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	<title>RWD Cars</title>
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	<description>Power, Speed und Heckantrieb</description>
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		<title>WRC Rally Argentinien 2012 &#8211; Eine Marathon-Aufgabe</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Aug 2012 18:37:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Gerike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Motorsport]]></category>
		<category><![CDATA[Rally WM (WRC)]]></category>
		<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
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		<description><![CDATA[In Monte Carlo hat man das neue Reglement in eine Richtung schon ausgereizt. Die Eröffnungs-Rally der WRC-Saison 2012 war auf fünf Tage festgesetzt &#8211; dem Maximum, was die FIA erlaubt. Neben der Dauer ist die Länge der zweite begrenzende Faktor. Die Regeln schreiben vor, dass ein WRC-Lauf aus 300 bis 500 gewerteten Kilometern zu bestehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4505" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/08/wrc-rally-argentinien-2012-eine-marathon-aufgabe/wrc-argentinien-solberg/" rel="attachment wp-att-4505"><img class="size-full wp-image-4505" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/07/WRC-Argentinien-Solberg.jpg" alt="WRC Argentinien - Solberg" width="550" height="275" /></a><p class="wp-caption-text">Mission: Weltmeisterschaft - Solbergs letzter WM-Titel liegt schon neun Jahre zurück</p></div>
<p>In <a title="WRC Rally Monte Carlo 2012" href="http://rwd-cars.de/blog/2012/03/wrc-rally-monte-carlo-2012/">Monte Carlo</a> hat man das neue Reglement in eine Richtung schon ausgereizt. Die Eröffnungs-Rally der WRC-Saison 2012 war auf fünf Tage festgesetzt &#8211; dem Maximum, was die FIA erlaubt. Neben der Dauer ist die Länge der zweite begrenzende Faktor. Die Regeln schreiben vor, dass ein WRC-Lauf aus 300 bis 500 gewerteten Kilometern zu bestehen hat. Auch dieses Limit wurde nun zum ersten Mal ausgereizt. Der offizielle Routenplan der Rally Argentinien weist knapp 503 km aus &#8211; verteilt auf 3 Tage und 19 Wertungsprüfungen. Dabei sticht die 14. Prüfung heraus. Hier ist Kondition gefragt, denn mit 65 km ist sie nicht nur die längste WP der Rally, sondern sogar der ganzen Saison.</p>
<p>Von den Top-Teams haben fast alle den teuren Trip nach Südamerika gebucht. Nur die Prodrive-MINIs fehlen in Argentinien. Nach Querelen mit BMW besitzt das Team von David Richards seit ein paar Monaten keinen Werksstatus mehr und bekommt auch kein Geld mehr von den Bayern. Sparen ist bei den Briten also angesagt. Die Werks-MINI (Team Portugal) hingegen sind in Argentinien am Start. Das führt zur absurden Situation, dass der absolute Nummer-1-Fahrer im MINI-Kader, Dani Sordo ohne Cockpit dasteht. Oder doch nicht?</p>
<p><span id="more-4463"></span></p>
<p>Ihm kommt Kollege Zufall zu Hilfe, denn für Jari-Matti Latvala geht das Seuchenjahr weiter. Nach drei Nullnummern in den ersten vier Rennen sichert er sich die vierte schon vor dem Start der Rally. Der Finne bricht sich beim Skifahren das Schlüsselbein und kann bei optimaler Genesung frühestens in Griechenland wieder ins Lenkrad greifen. Als Ersatz für diesen einen Lauf verpflichtet das Ford-Werksteam eben jenen Dani Sordo. Der wird von seinem eigentlichen Arbeitgeber MINI für den &#8220;Gaststart&#8221; auch tatsächlich freigegeben. Für David Richards wird es eine relativ einfache Entscheidung gewesen sein. Bei Ford hingegen hat man sicherlich etwas länger überlegen müssen, ob sie ihre Geheimnisse einem direkten Konkurrenten anvertrauen wollen.</p>
<p>Zurück zum Sport. Die Qualifikation gewinnen die beiden Citroen-Fahrer Loeb und Hirvonen. Sie entscheiden sich dann auch von P1 und P2 zu starten. Da es rund um Cordoba die ganze Zeit über regnet entfällt das &#8220;Straßenfegerproblem&#8221;. Von weiter hinten zu starten, wie z.B. in <a title="WRC Rally Portugal 2012" href="http://rwd-cars.de/blog/2012/04/wrc-rally-portugal-2012/">Portugal</a> gesehen macht hier also keinen Sinn. Solberg und Sordo sehen das genauso und stellen sich direkt dahinter an.</p>
<h2>Etappe 1 (26. + 27. April)</h2>
<p>Wie bei fast jedem WRC-Lauf geht es am Donnerstagabend recht gemütlich los. Nur rund fünf Minuten Fahrt und schon ist die Superspecial für die Piloten erledigt. Dafür wartet der nächste Tag mit einer extrem langen Etappe auf. Fast 200 gewertete Kilometer sind am Freitag zu bewältigen.</p>
<p>Mit dem ersten Startplatz hat Loeb den theoretischen Vorteil einer schnelleren Bahn, muss dafür aber auch den Pfadfinder spielen. Denn wegen des Regens ist die Fahrbahn ausgewaschen und er muss die richtige Linie erst wiederfinden. Aber schon am Vorabend läuft es nicht rund für den Rekordweltmeister. Er lässt sich für die Superspecial die harten Reifen aufziehen &#8211; eine falsche Entscheidung, denn er ist 10 Sekunden langsamer als die Spitze. Sehr verwunderlich, denn früher haben sich Loeb und sein Team dafür ausgezeichnet, wie von Magie immer die perfekte Reifenwahl zu treffen. Da zu diesem Zeitpunkt aber noch fast 500 Kilometer zu fahren sind ist das alles noch völlig undramatisch. Das ändert sich am nächsten Morgen. Der Franzose baut auf zwei WPs gleich drei Fahrfehler ein. Mit viel Glück verliert er bei den Drehern nur wenig Zeit und schlägt auch nirgends an. Ursache ist starkes Übersteuern. Nach der falschen Reifenwahl am Donnerstag vertut der Franzose sich jetzt auch noch beim Setup. Ironischerweise hat Team-Kollege Hirvonen an seinem DS3 mit Untersteuern zu kämpfen.</p>
<div id="attachment_4502" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/08/wrc-rally-argentinien-2012-eine-marathon-aufgabe/wrc-argentinien-hirvonen/" rel="attachment wp-att-4502"><img class="size-medium wp-image-4502" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/07/WRC-Argentinien-Hirvonen-300x199.jpg" alt="WRC Argentinien - Hirvonen" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Schlammpackung für Hirvonen&#039;s DS3</p></div>
<p>Auch die anderen Fahrer haben so ihre Probleme. Nasser Al-Attiyah, der mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat erlaubt sich einen Dreher, kann aber weiterfahren. Novikov hingegen fällt vorerst aus. Bei einem Einschlag reißt er sich das rechte Hinterrad seines Fiesta ab. Teamkollege Tanak beschädigt sich ebenfalls die Hardware. Er muss mitten auf der WP eine Spurstange tauschen.</p>
