ADAC GT Masters – Sachsenring
Dennis GerikeDie zweite Station der Saison führte die Recken der ADAC GT Masters dieses Wochenende an den Sachsenring. Auch wenn wüste Raufereien mit viel Lackaustausch, wie beim Saisonstart in Oschersleben ausblieben, so wurde doch in beiden Läufen solider und spannender Motorsport geboten. Seine Würze zieht die GT Masters nicht nur aus dem Mix der verschiedenen Sportwagen á la Corvette, R8, 911er, Gallardo & Co sondern auch aus der bunten Mischung von Privatfahrern, Promis, Profis, angehenden Profis und Söhnen von Rennfahrerlegenden, wie z.B. Luca Ludwig und Sebastian Asch.
Dass bei dieser Konstellation auch Fahrer mit weniger professionellem Hintergrund gewinnen können bewies die Lambo-Crew rund um Hans Reiter beim ersten Lauf. Der mit Profi Peter Kox und dem Fürsten Albert v. Thurn und Taxis besetzte Lamborghini Gallardo LP560 gewann das Rennen am Samstag. Besonders sehenswert war dabei das Überholmanöver gegen Christopher Mies in seinem Audi R8 LMS. Elf Minuten vor Ende des Rennens hatte sich Kox endlich an den Führenden herangearbeitet – zwei Minuten später zirkelte er sich gekonnt außen am Abt-Piloten vorbei. Der revanchierte sich beim zweiten Lauf mit einem ungefährdeten Sieg.
Der Sonntag stellte das Reiter-Team vor eine deutlich größere Herausforderung. Eine falsche Regelauslegung führte zur Streichung aller Qualizeiten und der Lambo musste vom letzten Platz ins Rennen gehen. Nach einer grandiosen Aufholjagd übergab Kox den Gallardo auf Platz fünf an den Fürsten, der den Wagen dann auf einem guten 6. Platz ins Ziel brachte. Ex-Skispringer Sven Hannawald konnte ebenfalls auf einen erfolgreichen Rennsonntag zurückblicken. Im ersten Rennen warf er noch eine gute Platzierung durch einen selbst verschuldeten Dreher weg. Einen Tag später stand er auf dem Siegertreppchen. Die gute Vorarbeit von Co Thomas Jäger und die guten Rundenzeiten verhalfen den beiden Corvette-Piloten zum zweiten Platz. Hannawald konnte sich so in der Amateurwertung auf Platz 1 schieben. In der Gesamtwertung führen jetzt die Lamborghini-Jungs nach vier von 14 Läufen.
Dass auch einem Profi mal ein Fehler unterläuft musste das Callaway-Team schmerzlich erfahren. Toni Seiler, Routinier mit zwei Dekaden Rennerfahrung versenkte seine gelbe Corvette ohne Not in den Leitplanken des Sachsenrings. Einmal in einer Kurve zu weit herausgekommen, dann auf dem Gras zu viel Gas gegeben und der Dreher, direkt in die gegenüber liegenden Leitplanke war unausweichlich. Die Corvette wurde dabei irreparabel beschädigt und konnte am Sonntag nicht wieder an den Start gehen.
Nach den ersten vier Läufen lässt sich schon ein kleines Fazit ziehen. Wie oben erwähnt, sorgt die Mischung aus unterschiedlichen Fahrzeug-Konzepten, Fahrern und Fahrerpaarungen für sehr spannende Rennen. Nach dem Pflichtboxenstopp mit Fahrerwechsel kann sich das Kräfteverhältnis im Feld komplett drehen und sicher geglaubte Platzierungen in Gefahr geraten, weil der zweite Fahrer vielleicht 2 Sekunden langsamer ist. Dass die Rennkommissare bei Rempeleien nur sehr selten ins Renngeschehen eingreifen ist ihnen hoch anzurechnen. Der heftige Stupser von Kox gegen den Ascari von Norman Knop war sicherlich grenzwertig, aber sicherlich auch nicht beabsichtigt. Die Kommissare haben das wohl ähnlich gesehen und keine Strafe ausgesprochen.
Bei der Missachtung der 70-Sekunden-Regel hingegen haben die Schiedsrichter hart durchgegriffen. Insgesamt vier Sünder mussten im zweiten Rennen zum Nachsitzen an die Box. Um den Teams die Möglichkeit zu geben, den Piloten beim Fahrerwechsel ordentlich anzuschnallen und das Auto noch mal kurz zu checken, schreibt das Reglement nämlich eine Mindestaufenthaltszeit in der Box von 70 Sekunden vor. Wer sich schneller wieder aus dem Staub macht kassiert eine Stop’n'Go Strafe.
Spannend bleibt noch zu beobachten, ob während der Saison versucht wird, die Fahrzeuge von der Leistung her anzugleichen. Der Lamborghini war nämlich, zumindest an diesem Wochenende übermächtig. Zwei mögliche haushohe Siege wurden nur durch eigene Dummheit bzw. Unachtsamkeit weggeworfen. Fehler im Qualifying bescherten eine Rückstufung um 5 Plätze für Rennen 1 und eine Rückstufung auf den letzten Platz für Rennen 2. Als wenn das nicht genug wäre, kassierte Fürst Albert in seinem Stint auch noch eine Stop’n'Go. Er war nämlich einer der vier Sünder.
Rennergebnis – Lauf 1
- v. Thurn und Taxis/Kox (Lamborghini Gallardo LP560 GT3)
- Ludwig/Mies (Audi R8 LMS)
- Knop/Rehfeld (Ascari KZ1-R GT3)
- Karlhofer/Bert (Corvette Z06.R GT3)
- Bergmeister/Bergmeister (Porsche 911 GT3 R)
- Hammel/Johansson (Audi R8 LMS)
- Ammermüller/Heyer (Audi R8 LMS)
- Schmickler/Geipel (Porsche 911 GT3 R)
- Matzke/Wirth (BMW-Alpina B6 GT3)
- Jäger/Hannawald (Corvette Z06.R GT3)
Rennergebnis – Lauf 2
- Ludwig/Mies (Audi R8 LMS)
- Jäger/Hannawald (Corvette Z06.R GT3)
- Karlhofer/Bert (Corvette Z06.R GT3)
- Matzke/Wirth (BMW-Alpina B6 GT3)
- Schmickler/Geipel (Porsche 911 GT3 R)
- v. Thurn und Taxis/Kox (Lamborghini Gallardo LP560 GT3)
- Hammel/Johansson (Audi R8 LMS)
- Bergmeister/Bergmeister (Porsche 911 GT3 R)
- Klingmann/Kechele (Audi R8 LMS)
- Zeltner/Eder (Corvette Z06.R GT3)
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Tags: ADAC, Corvette, GT, GT Masters, Lamborghini, Sachsenring, Sportwagen












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