Rally Finnland – If you wanna win, get a Fin!

04. August 2010
Ford Focus - WRC Finnland

Ford Focus - WRC Finnland

Die Finnland-Rally hatte dieses Jahr ein paar Überraschungen auf Lager. Als eines der Highlights darf sicherlich der Auftritt von Juha Kankkunen angesehen werden. Dem vierfachen Rally-Weltmeister hat es nach acht Jahren Ruhestand wohl noch einmal im Gasfuß gejuckt. Die 51-jährige Rennlegende ging in einem Ford Focus des Stobart-Teams an den Start. An seiner Seite Co-Pilot Juha Repo, mit dem er schon zu seiner aktiven Zeit viele Rallys bestritt.

Die Veranstaltung hat eine lange Tradition. Früher unter dem Namen 1000-Seen-Rally bekannt, fand sie 2010 schon zum 60. Mal statt. Nur viermal in all der Zeit konnte ein Nicht-Skandinavier den Klassiker gewinnen. Der letzte war 2008 ausgerechnet Sébastien Loeb, der gerade auf dem Weg zu seinem siebten WM-Titel ist. Trotzdem gingen die Lokalmatadoren Latvala, Hirvonen, Solberg und Co. mit großem Selbstvertrauen und auch großer Vorfreude in das für sie wichtigste Event des Jahres. Wie wichtig das Rennen für die Skandinavier ist, lässt sich an einem Zitat von Tommi Mäkkinen erkennen. Der (ebenfalls) viermalige Rally-Weltmeister war als Zuschauer vor Ort und gab zu Protokoll: “Ich erinnere mich an meinen ersten Sieg bei der Finnland-Rally besser als an meine erste Weltmeisterschaft”.

Seit diesem Jahr haben die Veranstalter eines WRC-Laufs die Möglichkeit, die Rally mehr oder weniger frei auf das Wochenende zu verteilen. Die Finnen machten von dieser Option Gebrauch und verteilten die 310 Wertungskilometer auf zwei Mammut-Etappen, anstatt der sonst üblichen Dreiteilung. Nach einer Art Warm-Up am Donnerstagabend mit gerade mal vier gewerteten Kilometern standen am Freitag zehn WPs und am Samstag acht WPs auf dem Plan.

Wenig überraschend tummelten sich schon kurz nach dem Start sechs Skandinavier unter den Top10. Das änderte sich auch über die gesamte Rally nicht. Wenn vorne Fahrzeuge aus- oder zurückfielen, wurde immer wieder mit Finnen, Norwegern und Schweden aufgefüllt. Insgesamt waren rekordverdächtige 99 Teilnehmer für die Rally Finnland gemeldet. 61 davon erreichten am Samstag das Ziel.

Die Strecken-Charakteristik hat ein wenig Ähnlichkeit mit Neuseeland. Sehr schnelle Passagen gehen Hand in Hand mit fließenden Kurvenkombinationen. Nur mit dem Unterschied, dass in Finnland vielmehr Wald am Streckenrand steht. Eine weitere Besonderheit sind die vielen, teilweise sehr weiten Sprünge, die beste Voraussetzung für spektakuläre Bilder bieten. Statt 1000-Seen-Rally könnte die Veranstaltung ebenso gut auch 1000-Sprünge-Rally hießen. Auch wenn die berühmte Ouninpohja-Prüfung seit Petter Solbergs Rekordfahrt 2004 leider nicht mehr gefahren wird, sind noch genügend atemberaubende Streckenabschnitte übrig, die dem Rennfan das Herz aufgehen lässt.

Einer der vielen Sprünge wurde Mikko Hirvonen zum Verhängnis. Mit sage und schreibe fünfeinhalb Überschlägen rollte er sich in der vierten Prüfung in bester Colin McRae-Manier ab. Passiert ist Mikko und Beifahrer Jarmo Lehtinen dank stabilem Überrollkäfig glücklicherweise nichts, aber der Ford Focus war danach Schrott (siehe Video unten).