<p>Petter Solberg hat sich derweil eine gute Führung erarbeitet. Nach drei WPs hat sich schon ein erklecklicher Vorsprung angesammelt. Der Norweger liegt 20 Sekunden vor Hirvonen, 25 s vor Sordo und 35 s vor Loeb. Neuville, der im Citroen-Junior-Team als Loebs Nachfolger aufgebaut wird folgt auf Platz 5. Ab P7 kommen schon die ersten Nicht-WRC-Autos. Ogier im Fabia ist mal wieder (und nicht überraschend) der beste S2000-Pilot, liegt aber schon zwei Minuten hinter dem letzten WRC-Auto, dem von Ostberg.</p>
<p>Wenn es eine Konstante in der Rally-WM gibt, dann, dass Petter Solberg nie lange Freude an einer Rally-Führung hat. Den Platz an der Sonne verliert er meist recht schnell wieder. Entweder das Wetter spielt ihn aus, oder die Technik macht ihm einen Strich durch die Rechnung oder er stellt sich selber ein Bein. Wieso sollte sich an dieser Tradition auch etwas ändern? Auf der vierten Prüfung bricht ihm die linke Spurstange, beim anschließenden unfreiwilligen Abstecher in die Bande auch noch die rechte. Da er auf eigener Achse nicht mehr ins Ziel kommt fängt er sich 15 Strafminuten ein &#8211; fünf für jede ausgelassene WP.</p>
<p>Nach gerademal einer Etappe sieht das Leaderboard schon mächtig zerpflückt aus. Während Loeb und Hirvonen an der Spitze nur 0.1 Sekunden trennen fehlen Al-Attiyah auf Platz 5 schon über fünf Minuten. Auf Platz 10 (Neuville) reden wir schon von 10 Minuten Rückstand.</p>
<h2>Etappe 2 (28. April)</h2>
<p>Wettertechnisch wird es nicht wirklich besser. Der Samstag ist durchwachsen. Erst ist es trocken, später regnet es. Sordo entscheidet sich für die weichen Reifen. Ein Fehler, denn er verliert viel Zeit wegen zu starker Abnutzung. Solberg hingegen kommt mit den weichen Socken gut zurecht und wird zweiter der Prüfung. Die feuchte WP sorgt für die unterschiedlichsten Reifenstrategien. Solberg und Sordo sind wie gesagt auf weich unterwegs. Al-Attiyah probiert es mit harten Reifen rundum. Im Citroen-Team ist man experimentierfreudiger. Nach den Diagonal-Setups von <a title="WRC Rally Schweden 2012" href="http://rwd-cars.de/blog/2012/03/wrc-rally-schweden-2012/">Schweden</a> wird jetzt vorne und hinten bzw. links und rechts unterschiedlich besohlt. Hirvonen bekommt vorne harte und hinten weiche Reifen, Loeb auf der rechten Seite harte und auf der linken weiche. [3]</p>
<div id="attachment_4501" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/08/wrc-rally-argentinien-2012-eine-marathon-aufgabe/wrc-argentinien-ford/" rel="attachment wp-att-4501"><img class="size-medium wp-image-4501" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/07/WRC-Argentinien-Ford-300x150.jpg" alt="WRC Argentinien - Ford" width="300" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Für Ford mal wieder eine Rally zum Davonlaufen</p></div>
<p>Drei WPs lang dürfen Loeb und Hirvonen noch frei fahren. Dann bekommt Citroens Teamchef kalte Füße. Nachdem Loeb seinen DS3 bei Topspeed auf einer Bodenwelle fast ins Unterholz haut wird es Yves Matton zu gefährlich. Er friert die Positionen ein. Loeb soll gewinnen, Hirvonen soll Zweiter werden. Die beiden sollen einfach nur noch in Ruhe ins Ziel cruisen und ohne irgendwelche Risiken einzugehen den Doppelsieg einfahren. Sordo ist schon 1:30 min zurück, von hinten droht also keine Gefahr mehr. Aus Team-Sicht ist das sicherlich ein verständlicher Zug, für die Fans und den Sport hinterlässt es aber einen faden Beigeschmack. Zumal damit das einzig verbliebene Duell wegfällt. Loeb und Hirvonen lagen bis dahin nur 2,1 s auseinander, auf WP6 warens gar nur 0,1.</p>
<p>Große Verschiebungen sind damit nicht mehr zu erwarten. Dafür taucht Solberg langsam wieder aus den Untiefen des Klassements auf. Am Ende der zweiten Etappe ist er zurück auf P9, hat aber rund 14 Minuten Rückstand auf Loeb. Im besten Fall geht&#8217;s noch vor bis auf Platz 5. Dafür muss der Norweger am verbleibenden Rally-Tag aber fast fünf Minuten Rückstand weghobeln.</p>
<h2>Etappe 3 (29. April)</h2>
<p>Die finale Etappe wird mit der <em>Matadero</em>-Prüfung eingeleitet. Die oben schon angesprochene 65 km lange WP verlangt rund 40 min volle Konzentration von Fahrer und Beifahrer. Während das Citroen-Duo Loeb und Hirvonen ins Ziel bummeln, macht Solberg die Pace und knöpft den beiden eine ganze Minute ab. Hirvonen sagt später im Interview: &#8220;I&#8217;ve been faster in the Recce than now. Steady pace.&#8221; Um gar nicht erst irgendwelche Ambitionen zu wecken, hat das Citroen-Team beide Piloten mit weichen, alten Reifen auf die trockene Piste geschickt. Eigentlich eine Demütigung für die Gegner &#8211; wenn es denn welche gäbe.</p>
<p>Andreas Mikkelsen kann das alles schnuppe sein, was da vorne passiert. Erstens fährt der Norweger in der S2000-Klasse und zweitens kommt ihm auf WP15 der Stoßdämpfer durch die Motorhaube seines Skoda Fabia geschossen. Er kann sich zwar noch humpelnd ins Ziel retten, verliert aber zwei Plätze. Auch Paulo Nobre mutet seinem Auto zuviel zu. Er rüttelt seinen MINI fast zu Tode. Auf der El Condor Prüfung bricht die Radaufhängung. Team-Kollege Araujo muss seinen MINI ebenfalls nur zwei km später abstellen. Bei ihm ist die Lenkstange gebrochen.</p>
<div id="attachment_4504" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/08/wrc-rally-argentinien-2012-eine-marathon-aufgabe/wrc-argentinien-loeb/" rel="attachment wp-att-4504"><img class="size-medium wp-image-4504" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/07/WRC-Argentinien-Loeb-300x199.jpg" alt="WRC Argentinien - Loeb" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Wer kann Loeb stoppen?</p></div>
<p>Auf der PowerStage wird es das letzte Mal spannend. Hier gibt jeder noch einmal Vollgas, um an die begehrten Bonuspunkte zu kommen. Nasser Al-Attiyah holt sich mit Platz 3 einen, für Mikko Hirvonen werden es zwei für Platz 2. Den Sieg und drei Punkte holt sich Stehauf-Männchen Petter Solberg. Die Niemals-Aufgeben-Mentalität des Norwegers zahlt sich aus. Er gewinnt alle sechs WPs des Tages und kommt somit an den beiden S2000-Piloten Mikkelsen und Ogier vorbei. Und auch seinen Temporär-Team-Kollegen Sordo kann er noch überholen. Auf Platz drei liegend wird der Spanier auf den letzten Kilometern vom Pech heimgesucht. Eine zusammengebrochene Bordspannung lässt den Ford Fiesta kurz vor Schluss einschlafen. Durch den Ausfall erbt Petter Solberg den sechsten Platz.</p>
