BMW GINA Concept
Dennis Gerike
Nach den hoch-oktanigen und actiongeladenen Fundstücken der letzten Wochen geht es dieses mal etwas seichter, aber nicht minder interessant weiter. Mit dem BMW GINA Light Visionary Model üben die Münchener schon mal für das übernächste Jahrzehnt. Was auf den ersten Blick, wie eine etwas ungewöhnlich gestylte Karosserie auf Basis eines Z4 aussieht, besteht in Wirklichkeit aus einem flexiblen, stark strapazierfähigen Stoff.
Die auf ein Skelett aus Metallstreben gespannte Haut lässt sich mechanisch bzw. mittels Elektromotörchen in viele Positionen und Formen biegen. So falten sich z.B. die Türen beim Aussteigen elegant nach schräg oben und die Scheinwerfer schließen sich beim Verlassen des Fahrzeuges wie menschliche Augenlider.
Hört sich vielleicht etwas abgespaced an, macht bei näherer Betrachtung durchaus Sinn. Zunächst ist da natürlich die Gewichtsersparnis. Weder Stahlblech, noch Aluminium haben in diesem Kapitel etwas entgegenzusetzen. Und auch CFK oder GFK dürften es schwer haben, da einen Stich zu machen. Auch aerodynamisch lassen sich Vorteile generieren. So könnte sich die Stoffhaut bei schneller Autobahnfahrt windschnittiger falten und für den optimalen Anpressdruck sorgt jetzt schon ein variabel einstellbarer Heckflügel, der wie ein Alien aus dem Kofferraum herauswächst. Die extrem kleinen Spaltmaße tun ihr übriges für eine Verbesserung des cw-Wertes.
Weniger Gewicht und bessere Aerodynamik bedeuten zwangsläufig auch weniger Energieverbrauch. Sei es nun in Form von Benzin, Diesel oder – was bei einem Zukunftsauto, wie dem GINA durchaus sinnvoll und konsequent wäre – Strom aus einer Brennstoffzelle oder einer ähnlichen Technologie. Im Konzept-Auto steckt aber noch ein herkömmlicher V8-Otto-Motor. Eine weitere Überraschung versteckt sich in der Motorhaube. Sie lässt sich in der Mitte wie ein Reißverschluss öffnen und gibt somit den Motor für Wartungsarbeiten frei.
Das GINA Concept bietet einige spannende Ideen, die sich in Zukunft hoffentlich in der ein oder anderen Form im Serienbau wiederfinden werden. Bis dahin sind aber noch einige Hürden zu nehmen. So müssen etwa Crash- und Zulassungsvorschriften erfüllt werden und nicht zuletzt im Alltag muss sich die zweite Haut bewähren, sei es nun bei so einem profanen Thema, wie der Reinigung oder dem leider nötigen Schutz gegen Vandalismus. Beides Probleme, die Cabriofahrer nur zu gut kennen.
Zum YouTube Video: BMW GINA Concept
Bilder (HiRes) und offizielle Pressemitteilung (englisch) auf dieselstation.com












30. Juli 2009 um 14:24
Great!