Der Araber Khalid Al Qassimi machte es ihm später am Nachmittag gleich. Zwar weniger spektakulär, aber mit gleichem Ergebnis. Sein Ford war nach zwei Rollen in der Luft ebenfalls reif für den Verwerter.

Henning Solberg, der ältere Bruder von Ex-Weltmeister Petter Solberg setzte in WP 8 noch einen drauf und betätigte sich (unfreiwillig) als Holzfäller. Nach einem Sprung kam er deutlich zu schnell in die nächste Kurve, hakte sich im Straßengraben ein, überschlug sich, und nahm im Flug einen jungen Baum als Souvenir mit. Weder ihm noch Co Ilka Minor ist etwas passiert, die Unfälle zeigen aber auch, dass selbst die Einheimischen gegen die tückischen finnischen Pfade nicht immun sind.

Fehlt eigentlich nur noch der Großmeister der Kaltverformung. Letztes Jahr legte Kimi Räikkönen seinen S2000 Punto bei seinen ersten Gehversuchen im Rally-Sport aufs Dach. Dieses Jahr ist sein Arbeitsgerät ein Citroen C4, und den hielt er bis zum Ende der ersten Etappe auch voll auf Kurs. Am Ende von Tag 1 lag er auf einem sehr respektablen siebten Platz, direkt vor Kankkunen. Aber seinem Schicksal konnte der Iceman nicht entkommen. Direkt zu Beginn der zweiten Etappe leistete er sich einen zeitraubenden Dreher. Das Auto blieb zwar heile, die Bergung dauerte aber 10 Minuten. Punkteränge adé.

Nach mehreren dämlichen, selbstverschuldeten Unfällen dieses Jahr lautete Petter Solbergs Devise an diesem Wochenende “nicht zu versuchen, ein Held zu sein”. In der Zeitentafel stand er bei Halbzeit der Rally auf Platz 2, mit nur neun Sekunden Rückstand auf Latvala. Der lag zwar recht souverän, aber nicht uneinholbar in Führung. Die zweite Etappe gestaltete sich für Petter dann aber doch deutlich zäher als erwartet. Viele Kleinigkeiten kosteten ihn Sekunde um Sekunde. Am Ende reichte es nur noch für den vierten Platz. Währenddessen kamen die Citroens beständig näher. Damit stieg auch der Druck auf Jari-Matti Latvala. Auf ihm lastete die Verantwortung, die finnische Ehre zu verteidigen. Zwei WPs vor Schluss waren nur noch 10 Sekunden Guthaben auf Latvalas Zeitkonto. Ogier konnte sich unterdessen bravourös vor seinem “Meister” Loeb behaupten, der das ganze Wochenende über keine Anstalten gemacht hatte, die Rally zu gewinnen. Sein Ziel war wohl, soviele Punkte wie möglich bei so wenig Risiko wie möglich abzugreifen. Platz drei sprang am Ende dabei heraus, nach neuem Reglement sind das 15 Punkte. Ogier konnte zum zweiten Mal in dieser Saison Loeb schlagen. Das ist bisher noch keinem seiner Teamkollegen gelungen. Die 18 Punkte für Platz 2 bringen ihn im Gesamtklassement marginal näher an Loeb heran. Den Siergerkranz darf sich aber Jari-Matti Latvala umhängen. Für einen Nummer-2-Fahrer (huch, wo haben wir diesen Begriff denn kürzlich schon mal gehört ;-) ) hat er wieder einen exzellenten Job gemacht. Er hat seine Heim-Rally verdient gewonnen und ist so außerdem auch noch zum jüngsten Rally-Finnland-Sieger aller Zeiten geworden.