<p>Loeb betätigt sich unterdessen weiter als Jäger und Sammler. Er schießt seinen 70. Siegespokal in der Rally-Weltmeisterschaft. In Argentinien ist es schon der siebte in Folge. Sein potentieller Nachfolger Neuville schafft bei der Premiere in Argentinien eine Punktlandung. Er hatte vor dem Start den 5. Platz als realistisch eingestuft. Und genau dort landet er auch, trotz kleinerer Probleme.</p>
<p>Betrachtet man die Top 10, so sind die Zeitunterschiede hier in Argentinien schon arg groß. Über 37 Minuten fehlen dem Zehnten auf den Sieger. Die Abstände erinnern mehr an die Dakar, als an einen Weltmeisterschaftslauf.</p>
<h2>Ergebnisse</h2>
<ol>
<li><strong>Sébastien Loeb (Citroen)</strong></li>
<li>Mikko Hirvonen (Citroen) +15,2</li>
<li>Mads Østberg (Ford) +3:10.4</li>
<li>Martin Prokop (Ford) +9:45.3</li>
<li>Thierry Neuville (Citroen) +11:17.16</li>
<li>Petter Solberg (Ford) +12:02.2</li>
<li>Sébastien Ogier (Skoda) +12:25.3</li>
<li>Evgeny Novikov (Ford) +21.10.2</li>
<li>Nasser Al-Attiyah (Citroen) +28:22.6</li>
<li>Ott Tänak (Ford) +37:19.5</li>
</ol>
<h2>WM-Stand</h2>
<ol>
<li><strong>Loeb (91 Punkte)</strong></li>
<li>P. Solberg (73)</li>
<li>Hirvonen (70)</li>
<li>Østberg (68)</li>
<li>Novikov (43)</li>
<li>Latvala (28)</li>
<li>Prokop (26)</li>
<li>Al-Attiyah (23)</li>
<li>Sordo (21)</li>
<li>Tänak (16)</li>
</ol>
<h2>Links</h2>
<ol>
<li><a href="http://www.citroen-wrc.com/en/2012/pictures/wrc-photos/2774/rally-argentina/" target="_blank">www.citroen-wrc.com/en/2012/pictures/wrc-photos/2774/rally-argentina/</a></li>
<li><a href="www.wrcford.com/" target="_blank">www.wrcford.com/</a></li>
<li><a href="http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2012/04/SS7-9_Das_Citroen-Duell_geht_weiter_12042803.html" target="_blank">Motorsport Total &#8211; Reifenlotterie</a></li>
</ol>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Große&#8221; Oldtimer-Ausstellung im Tempelhofer Hafen</title>
		<link>http://rwd-cars.de/blog/2012/05/grose-oldtimer-ausstellung-im-tempelhofer-hafen/</link>
		<comments>http://rwd-cars.de/blog/2012/05/grose-oldtimer-ausstellung-im-tempelhofer-hafen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 May 2012 19:42:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Gerike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Chevrolet]]></category>
		<category><![CDATA[Corvette]]></category>
		<category><![CDATA[Ford]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Muscle Cars]]></category>
		<category><![CDATA[Mustang]]></category>

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		<description><![CDATA[Entweder war ich zu spät oder am falschen Ort. Jedenfalls war von &#8220;groß&#8221; heute Nachmittag bei der Oldtimer-Ausstellung nichts zu merken. Gerade mal 7 Autos und 3 Motorräder standen in den Gängen des Einkaufszentrums am Tempelhofer Hafen. Das waren zwar zugegebenermaßen alles schöne Exponate, aber auch nicht alle waren Oldtimer. Ein Ford Mustang der aktuellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4430" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><a href="http://www.flickr.com/photos/rwd-cars/7182865458/in/set-72157629694680030"><img class="size-full wp-image-4430" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/05/Plymouth-Barracuda.jpg" alt="Plymouth Barracuda" width="550" height="344" /></a><p class="wp-caption-text">Plymouth Barracuda</p></div>
<p>Entweder war ich zu spät oder am falschen Ort. Jedenfalls war von &#8220;groß&#8221; heute Nachmittag bei der Oldtimer-Ausstellung nichts zu merken. Gerade mal 7 Autos und 3 Motorräder standen in den Gängen des Einkaufszentrums am Tempelhofer Hafen. Das waren zwar zugegebenermaßen alles schöne Exponate, aber auch nicht alle waren Oldtimer. Ein Ford Mustang der aktuellen Generation hat sich z.B. mit reingeschlichen. Ansonsten war noch ein blauer Mustang der ersten Generation dabei. Direkt daneben ein &#8211; Achtung! &#8211; Ford Mustang <strong>Kombi</strong>. Der erfüllt definitiv die Definition von <em>selten</em>.</p>
<p>Für dich allein betrachtet war die Ausstellung also etwas dürftig. Als Zugabe zum stressigen Wochenendeinkauf aber natürlich eine nette Abwechslung. Da könnte ich mich daran gewöhnen, jedes Mal beim Einkaufen von Sportwagen oder Oldtimern oder Muscle Cars etc. begrüßt zu werden. <img src='http://rwd-cars.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<div id="attachment_4438" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/05/Chevrolet-Corvette-2.jpg" rel="lightbox[4421]"><img class="size-medium wp-image-4438 " src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/05/Chevrolet-Corvette-2-300x225.jpg" alt="Chevrolet Corvette" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Chevrolet Corvette</p></div>
<div id="attachment_4439" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/05/Ford-Mustang-10.jpg" rel="lightbox[4421]"><img class="size-medium wp-image-4439 " src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/05/Ford-Mustang-10-300x225.jpg" alt="Ford Mustang" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Ford Mustang</p></div>
<h2>Links</h2>
<ul>
<li><a href="http://www.flickr.com/photos/rwd-cars/sets/72157629694680030/" target="_blank">Weitere Bilder von der Ausstellung (Flickr)</a></li>
<li><a href="http://www.tempelhofer-hafen.com/index.php?mact=News,cntnt01,detail,0&amp;cntnt01articleid=75&amp;cntnt01detailtemplate=th&amp;cntnt01returnid=16" target="_blank">Der offizielle Flyer zur Ausstellung</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Studium, die Zweite</title>
		<link>http://rwd-cars.de/blog/2012/05/studium-die-zweite/</link>
		<comments>http://rwd-cars.de/blog/2012/05/studium-die-zweite/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Gerike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Automotive Systems]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrotechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Informatik]]></category>
