ADAC Masters Weekend – EuroSpeedway Lausitz

Dennis Gerike
Audi R8 LMS

Audi R8 LMS

Zur Halbzeit der Rennsaison verschlug es die Teams der ADAC Masters am ersten Juli-Wochenende bei bestem Sommerwetter in den Süden Brandenburgs, in die Lausitz. Ok, das stimmt nicht ganz. Bei bestem Wetter verschlug es den Autor am Sonntag in die Lausitz, während einen Tag zuvor bei den ersten Wertungsläufen teilweise “Land unter” angesagt war.

Aber auch ohne das Spannungselement Wasser verlief der Rennsonntag auf dem EuroSpeedway alles andere als langweilig. Frühaufstehern trieben die Tourenwagen ab 9:00 Uhr den Schlaf aus den Knochen. Ab zehn Uhr gaben die Monoposto für den Rest des Vormittages den Ton an. Zuerst durften die Junioren der ADAC Formel Masters ihr Talent unter Beweis stellen. Da das gesamte Feld auf identischen 145 PS starken VW-Dallaras mit 1,6 Liter Hubraum startet, kommt es in dieser Serie vor allem auf Fahrkönnen und Geschick bei der Fahrzeugabstimmung an. In einem spektakulärem Foto-Finish siegte Daniel Abt, nächster Emporkömmling aus dem bekannten Motorsport-Clan, mit gerade mal 0,03 Sekunden Vorsprung vor dem Briten Adrian Campfield.

Gegen das anschließende Heavy-Metal-Konzert der ATS Formel 3 Cup Renner hatte der Streckensprecher fast keine Chance.  Die 210 PS starken Einsitzer waren verdammt laut und mit 1:16er Zeiten auch die schnellsten Fahrzeuge am ganzen Wochenende.

Am Nachmittag wurden dann die ganz großen Kaliber aus der Garage geholt. Mit jeweils über 500 PS brachten die Boliden der GT Masters schon in der Mittagspause die Boxengasse zum Beben. Das anschließende 60-minütige Rennen bot reichlich für Auge und Ohr. Vor allem Kurve 1 bzw. das 100-m-Schild davor waren der place to be. Direkt am Bremspunkt zeigten die Fahrzeuge ihre unterschiedlichen Charaktere. In der Soundwertung lagen  erwartungsgemäß die Corvettes mit ihrem bärigen Sound ganz vorne. Überraschenderweise donnerten auch die V10-Gallardos mit tiefer Stimme über den Asphalt. Mit infernalischen Rülpsern beim Zwischengasgeben machten die Audis lautstark auf sich aufmerksam. Im Design top, beim Soundcheck flop. Während man die Porsches noch vom anderen Ende der Rennstrecke hören konnte, waren die Ford GT akustisch nicht mal aus 5 Meter Abstand zu identifizieren. Dafür belegten sie im Rennen Platz 2, hinter der Callaway-Corvette von Toni Seiler und Christian Hohenadel.

Wer nach dem vermeintlichen Höhepunkt des Tages schon den Heimweg antrat, verpasste das Beste. Denn die Fahrer der Procar-Serie stehen den Haudegen der großen Tourenwagenklassen, wie der WTCC oder der DTM in nichts nach und sorgten für die meiste Spannung und Action am ganzen Tag. In allen drei Divisionen (insgesamt 23 Autos) wurde mit dem Messer zwischen den Zähnen gefightet und auch vor Feindkontakt nicht zurückgeschreckt. Besonders die BMW waren immer wieder in harte Kämpfe verwickelt, die zur ein oder anderen verbeulten Tür oder Stoßstange führten. Sieger in beiden Rennen war der Schweizer Peter Rikli im Honda Accord.

In einer einstündigen Zusammenfassung zeigt das DSF am 12. Juli um 19:30 die Höhepunkte des Rennwochenendes. Oder auch nicht. Statt GT Masters hat das DSF lieber Tennis und zweimal das gleiche Formel-1-Rennen gezeigt. :-( Zweiter Versuch am Samstag, 18. Juli um 10:15 Uhr in der Wiederholung.

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