Die 25 Punkte für den Sieg geben Ford erst mal wieder etwas Aufwind nach dem miserablen Auftritt in Bulgarien. Aber über den Berg sind die Blauen noch lange nicht. Latvala hat zwar seine Rückstand auf Loeb von 71 auf 61 Punkte reduziert und sich auf Platz 3 im Gesamtklassement geschoben, aber nach der Schotter-Rally in Finnland folgt Ende August wieder eine Asphalt-Rally, die den Citroens im allgemeinen und Loeb im speziellen sehr gut liegt, nämlich die ADAC Rally Deutschland.

Altmeister Kankkunen hielt sich aus allem Geplänkel heraus. In seinem Alter geht man sicherlich keine unnötigen Risiken mehr ein. Mit konstanter und fehlerloser Fahrt ging es für ihn vor bis auf Platz 8. Zum krönenden Abschluss gabs auch noch den Abu Dhabi Spirit Of The Rally Award obendrauf. Wieso die Skandinavier in Finnland so stark sind, dafür hat Kankkunen eine ganz einfache Erklärung: “We were born on this kind of roads”.

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WRC Rally Bulgarien – Neue Rally, alter Favorit

13. Juli 2010
Sébastien Loeb - WRC Bulgarien 2010

Sébastien Loeb - WRC Bulgarien 2010

Sollte nichts ungewöhnliches passieren, dann werden die nächsten Rallys der reinste Albtraum für Sébastien Loebs Gegner. Bis September stehen vier Asphalt-Rallys am Stück an. Vier Rallys, bei denen Loeb noch mehr Favorit ist, als sonst ohnehin schon. Nicht nur, dass der sechsfache Weltmeister auf festem Untergrund besonders schnell ist, auch fällt bei diesem Belag der übliche Nachteil des Straßenkehrens weg. Bei den bisherigen Schotter-Rallys verlor Loeb am jeweils ersten Tag viel Zeit, weil er als erster der WM auch immer als erster auf die Strecke muss. Sein Citroen C4 war da mehr im Räum- denn im Renneinsatz. Die verlorene Zeit musste er sich dann jeweils an den nächsten beiden Tagen wieder (mühsam) zurückholen. Auf Asphalt fällt dieser Nachteil weg und so kam es, wie es kommen musste. Ab der ersten Wertungsprüfung blies Loeb zum Angriff und erstickte die Siegambitionen der Konkurrenz gleich im Keim. Tag 1 endete mit 4 von 4 WP-Siegen und einem Vorsprung von 30 Sekunden.

Eine große Veränderungen gab es im Team von Petter Solberg. Nach 152 gemeinsamen WRC-Starts räumte Co-Pilot Phil Mills mit sofortiger Wirkung den Beifahrerplatz. Der Brite möchte sich mehr um seine Familie kümmern. Das Dream-Team hatte in den letzten 11 Jahren 13 Siege und einen WM-Titel errungen. Der spontane und unerwartete Abschied brachte Solberg in der Sommerpause etwas ins Rotieren. Innerhalb weniger Wochen musste er einen neuen Co-Piloten finden. An Bewerbern mangelte es nicht. Knapp 50 Kandidaten standen auf der Matte. Am Ende fiel die Wahl auf den 41jährigen WRC erfahrenen Chris Patterson, der auch schon Navigator von Nasser Al-Attiyah, Kris Meeke und Alister McRae war.

Für Quereinsteiger Kimi Räikkönen waren die Voraussetzungen in Bulgarien optimal. Er sitzt im anerkannt besten Auto (Citroen C4) und kennt sich als Ex-Formel1-Pilot auf Asphalt natürlich bestens aus. Außerdem nutzte er die sechswöchige Pause, um bei der Rallye Lanterna (Italien) weitere Erfahrung zu sammeln. Auch wenn eine Rally wenig mit einem Formel-1-Rundkurs gemein hat, so konnte Räikkönen wohl doch etwas von seiner Asphalt-Erfahrung profitieren. Die ersten drei WPs in Bulgarien beendete er sehr gut als 5., 5. und 6. Danach war aber leider schon wieder Schluss. Vielleicht hatte der Iceman zu viel Red Bull im Tank, auf jeden Fall endete der bis dahin sehr gute Tag für ihn im Straßengraben. Für seine Mechaniker bedeutete das eine zusätzliche Nachtschicht um den C4 für den nächsten Tag wieder fahrbereit zu bekommen.