		<category><![CDATA[KFZ-Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[TU Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einigem bürokratischen Behörden-Hick-Hack ist es nun offiziell. Die TU Berlin hat mich (endlich) zum Master-Studium zugelassen. Ich bin wieder Student. Vier aufregende und spannende Jahre in der Berliner Startup-Szene, zuletzt als Software-Entwickler bei FASHION FOR HOME liegen hinter mir. Jetzt ist es an der Zeit mir auch für meine zweite große Leidenschaft ein solides [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/05/studium-die-zweite/tub/" rel="attachment wp-att-4355"><img class="size-full wp-image-4355 alignleft" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/05/TUB.png" alt="TUB" width="100" height="75" /></a></p>
<p>Nach einigem bürokratischen Behörden-Hick-Hack ist es nun offiziell. Die TU Berlin hat mich (endlich) zum Master-Studium zugelassen. Ich bin wieder Student. <img src='http://rwd-cars.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Vier aufregende und spannende Jahre in der Berliner Startup-Szene, zuletzt als Software-Entwickler bei <a href="http://www.fashionforhome.de/" target="_blank">FASHION FOR HOME</a> liegen hinter mir. Jetzt ist es an der Zeit mir auch für meine zweite große Leidenschaft ein solides Hintergrundwissen aufzubauen. Bisher war das Thema <strong>Auto</strong> nur ein Hobby von mir. Jetzt versuche ich es auf eine professionelle Basis zu stellen.</p>
<p><a href="http://www.eecs.tu-berlin.de/menue/studium_und_lehre/studiengaenge/automotive_systems/motivation/" target="_blank">Automotive Systems</a> nennt sich der Studiengang, den ich mir ausgesucht habe. Dieser geht über zwei Jahre und ist als sogenannter interdisziplinärer Studiengang ausgelegt, d.h. er versucht verschiedene Studiengänge zu verknüpfen. In diesem Fall sind das die Bereiche <strong>Informatik</strong>, <strong>Elektrotechnik</strong> und <strong>KFZ-Technik</strong>. Die Kombination macht Sinn, denn nur allein mit dem Wissen über die mechanische Funktionsweise eines Autos kommt man heutzutage nicht mehr sehr weit. Um das Gesamtfahrzeug zu verstehen braucht es zwingend auch Elektronik- und IT-Kenntnisse. Eine aktuelle <em>Mercedes S-Klasse</em> beherbergt z.B. um die 60 Steuergeräte. Die müssen alle miteinander verbunden werden und wollen untereinander kommunizieren können. Dabei dürfen (zumindest in den kritischen Systemen) keine Informationen verloren gehen, es gilt die Datenströme zu priorisieren (Datenverkehr für eine ABS-Notbremsung muss z.B. Vorrang haben vor dem Füttern des Navigationssystems), die verwendeten Algorithmen müssen effizient arbeiten, aber auch 100% korrekt funktionieren, u.v.m. All das fällt ins Aufgabengebiet der Informatik.</p>
<div id="attachment_4367" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/05/studium-die-zweite/campusplan-tu-berlin/" rel="attachment wp-att-4367"><img class="size-medium wp-image-4367" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/05/Campusplan-TU-Berlin-300x193.jpg" alt="Campusplan TU Berlin" width="300" height="193" /></a><p class="wp-caption-text">Rund 28.000 Studenten hat die TU Berlin. Der Großteil tummelt sich auf dem Hauptcampus in Charlottenburg.</p></div>
<p>Da der Master nur über vier Semester geht (wovon eines für die Master-Arbeit reserviert ist) kann natürlich nicht jedes Thema im Detail behandelt werden. Der Studiengang soll kein Mechatronik- oder ähnlich geartetes Studium ersetzen. Es geht vielmehr darum sich auf allen genannten Gebieten Grundlagenwissen anzueignen und dieses dann punktuell zu vertiefen.</p>
<p>Meinen Schwerpunkt werde ich z.B. auf die KFZ-Technik legen. Die Elektrotechnik werde ich nur streifen. Als gelernter Informatiker werde ich mich auch nur auf die <em>speziellen</em> IT-Anforderungen im Automobilbau konzentrieren. Die Systeme im Auto sind teilweise mehrfach redundant ausgelegt und <em>Tests</em> sind ein elementarer Bestandteil.  Manche Komponenten dürfen einfach nicht ausfallen oder Fehlfunktionen haben. Das ABS darf z.B. in keinem Fall verrücktspielen, die Airbags dürfen nicht grundlos mitten auf der Autobahn zünden etc. All das ist aber (im übertragenen Sinne) bei der Webprogrammierung an der Tagesordnung. Dort &#8220;reift&#8221; das Produkt in der Regel beim Kunden. Fehlfunktionen nerven den Benutzer meist nur, gefährden aber keine Menschenleben. Es ist also eine ganz andere Vorgehensweise bei der Entwicklung der Komponenten gefragt.</p>
<p>Ich werde versuchen den Verlauf meines Studiums im Blog zu begleiten. Bisher war es hier ja sehr motorsportlastig. Ab jetzt werde ich in unregelmäßigen Abständen auch einige technische Artikel einstreuen. Daneben werde ich über meine Twitter-Accounts <a href="http://twitter.com/dgerike" target="_blank">@dgerike</a> (deutsch) und <a href="http://twitter.com/rwdcars" target="_blank">@rwdcars</a> (englisch) die ein oder andere Anekdote aus dem Hörsaal posten. Eines meiner Lieblingszitate bisher kommt aus der KFZ-Grundlagen-Vorlesung: <a href="https://twitter.com/#!/dgerike/status/193394617885003778" target="_blank"><em>&#8220;Karosserien werden nicht aus dem Vollen gefräst.&#8221;</em></a>  <img src='http://rwd-cars.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Radicale Musik von den Piano Guys</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 21:20:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Gerike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sportwagen]]></category>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Nordschleife]]></category>
		<category><![CDATA[Radical]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass klassische Musik nicht langweilig sein muss haben Vanessa Mae und David Garret schon lange bewiesen. Die Piano Guys gehen noch einen Schritt weiter und bieten neben guter Musik auch noch eine gute Show. Zu jedem Titel, den sie neu interpretieren produzieren sie auch ein aufwändiges Musikvideo. Dabei wird ein breites Spektrum abgedeckt. Die Skala [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4330" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/05/radicale-musik-von-den-piano-guys/radical/" rel="attachment wp-att-4330"><img class="size-full wp-image-4330 " src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/05/Radical.jpg" alt="Radical" width="550" height="275" /></a><p class="wp-caption-text">Radical²</p></div>
