BMW Vision Efficient Dynamics Concept – Hybrid Sportwagen Studie
Dennis Gerike

BMW Vision Efficient Dynamics Concept
Wenn man mit Bestaunen der futuristischen BMW-Studie Vision Efficient Dynamics Concept fertig ist, dann erschließen sich einem so langsam einige (fragwürdige) Entscheidungen seitens BMW, die Formel 1 betreffend. So haben die Münchener im vergangenen Jahr (gegen den Willen der anderen Teams) die Einführung des Energierückgewinnungssystems KERS für die 2009er Saison durchgesetzt, statt einer Verschiebung auf 2010 zuzustimmen. Selbst Hybrid-Spezi Toyota wollte noch warten, weil die Entwicklungszeit einfach viel zu kurz war. Genau ein Jahr später folgt die nächste verhängnisvolle Entscheidung, für die BMW viel Kopfschütteln einstecken muss. Weil KERS nach nur einem Jahr schon wieder abgeschafft wird und wegen der “strategischen Neuausrichtung des Unternehmens” verlässt nun, nach Honda auch BMW die Formel 1 Bühne.
Auch wenn die Begründungen wenig überzeugend wirken , so liegt wohl doch ein Körnchen Wahrheit in ihnen. Zu finden im Vision Efficient Dynamics Concept. Das im Vorfeld der IAA ’09 präsentierte Coupé basiert optisch auf dem hinreißenden BMW M1 Hommage und wirbt mit einem phantastischen cw-Wert von nur 0,22. Die Fahrleistungen sollen auf dem Niveau eines Sportwagens liegen (4,8 s auf 100 km/h, 250 km/h Topspeed), der Verbrauch hingegen unterhalb des eines Toyota Prius. Knapp 3,8 Liter sollen es auf hundert Kilometer sein, oder noch werbewirksamer ausgdrückt, nur 99 Gramm CO2 pro Kilometer. Die Kombination aus drei Motoren soll diese Werte möglich machen. Zwei Elektromotoren – einer an jeder Achse – übernehmen die Arbeit beim Anfahren und im Teillastbereich. Beim Bremsen wird Energie analog zum KERS-System in der Formel 1 zurückgewonnen und in den 98 Lithium-Polymer-Akkus gespeichert. Der dritte Motor an Bord ist Joker und Pferdefuß zugleich. Der kleine Dreizylinder-Diesel hilft zwar besser beim Drücken des Spritverbrauchs als es ein gleich großer Benziner könnte, aber die Soundwertung wird er damit klar verlieren. Man höre sich dazu nur mal die Diesel-Triebwerke von Audis LeMans-Prototypen oder Seats Tourenwagen-Rennern an.
Um die Studie möglichst schnell zur Serienreife zu bekommen, wäre die Formel 1 ideal gewesen. Sie ist quasi der Turbo des Ingenieurwesens, da viele Resourcen zur Verfügung stehen und die Entwicklungszyklen enorm kurz sind. Den großen Teams standen in den letzten Jahren bis zu 400 Millionen Dollar pro Saison zur Verfügung. Weiterentwicklungen kamen da fast im Wochentakt. Mit der Abschaffung von KERS fällt für BMW tatsächlich ein Grund für die weitere Teilnahme in der Königsklasse des Motorsports weg. Aber es gibt jetzt auch kein zurück mehr, wenn sie ihr Gesicht nicht verlieren wollen. Dass heißt, die Technik des Concept Cars muss zügig weiterentwickelt werden und sie muss schnell auf die Straße. Toyota hat es mit dem Prius vorgemacht.
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Die offizielle Pressemitteilung zum Vision Efficient Dynamics Concept