Ford muss inzwischen auf ein Wunder hoffen. Für das Team um Malcolm Wilson ist der Zug eigentlich schon abgefahren. Konnten Hirvonen und Latvala am Anfang der Saison noch um die WM mitkämpfen ist jetzt bei Halbzeit die Luft raus. Das Treppchen ist teilweise nicht mehr aus eigener Kraft zu erreichen. Und selbst, wenn Loeb vom Blitz getroffen wird, es sind noch genügend andere Citroen da, die schneller sind als die Ford. Zudem fehlt es dem britischen Team an Konstanz. Zu den beiden Siegen in Schweden und Neuseeland gesellen sich viele mäßige Ergebnisse. In Bulgarien erlebten die blauen (hoffentlich) den Tiefpunkt. Zuerst waren sie zu langsam, dann verpokerten sie sich am Samstag  bei schwierigen Wetterbedingungen auch noch bei der Reifenwahl. Mit harten Reifen auf feuchter Piste war kein Blumentopf zu gewinnen. Am Ende landeten Hirvonen und Latvala auf Platz fünf und sechs, jeweils deutlich über drei Minuten von der Spitze entfernt. Autsch! Lies den Rest des Artikels »

Video Pikes Peak – Der Berg ruft

01. Juli 2010
Suzuki SX4 - Pikes Peak 2010

Suzuki SX4 - Pikes Peak 2010

Die großen Motorsport-Highlights des Jahres 2010 sind gelaufen. Die Dakar-Rally und die 24 Stunden von Le Mans sind vorbei. Ebenso der Monaco Formel 1 Grand Prix und das Indy 500. Was kann da noch kommen?

Das “Race to the Clouds“-Rennen kann da noch kommen! Am letzten Juni-Wochenende reisten wieder weit über einhundert verwegene Rennfahrer ins sonnige Colorado Springs, um den 88. Pikes Peak International Hill Climb Wettbewerb in Angriff zu nehmen. Das zweitälteste amerikanische Motorsport-Event nach den Indy 500 ist sicherlich nicht das bekannteste, aber definitiv eines der spektakulärsten Rennen weltweit. Bei dem seit 1916 stattfindenden Bergrennen rückten wieder allerlei Preziosen an, die man sonst nirgends so in dieser Form versammelt sehen würde. Die große Vielfalt an Fahrzeugen lässt sich schon alleine an der Anzahl der ausgeschriebenen Klassen ablesen. Derer 22 gab es, auf die sich das insgesamt 153 Teilnehmer starke Starterfeld verteilte. Ähnlich, wie beim 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring war von Youngtimern bis zu aktuellen Sportwagen alles dabei. Neben Klassikern, wie dem Ford Mustang Fastback Coupé, der Shelby Cobra oder dem Datsun 240 Z tummelten sich am Berg auch aktuelle Sportwagen vom Schlage eines Porsche 911 GT3 oder Mitsubishi Lancer Evolution. Des Weiteren starteten auch Open Wheeler, Motorräder, Quads und Sidecars. Theoretisch sieht das Reglement sogar Trucks vor, eingeschrieben war in diesem Jahr jedoch keiner der gedopten Elefanten.