<p>Dass klassische Musik nicht langweilig sein muss haben <em>Vanessa Mae</em> und <em>David Garret</em> schon lange bewiesen. <a href="http://www.youtube.com/user/ThePianoGuys" target="_blank">Die Piano Guys</a> gehen noch einen Schritt weiter und bieten neben guter Musik auch noch eine gute Show. Zu jedem Titel, den sie neu interpretieren produzieren sie auch ein aufwändiges Musikvideo. Dabei wird ein breites Spektrum abgedeckt. Die Skala reicht von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dfRtPbBFoGg" target="_blank">minimalistisch</a> über <a href="http://www.youtube.com/watch?v=jzF_y039slk" target="_blank">romantisch</a> bis hin zu humorvoll, wie bei der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BgAlQuqzl8o" target="_blank">Star Wars Parodie <em>Cello Wars</em></a>.</p>
<p>Vor einem halben Jahr war <em>Carl Orff</em> an der Reihe. Dessen <em>Carmina Burana</em> haben sie mit dem Sound zweier Sportwagen<em></em> zusammengespannt. Herausgekommen ist die folgende hochoktanige Sinfonie:</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/gpx4YqMkrfc?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Bei den Fahrzeugen handelt es sich um die Sportwagen der britischen Sportwagenschmiede <a href="http://www.radicalsportscars.com/de/" target="_blank">Radical</a>. Die Briten bauen zwar nur dieses eine Modell, dafür aber in verschiedenen Ausführungen bzw. Leistungsstufen. Die Palette reicht vom SR4 CS, der von einem 210 PS starken Hayabusa-Motor befeuert wird bis zum SR8 RX mit V8-Motor und 460 PS. Ein Radical ist primär ein Track Day Car, also ein Auto für die Rennstrecke. Es hat aber auch eine deutsche Straßenzulassung, was bei den vielen zusammengebastelten britischen Autos ja nicht unbedingt selbstverständlich ist.</p>
<p>Die Namensgebung ist keineswegs überzogen. Radikal ist an dem Auto nicht nur das Design, sondern auch die Fahrleistungen. Für 50.000 bis 100.000 € bekommt man ein Fahrzeug, das so ziemlich jedem Supersportwagen die lange Nase zeigt. Das Topmodell tritt mit einem Leistungsgewicht von 1,5 kg/PS an und kann Querbeschleunigungen von mehr als 2 g aufbauen. Außerdem ist der SR8 Rundenrekordhalter auf der Nürburgring Nordschleife mit <a href="http://www.youtube.com/watch?v=acSGbO0MGGI" target="_blank">6:48 min</a>.</p>
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		<title>WRC Rally Portugal 2012</title>
		<link>http://rwd-cars.de/blog/2012/04/wrc-rally-portugal-2012/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 09:56:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Gerike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Motorsport]]></category>
		<category><![CDATA[Rally WM (WRC)]]></category>
		<category><![CDATA[Citroen]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach einem kurzen Abstecher nach Amerika ist die Rally-WM wieder zurück auf europäischem Boden. Prompt hat sich das Teilnehmerfeld auch fast wieder verdoppelt. Den teuren Trip nach Mexiko haben nur 31 Teams in Angriff genommen &#8211; für Portugal haben sich 57 eingeschrieben.  Seit 1967 gibt es die Rallye de Portugal, seit 1973 ist sie auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4072" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/04/wrc-rally-portugal-2012/wrc-portugal-2012-tree/" rel="attachment wp-att-4072"><img class="size-full wp-image-4072" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/04/WRC-Portugal-2012-Tree.jpg" alt="WRC Portugal 2012" width="550" height="275" /></a><p class="wp-caption-text">WRC Portugal 2012 (© Ford (1))</p></div>
<p>Nach einem kurzen Abstecher nach Amerika ist die Rally-WM wieder zurück auf europäischem Boden. Prompt hat sich das Teilnehmerfeld auch fast wieder verdoppelt. Den teuren <a title="WRC Rally Mexiko 2012 – Staubtrocken, aber kein bisschen langweilig" href="http://rwd-cars.de/blog/2012/03/wrc-rally-mexiko-2012-staubtrocken-aber-kein-bisschen-langweilig/">Trip nach Mexiko</a> haben nur 31 Teams in Angriff genommen &#8211; für Portugal haben sich 57 eingeschrieben.  Seit 1967 gibt es die <em>Rallye de Portugal</em>, seit 1973 ist sie auch Teil der Rally-Weltmeisterschaft. Die Traditionsveranstaltung ist bekannt für seine spektakulären Wertungsprüfungen und die Zuschauermassen an der Strecke. Zumindest war das damals so. Bis 2001 wurde die Rally im Norden Portugals ausgetragen. Damals gehörte noch die berühmte Fafe-Prüfung dazu. Heute liegt das Hauptquartier ganz im Süden, in der Algarve. Also keine Chance die beliebte Stage einzubinden? Doch! Um den Fans sozusagen das Beste aus beiden Welten zu bieten fand eine Woche vor der eigentlichen Rally eine Art Demo-Event statt &#8211; auf eben jener berühmten Fafe-Stage. Vor kolportierten 70.000 Fans hat Petter Solberg den <em>Rallye Sprint</em> gewonnen. <a href="http://www.racing-history.de/blog/?p=4471" target="_blank">Mehr Infos dazu in Stephan&#8217;s RaceBlog.</a></p>
<p>Nach der kleinen Exkursion in die Vergangenheit wird es für die Fahrer wenige Tage später wieder Ernst. Für Ford geht es darum, die in Mexiko gezeigte Performance zu bestätigen und diesmal in ein zählbares Ergebnis umzumünzen. Wenn sie eine Chance haben Citroen zu schlagen, dann in diesem Jahr. Die ersten drei Rallys haben gezeigt, dass der Fiesta genauso schnell ist, wie der DS3. Ok, Loeb zu schlagen, wird wie immer extrem schwer, aber zumindest der Markentitel ist für die Briten ein realistisches Ziel.</p>
<p>MINI kommt mit einem komplett überarbeiteten Auto nach Portugal. Nachdem sie aus finanziellen Gründen Mexiko auslassen mussten, sind die jetzt mit umso höher gesteckten Zielen zurück. Dani Sordo peilt im Prodrive-MINI das Podium an. Auch Armindo Araujo im Team MINI Portugal ist hoch motiviert, was für den Lokalmatador natürlich verständlich ist. Brisanter weise muss der als Werksfahrer aber &#8211; genauso wie Team-Kollege Paulo Nobre &#8211; ohne die neuen Teile auskommen. Die werden wohl erst beim nächsten Lauf in Argentinien am Auto sein.<span id="more-3850"></span></p>
<p>Weiterhin nicht dabei sind die beiden Ford-Piloten Matthew Wilson und Henning Solberg. Wilson hatte sich im Januar beim Joggen das Bein gebrochen und Solberg hat immer noch mit &#8220;Vertragsproblemen&#8221; mit einem seiner Sponsoren zu kämpfen. Es geht wohl mal wieder ums liebe Geld. Deshalb konnte der Norweger auch schon in Mexiko nicht an den Start gehen.</p>
<p>Sébastien Ogier reist als Doppelsieger an die Algarve. Der Franzose konnte sich hier in den letzten beiden Jahren gegen Landsmann Loeb durchsetzen; damals noch im Citroen-Werksteam. 2012 muss er im Skoda zwar kleinere Brötchen backen, aber das gehört alles zum Plan. Diese Saison dient einzig und allein der Vorbereitung für 2013, wenn VW mit dem Polo in die WRC einsteigt. Im Zuge dessen gab es auch einen Wachwechsel an der Spitze. Nach neun Jahren tauschen die Wolfsburger ihren Motorsport-Direktor aus. Kris Nissen muss gehen, dafür übernimmt ab Mai Jost Capito die Rolle des Teamchefs bei VW Motorsport.</p>