Suzuki SX4 - Pikes Peak 2010

Suzuki SX4

Hyundai RMR JE09 - Pikes Peak 2010

Hyundai RMR JE09

Dallenbach-Chevy - Pikes Peak 2010

Dallenbach-Chevy

Auch wenn der US-Bundesstaat Colorado viele tausend Meilen von Deutschland entfernt ist, so ist das Pikes Peak-Rennen doch auch in der deutschen Motorsportgeschichte verankert. Bei der ’87er Auflage war ein gewisser Walter Röhrl mit von der Partie. Im Handgepäck des zweifachen Rally-Weltmeisters: der legendäre Audi S1. Am Pikes Peak trat das inzwischen in der Rally-WM verbotene Gruppe-B-Monster zum letzten offiziellen Gefecht an. In einer spektakulären Fahrt holte sich Röhrl den Titel, unterbot die Bestzeit um über 20 Sekunden und steht seitdem als derjenige in den Geschichtsbücher, der als erstes den 4301 Meter hoch gelegenen Gipfel in unter 11 Minuten erklomm (10:47:85).

In den nächsten zwei Jahrzehnten näherte sich der Rekord dann immer weiter der 10-Minuten-Marke an. Einer der seit fünf Jahren versucht diese Schallmauer zu durchbrechen ist der Japaner Nobuhiro Tajima. 2007 scheiterte der ‘Monster‘ genannte Ex-Motorsport-Chef von Suzuki nur hauchdünn an der magischen Marke. Die Uhr blieb damals bei 10:01.408 stehen. So richtig Konkurrenz hatte der Sieger der letzten vier Jahre auch heuer nicht zu fürchten. Rhys Millen probierte es mit einem Allrad-Hyundai, der vom Aussehen her fast als Le Mans Prototyp durchgehen könnte. Pikes Peak-Veteran Paul Dallenbach startete auf einem 11 Jahre alten, extrem verspoilerten Chevy Marke Eigenbau. Ihm fehlte am Ende fast eine halbe Minute auf den Titelverteidiger. Der mit großen Ambitionen gestartete Millen brachte seinen Hyundai gar nur eine Minute hinter Tajima ins Ziel. Vielleicht war der Konkurrenzdruck nicht hoch genug oder die Bedingungen einfach nicht perfekt. Fakt ist, Tajima muss nächstes Jahr wiederkommen, denn mit 10:11.490 hat er zwar seinen fünften Sieg in Folge eingefahren und seine Zeit vom Vorjahr unterboten, aber die 10-Minuten-Marke steht immer noch.

Ford Mustang Fastback - Pikes Peak 2010

Ford Mustang Fastback

Porsche 911 GT3 - Pikes Peak 2010

Porsche 911 GT3

Wells Jerr Bear SPC - Pikes Peak 2010

Wells Jerr Bear SPC

Eine kleine Überraschung war der Klassensieg des Porsche 911 GT3 mit der Startnummer 111. Der von Jeff Zwart pilotierte Cup-Porsche  ließ nicht nur alle Klassengegner weit hinter sich, sondern rückte auch den Großen auf die Pelle. Klassenübergreifend fuhr der Amerikaner mit 11:31.095 die sechst-schnellste Zeit. Dass die 156 Kurven den Berg hinauf keine Spazierfahrt sind, beweisen die Onboard-Aufnahmen von Zwarts Qualifying-Run (siehe Video unten). Während er die ersten asphaltierten Kilometer noch relativ entspannt absolviert, steht der Porsche im folgenden Schotter-Abschnitt in fast jeder Kurve Anschlag quer.

Der mit Abstand engste Kampf fand in der Super Stock Klasse statt. Die ehemals gut besetzte Klasse hatte zwar nur drei Starter, endete aber mit dem knappsten Ergebnis. Das Duell zwischen Clint Vahsholtz im Ford Mustang und Layne Schranz im Chevrolet Monte Carlo ging mit einer Zeitdifferenz von gerade mal 75 tausendstel Sekunden zugunsten des Ford-Piloten aus (11:33.320 zu 11:33.395).