<p>Das Hauptquartier der Rally befindet sich in Faro, einem der südlichsten Orte Portugals. Von hier aus werden die 22 Wertungsprüfungen in Angriff genommen. Überdurchschnittlich lange 435 km sind zu meistern. Dazu wurde der Donnerstag zu einer vollwertigen Etappe aufgewertet. Statt normalerweise drei gibt es also vier Tage Rally-Action. Den Anfang macht eine kurze Zuschauerprüfung in Lissabon. Am späten Donnerstagabend werden dann drei Nachtprüfungen gefahren. Genau jene bereiten den Fahrern schon seit Tagen Kopfzerbrechen. Die große Sorge ist, dass der aufgewirbelte Staub in der Luft stehen bleibt und für null Sicht bei den nachfolgenden Fahrzeugen sorgt.</p>
<div id="attachment_4066" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/04/wrc-rally-portugal-2012/wrc-portugal-2012-ford/" rel="attachment wp-att-4066"><img class="size-medium wp-image-4066" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/04/WRC-Portugal-2012-Ford-300x150.jpg" alt="WRC Portugal 2012" width="300" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Ford muss endlich die Kurve kriegen, wenn sie Citroen dieses Jahr noch schlagen wollen. (© Ford (1))</p></div>
<p>Da Latvala die Qualifikation gewinnt darf er sich als Erstes für eine Startposition für die drei Nachtprüfungen entscheiden. Während in Schweden und Mexiko die Top-Teams jeweils auf die spätest-möglichen Plätze gesetzt hatten gibt es in Portugal das erste Mal komplett unterschiedliche Strategien.</p>
<p>Latvala vor dem Rennen: &#8220;Es ist schwer zu sagen, für welche Startposition wir uns entscheiden werden. Als Erster hast du freie Sicht, dafür triffst du auf Unmengen von losem Schotter. Vielleicht sollten wir das Risiko eingehen und uns für einen späten Startplatz entscheiden. Dann wären die losen Steine schon abgeräumt.&#8221; (<a href="http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2012/03/Ford_In_Portugal_soll_es_mit_dem_Sieg_klappen_12032302.html" target="_blank">Motorsport Total</a>)</p>
<p>Das tun die Ford-Piloten dann auch tatsächlich. Latvala entscheidet sich für Startplatz 17, Solberg startet direkt vor ihm. Das Citroen-Team entscheidet sich hingegen für die komplett entgegengesetzte, weil etwas weniger risikobehaftete Variante. Loeb und Hirvonen spielen freiwillig die Straßenfeger und starten von eins und zwei. Die vier Werksautos nehmen somit das gesamte WRC-Feld in die Zange. Diese Konstellation hat es bisher noch nicht gegeben.</p>
<p>Alles läuft nun darauf hinaus, was schlimmer ist: Straße fegen oder Staub schlucken? Latvala begründet seine Entscheidung für den späten Startplatz folgendermaßen: &#8220;Der Veranstalter hat versprochen, dass es kein Staubproblem geben wird.&#8221; Ok, eine weniger naive Antwort schiebt er dann noch nach: &#8220;Wenn wir immer nur auf Sicherheit spielen, wird es schwierig, Citroen einzuholen.&#8221; (<a href="http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2012/03/Portugal_Hirvonen_startet_als_Erster_12032803.html" target="_blank">Motorsport Total</a>)</p>
<h2>Etappe 1 (29. März)</h2>
<p>Die erste Bestzeit geht an Petter Solberg. Er gewinnt die 3,27 km lange Zuschauerprüfung in Lissabon mit knappem Vorsprung vor Loeb. Nach diesem Appetizer geht’s auf die interessanten Stages. Die drei Nachtprüfungen mit insgesamt rund 35 km stehen auf dem Plan. Eines vorweg, um den Staub müssen sich die Piloten keine Sorgen machen. Soll heißen, die beiden Werks-Ford haben auf die richtige Strategie gesetzt. Sie gewinnen die zweite Prüfung daher auch recht deutlich. Solberg fährt auf den insgesamt zehn Kilometern sechs Sekunden Vorsprung auf den drittplatzierten Loeb heraus.</p>
<p>Dann passiert etwas, was man nicht glauben würde, hätte man es nicht mit den eigenen Augen gesehen. Loeb leistet sich einen kapitalen Fahrfehler. Citroens Speerspitze überschlägt sich auf der Santa-Clara-Prüfung (WP3). Normalerweise geht der Franzose die ersten Wertungsprüfungen immer äußerst vorsichtig an. Diesmal aber missversteht er die Ansage seines Beifahrers und biegt in einer Rechtskurve nach links ab. Das endet natürlich im Straßengraben. Das Auto kommt ein paar Rollen später zum Stehen. Der Überrollkäfig erfüllt seine Aufgabe und beschützt seine Insassen, wird beim Aufprall aber leicht beschädigt. Das bedeutet für Loeb und Co-Pilot Elena <em>Game Over</em>, denn aus Sicherheitsgründen wird ihnen die Weiterfahrt untersagt. Des einen Leid ist des anderen Freud. Für Loebs Gegner ist dies die einmalige Gelegenheit in der WM Boden gut zu machen auf den 8-fachen Champion.</p>
<div id="attachment_4068" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/04/wrc-rally-portugal-2012/wrc-portugal-2012-ford-dust/" rel="attachment wp-att-4068"><img class="size-medium wp-image-4068 " src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/04/WRC-Portugal-2012-Ford-Dust-300x150.jpg" alt="WRC Portugal 2012" width="300" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Der Staub ist vor der Rally das beherrschende Thema. (© Ford (1))</p></div>
<p>Auch Lokalmatador Araujo macht Bekanntschaft mit den heimischen Straßengräben. Er verbringt mit seinem Werks-MINI fast fünf Minuten in einem davon, kommt im Gegensatz zu Loeb aber wieder frei und ins Ziel. Da Teamkollege Nobre seinen Countryman schon auf der Qualifikation verschrottet hatte und die Rally nicht mal starten konnte, ist das natürlich ein harter Schlag für das Team Portugal. Auch einer der Prodrive-MINIs wird von Problemen geplagt. Die Elektronik spinnt und führt dazu, dass bei Dani Sordo mehrmals die Scheinwerfer ausfallen. Mitten in der Nacht, auf unbeleuchteten Straßen natürlich äußerst unvorteilhaft und unglaublich gefährlich. Der Spanier muss das Auto wenig später abstellen.</p>
<p>Leichter Regen, der ab WP3 einsetzt und in WP4 richtig stark wird wirft alle vorher angestellten Überlegungen bzgl. des Staubs über den Haufen. Sowohl in der Luft, als auch am Boden wird der Staub ganz gut gebunden. Damit gibt es also weder große Probleme für die Hinterherfahrende (Staubfahne) noch für die Ersten (Straßenfeger). Der Este Ott Tänak ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er staubt die Bestzeit auf WP4 im wahrsten Sinne des Wortes ab. Als Letzter unter trockenen Bedingungen kann er die schnellste Zeit in die Bahn fräsen. Am Ende der ersten Etappe ist er Vierter hinter den drei verbliebenen Werkspiloten Latvala, Solberg und Hirvonen.</p>
<h2>Etappe 2 (30. März)</h2>
<p>Das Wetter macht da weiter, wo es am Vorabend aufgehört hat. So gerät der Freitagmorgen zur reinsten Schlammpackung für die Autos. Durch den Regen sind die Straßen komplett matschig und rutschig. Die besten Bedingungen hat unter diesen Umständen tatsächlich der als erstes Startende. Der Glückliche ist in diesem Fall Sordo. Aufgrund der guten Startposition gewinnt der Spanier diese und auch die folgenden zwei Wertungsprüfungen. Nützen tut es ihm aber nicht allzu viel. Nach seinem Ausfall am Donnerstag liegt er weit abgeschlagen auf Platz 43. Die Aufholjagd bringt ihn zwar auf Platz 15 zurück, der Rückstand auf die Spitze beträgt aber immer noch fast neun Minuten.</p>
<p>Bei den tückischen Bedingungen hat jeder Fahrer so seine Probleme. Sowohl Neuville als auch Ogier fallen aus. Petter Solberg kommt mit einem Aha-Erlebnis davon. Danach nimmt er sofort das Tempo raus. Tänak versucht sich währenddessen als Landschaftsgärtner. Er kommt weit vom Kurs ab, holzt durch die Fauna, rumpelt über mehrere Steine und bleibt dann in der portugiesischen Pampa stecken.</p>
<p>Jari-Matti Latvala, berühmt-berüchtigt für seine heftigen Crashs, hält in Portugal die Reparaturkosten gering. Er trifft (in den TV-Bildern kaum sichtbar) mit dem linken Vorderrad einen großen Stein. Dabei knickt ihm das Rad ab und das Auto dreht sich ohne weitere Einschläge elegant von der Straße und strandet schräg an einem Abhang. Für den Finnen ist das natürlich harter Tobak. Drei Ausfälle in vier Rallys lassen sich nicht wirklich rechtfertigen. Der Nummer-1-Status im Team gerät damit heftig ins Wanken. Was man dem Finnen zugutehalten muss: er sucht die Fehler bei sich, nicht bei den anderen. In Mexiko und hier in Portugal haben ihn jeweils Steine auf der Innenseite der Kurve das Genick gebrochen. Als Konsequenz daraus hat er sich auf seine Liste der guten Vorsätze gesetzt, in Zukunft weniger zu cutten.</p>
<p>Plötzlich stehen die &#8220;Wasserträger&#8221; von Ford und Citroen ganz oben im Tableau. Nach der ersten Prüfung des Tages führt Solberg mit einem ordentlichen 25-Sekunden-Vorsprung vor Mikko Hirvonen. Mads Østberg ist schon fast eine Minute zurück.</p>
<div id="attachment_4071" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/04/wrc-rally-portugal-2012/wrc-portugal-2012-citroen-fog/" rel="attachment wp-att-4071"><img class="size-medium wp-image-4071" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/04/WRC-Portugal-2012-Citroen-Fog-300x199.jpg" alt="WRC Portugal 2012" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Nach staubig und matschig kommt neblig. (© Citroen (2))</p></div>
<p>Nach staubig und matschig kommt neblig. Auf WP6 herrschen katastrophale Verhältnisse. An den schlimmsten Stellen beträgt die Sicht gerade mal 10 bis 20 m.</p>
<p>Und das Drama für Ford geht weiter. Auch Petter haut seinen Fiesta raus &#8211; der Super-GAU für das britische Team. Nach nicht einmal zwei Prüfungen ist die sicher geglaubte Doppelführung pfutsch. Ford Technikdirekto Loriaux: &#8220;We had it on a silver tray and we have put the tray in the bin and then buried the bin.&#8221; &#8211; &#8220;Wir hatten es auf dem Silbertablett, aber wir haben das Tablett in den Mülleimer geworfen und dann den Mülleimer vergraben.&#8221;</p>
<p>So bleibt vom Spitzenquartett nur noch Mikko Hirvonen übrig, der am Ende von WP7 die Führung übernimmt. Seine direkte Konkurrenz hat sich innerhalb von weniger als 90 km komplett selbst eliminiert. Novikov und Østberg rücken auf Zwei und Drei auf.</p>
<p>Für die Ausgefallenen gibt es zumindest <em>eine</em> gute Nachricht. Die Nachmittagsschleife (WP8-WP10) wird wegen den schlechten Streckenverhältnissen aus Sicherheitsgründen komplett gestrichen. Besonders die beiden Ford-Speerspitzen Latvala und Solberg können ein wenig aufatmen. Sie können a) am nächsten Tag wieder starten und bekommen b) nicht die obligatorischen 3 x 5 Strafminuten für die drei ausgelassenen Prüfungen aufgebrummt.</p>
<h2>Etappe 3 (31. März)</h2>
<p>Hirvonen sind die Gegner ausgegangen. Er kann sich nur noch selbst ein Bein stellen. Die Privatfahrer haben keine echte Chance, es sei denn, das Wetter spielt nochmal verrückt. Aber das hat sich fürs erste wieder beruhigt.</p>
<p>Alle haben über den Regen gestöhnt, ironischerweise wünschen ihn sich jetzt mehrere Fahrer zurück. Østberg: &#8220;Um Mikko herauszufordern, müsste es mehr regnen. Wenn es rutschiger wäre, dann müsste er langsamer fahren. Das wäre meine Chance. Hoffentlich ist es am Nachmittag nasser.&#8221; Novikov: &#8220;Der Plan war es anzugreifen, aber nur wenn es nass ist. Es war aber trocken. Ich kenne die Strecken auch nicht gut. Wenn es nass ist, geht es mehr um das Fahren und weniger um den Aufschrieb. Im Trockenen kenne ich aber die Strecken nicht gut genug.&#8221; (<a href="http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2012/03/SS11-13_Hirvonen_kontrolliert_die_Rallye_Portugal_12033102.html" target="_blank">motorsport-total</a>)</p>
<p>Petter Solberg ist nicht klein zu kriegen. Während es Latvala jetzt langsam angehen lässt gibt &#8220;Mr. Hollywood&#8221; Vollgas. Das neu gesteckte Ziel lautet vierter Platz. Das entspricht 4,5 Minuten bzw. neun Plätzen, die es aufzuholen gilt. Eine Mammutaufgabe, aber Motivationsprobleme kennt der Norweger nicht. Er pflügt mit mehreren Bestzeiten durchs Feld und kommt auf WP15 tatsächlich an Nasser Al-Attiyah, dem letzten auf seiner Liste vorbei. Das zeigt zum einen eindrucksvoll seine Fähigkeiten, aber auch das starke Leistungsgefälle zwischen Werks- und Privatteams. Andererseits aber auch, was Petter in den letzten drei Jahren im eigenen Privatteam geleistet hat. Er wurde 2011 bester Nicht-Werksfahrer und konnte mehrere Podiumsplatzierungen einsacken.</p>
<div id="attachment_4069" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/04/wrc-rally-portugal-2012/wrc-portugal-2012-citroen-water/" rel="attachment wp-att-4069"><img class="size-medium wp-image-4069" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/04/WRC-Portugal-2012-Citroen-Water-300x199.jpg" alt="WRC Portugal 2012" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">WRC Portugal 2012 (© Citroen (2))</p></div>