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Video 24 Stunden Nürburgring 2010 – Hochspannung bis zur letzten Sekunde

19. Mai 2010
BMW M3 GT2 - 24h-Rennen Nürburgring 2010

BMW M3 GT2 - 24h-Rennen Nürburgring 2010

Wenn man sich auf eines verlassen kann, dann darauf, dass das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring unberechenbar ist. Am Donnerstag zeigte sich die Eifel erst einmal von seiner schlechtesten Seite und begrüßte die knapp 200 angereisten Teams mit nass-kaltem Wetter. Das erste Zeittraining musste am Abend sogar wegen starken Nebels abgebrochen werden. Die bis dahin gefahrenen Zeiten hatten aufgrund der wiedrigen Bedingungen zwar keine große Aussagekraft, die provisorische Pole des Farnbacher-Ferrari F430 GTC ließ aber dennoch aufhorchen. Seit der Premiere im Jahre 1970 hatte sich nämlich bisher noch kein einziger Ferrari in die Eifel zum 24h-Rennen verirrt. Zum Glück hatte der Eifel-Gott dann doch noch ein Einsehen und schob das schlechte Wetter für den Rest des Wochenendes beiseite.

Die zweite Qualifikation am Freitag lief daraufhin wieder in geordneten Bahnen ab und die Zeitentabellen sahen wieder so aus, wie erwartet. Naja fast. Die Audi-Mannschaft, die mit sage und schreibe sieben R8 LMS angerückt waren, brachten ihre vier Topautos (2x Abt, 2x Phoenix) allesamt in die ersten beiden Startreihen. Mit einer 8:24.753 pulverisierte Polesetter Marco Werner die Bestzeit aus dem Vorjahr, die er um über zehn Sekunden unterbot. Dahinter reihten sich die Porsches von Mamerow und Manthey ein. Der in den letzten vier Jahren dominierende 911er von Manthey (#1) beließ es zwecks Materialschonung bei nur einer gezeiteten Runde. Das reichte für Startplatz 7. Auch BMW blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. Die von der extrem erfahrenen Schnitzer-Truppe betreuten M3 GT2 mussten sich vererst mit Platz 8 und 11 begnügen. Dass ein guter Startplatz aber in kaum einem Rennen so irrelevant ist, wie in der Eifel, sollte nicht zuletzt der Farnbacher-Ferrari beweisen. Die Exoten mussten das Rennen von Startplatz 46 in Angriff nehmen und konnten trotzdem noch sehr weit nach vorne fahren.

Die Anzahl an potenziellen Siegkandidaten war dieses Jahr immens. Neben den genannten Teams musste man noch den nagelneuen Hybrid-Porsche (ebenfalls von Manthey eingesetzt) oder den Rest der Audi-R8-Flotte auf der Rechnung haben, ebenso wie die diversen Cup-Porsche oder auch die von Schubert Motorsport und Dörr Motorsport eingesetzten BMW Z4 GT3.

BMW Z4 GT3 - 24h-Rennen Nuerburgring 2010

BMW Z4 GT3

BMW 130i GTR - 24h-Rennen Nuerburgring 2010

BMW 130i GTR #107

Porsche 911 GT3 R Hybrid - 24h-Rennen Nürburgring 2010

Porsche 911 GT3 R Hybrid

Déjà-vu am Samstag-Morgen. Die Seat Leon Supercopas mussten sich im Rahmenrennen wieder über eine nebelverhangene Nordschleife mühen. Nachmittags klarte es aber glücklicherweise wieder auf und DIE Motorsport-Party des Jahres mit über 220.000 Fans an der Strecke konnte beginnen.

Um 15:00 Uhr hatte das Warten endlich ein Ende. Das fast 200 Fahrzeuge starke Feld stürzte sich mit lautem Gebrüll ins Abenteuer “Grüne Hölle”. Dass Manthey im Qualifying bei weitem nicht alle Karten aufgedeckt hat, musste die Konkurrenz schon auf den ersten Metern schockiert feststellen. Der Porsche mit Marcel Tiemann am Steuer flügte durchs Feld, als gäbe es kein Morgen mehr. Nach wenigen Kilometern, noch bevor es überhaupt auf die Nordschleife ging war der 911er an allen Gegnern, inklusive der Viererformation R8 vorbei und hatte sich am Ende der Grand-Prix-Strecke schon ein paar Sekunden Vorsprung erarbeitet. Begeistert waren die gegnerischen Teams von Audi und BMW davon nicht gerade, sollte doch das Balance of Performance-System die Fahrzeuge dicht beieinander halten. Die Geschichte war aber recht schnell wieder vergessen, denn die nächsten 24 Stunden wurden ereignisreicher als eine gesamte DTM- und Formel-1-Saison zusammen. Lies den Rest des Artikels »

WRC Rally Neuseeland

12. Mai 2010
Ford Focus WRC - Rally Neuseeland

Ford Focus WRC - Rally Neuseeland

Drei Wochen nach der Türkei-Rally machte sich der WRC-Tross auf in Richtung fünfter Kontinent, um die fünfte Rally im Kalender in Angriff zu nehmen. Ziel war aber nicht Australien, sondern die fast unberührte Natur Neuseelands. Die bei Fahrern und Zuschauern gleichermaßen beliebte Veranstaltung hatte alles, was das Herz begehrt. Driftende Autos, viele Führungswechsel, Dramatik und Spannung bis zum letzten Kilometer und unvergleichliche Strecken. Die schnellen, aber auch sehr flüssig zu fahrenden Kurvenfolgen, die dazu auch noch in die wunderschöne Landschaft eingebettet sind, machen schon beim Zuschauen Laune. Noch mehr Spass hatten sicherlich die Fahrer, die unisono von Neuseelands  Kurvenparadies schwärmten. Petter Solberg umschrieb es ganz poetisch mit “It’s like dancing through the forest” – “Es ist wie durch den Wald zu tanzen”.

Die Neuseeland-Rally ist aber nicht nur für sich betrachtet eine höchst attraktive Veranstaltung. Aufgrund der Punktesituation konnte sie potentiell auch zu einer kleinen Vorentscheidung in der WM führen. Obwohl gerade mal ein Drittel der Saison vorbei, war Sébastien Loeb dank des neuen Punktesystems seinen Verfolgern schon um volle 41 Punkte enteilt. Bei Loebs extrem niedriger Fehlerquote und der stets optimalen Taktik war Sieg numero 58 eigentlich nur noch Formsache. Für Fords Speerspitze und Titelaspirant Mikko Hirvonen ging es also darum, das zu verhindern und nach dem Auftakterfolg in Schweden endlich mal wieder vor Loeb ins Ziel zu kommen, optimalerweise natürlich auf Platz 1.

Aber schon der erste Tag lief für Hirvonen nicht wirklich nach Plan. Auf der ersten Etappe fing er sich 20 Sekunden Rückstand ein. Rückstand aber ausnahmsweise nicht auf Sébastien Loeb sondern auf Petter Solberg. Der kommt mit seinem Citroen C4 immer besser in Fahrt und beendete Tag 1 mit fünf Sekunden Vorsprung auf Jari-Matti Latvala. Dahinter sortierten sich Ogier, Sordo, Hirvonen und Wilson ein. Loeb tauchte erstaunlicherweise erst auf Position sieben auf. Was war passiert? Auch wenn der Franzose mal wieder den Straßenkehrer spielen musste, soooo langsam ist er dann aber normalerweise doch nicht. Grund für den Zeitverlust war einer der seltenen Fahrfehler von Mr. Perfect. Auf der vierten Wertungsprüfung unterschätzte er eine Kurve und rauschte mit der Fahrerseite voran quer in einen Brückenpfeiler. Außer der Tür ging glücklicherweise nichts weiter kaputt. Um das massiv kaltverformte Stück Altmetall allerdings wieder halbwegs zu fixieren vergingen mindestens 1:40 min. Lies den Rest des Artikels »

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