<p>Der Nachmittag bleibt trocken. Das sind gute Nachrichten, denn langsam werden die Reifen knapp. In den feuchten Bedingungen müssen nämlich die Weichen Walzen drauf. Von denen gibt&#8217;s pro Auto aber nur 10 Stück fürs ganze Wochenende. Im Gegensatz dazu haben die Fahrer von den Harten 40 Stück, welche unter nassen Bedingungen aber fast keinen Grip bieten. Das Reifen-Kontingent muss man sich also gut einteilen. Zur Not muss man mit einer Mischbereifung fahren, z.B. vorne soft und hinten hart oder mit einem verrückten Diagonalsetup, wie es in <a title="WRC Rally Schweden 2012" href="http://rwd-cars.de/blog/2012/03/wrc-rally-schweden-2012/">Schweden</a> vorexerziert wurde.</p>
<p>Die Reifen sind in diesem Moment aber Jari-Mattis geringstes Problem. Auf WP14 bleibt er mit seinem WRC-Fiesta wegen Benzindruckproblemen auf der Prüfung stehen. Er kann diese provisorisch lösen, das kostet ihn aber über zwölf Minuten. Gute Laune hat der Finne schon lange nicht mehr. Im Ziel gibt&#8217;s von ihm kein Interview.</p>
<p>Dani Sordo hatte hingegen einen guten Start in den Tag. Er schnappt sich die Bestzeit auf WP11 und später auch auf WP16. Der neue MINI läuft richtig gut. Nur auf WP14 wird der Spanier gezwungen einen Nothalt einzulegen. Es gibt irgendwelche Probleme mit dem Auspuff. Die Abgase strömen nämlich ins Cockpit. Als Notmaßnahme reißt Sordo sowohl die Heckschürze als auch das Beifahrerfenster raus. Teamkollege Sandell im zweiten Prodrive-MINI bleibt mit Aufhängungsbruch liegen. Er hat sich auf ein Duell mit einem Baum eingelassen. Der Baum hat gewonnen.</p>
<p>Und auch Petter Solberg wird nochmal stressgetestet. Das obligatorische Interview am Ende von WP16 nimmt fast stenografische Züge an. Dem Norweger ist die Servolenkung ausgefallen und er musste auf der gesamten, 22 km langen Stage ohne Lenkunterstützung fahren. Völlig platt gibt er ein paar Worte ins Mikrofon und leert im Anschluss erst mal mit einem langen Zug eine komplette Wasserflasche.</p>
<p>Mikko Hirvonen hält sich weiterhin schadfrei und bleibt komfortabel in Führung. Novikov und Østberg dahinter haben die Plätze getauscht. Mit einer halben Minute Vorsprung wird das Duell wohl zugunsten von Østberg ausgehen.</p>
<h2>Etappe 4 (1. April)</h2>
<p>Mads hat, wie am Vortag weiterhin mit Motorproblemen zu kämpfen, kann sich aber vor Novikov halten. Der Russe wiederum hat Probleme mit dem Gaspedal. Das fällt ihm ab und zu durch &#8211; nach einer defekten Bremse das wohl Unangenehmste, was einem Rennfahrer passieren kann.</p>
<div id="attachment_4070" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/2012/04/wrc-rally-portugal-2012/wrc-portugal-2012-citroen-sun/" rel="attachment wp-att-4070"><img class="size-medium wp-image-4070" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/04/WRC-Portugal-2012-Citroen-Sun-300x199.jpg" alt="WRC Portugal 2012" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Thierry Neuville beim Versuch 300 Wildpferde zu bändigen. (© Citroen (2))</p></div>
<p>Solberg holt sich nach dem unfreiwilligen Fitnesstraining Platz 4 von Al-Attiyah zurück. Durch Novikovs Probleme ist der Norweger bis auf eine halbe Minute an einen Podestrang herangekommen. Vorbei kommt er realistischer weise aber nur noch, wenn der Russe auf der PowerStage ausfällt.</p>
<p>Der Regen kommt am Nachmittag nochmal kurz wieder, aber die Dramen halten sich in Grenzen (zumindest für die Verhältnisse dieses Wochenendes). Sowohl Sandell als auch Neuville rutschen von der Strecke und mehrere Fahrer haben die falschen Reifen drauf und müssen mitten auf der Stage wechseln.</p>
<p>Als wenn die Rally nicht schon genug Wasser gesehen hätte gibt&#8217;s fürs Finale nochmal einen kräftigen Regenguss. Mikko Hirvonen lässt sich davon aber nicht mehr beeindrucken. Er macht den Sack zu und holt sich in Portugal seinen ersten Sieg im und für Citroen &#8211; seinen 15. insgesamt.</p>
<p>Die Bonuspunkte auf der PowerStage holen sich Tänak (1 Pkt.), Latvala (2 Pkt.) und Sordo (3 Pkt.). Solberg wollte zwar unbedingt noch die drei Bonuspunkte haben, aber die schlechten Bedingungen auf der Strecke haben dies nicht zugelassen. Mit dem vierten Platz betreibt der Norweger aber trotzdem noch halbwegs Schadensbegrenzung. Was man von Latvala nicht behaupten kann. Die zwei Bonuspunkte der PowerStage sind das einzige, was der Finne mit zum nächsten Lauf in Argentinien nimmt. Wenn man streng sein will muss man sagen, dass es die beiden Ford-Werksfahrer komplett verbockt haben. Loeb macht vielleicht einmal im Jahr einen großen Fehler. Da müssen beide Autos aufs Podium. Ohne Ausreden. Keine Diskussion.</p>
<p>Mikko Hirvonen übernimmt damit die Führung in der Gesamtwertung. <strong>Aber halt!</strong> Das Drama folgt in der Nachspielzeit. Der Renngott hat noch eine letzte Karte im Ärmel. Nachdem Loeb, Latvala und Solberg ihre Siegchancen selber weggeworfen haben trifft es den vierten im Bunde ganz unschuldig. Nach absolut fehlerfreier Fahrt wird Hirvonen disqualifiziert, weil an seinem Citroen Unregelmäßigkeiten festgestellt werden. Sowohl die Kupplung als auch der Turbolader sollen nicht den Regeln entsprechen. In der Kupplung wurden nicht homologierte Teile gefunden und das Turbinenrad war bei der Vermessung minimal größer als erlaubt. Citroen-Sportchef Yves Matton entschuldigt sich bei Hirvonen und Co-Pilot Lehtinen, findet das Urteil aber zu hart, da es in beiden Fällen seiner Meinung nach überhaupt keine Vorteile gegeben hätte. Auf <a href="http://www.motorsport-total.com/rallye/news/kommentare/read.html?i=292675&amp;addurl=" target="_blank">Motosport Total</a> bringt es ein Besucher aber ganz treffend auf den Punkt: &#8220;Ob das nen Performancevorteil bringt oder nicht ist völlig egal, Regelverstoß ist Regelverstoß. Sonst könnte ja jeder einbauen was er will und hinterher auf die Tränendrüse drücken.&#8221; Citroen wollte zunächst Protest einlegen, entscheidet sich dann aber doch dagegen &#8211; offiziell aus Kostengründen.</p>
<p>Das komplette Feld rückt damit einen Platz auf. Petter Solberg erklimmt zum dritten Mal 2012 das Treppchen, Novikov wird Zweiter, Østberg gewinnt seine erste Rally und Loeb bleibt in der Gesamtwertung Erster. Der Franzose könnte wahrscheinlich jede vierte Rally auslassen und trotzdem noch Weltmeister werden.</p>
<h2>Ergebnisse</h2>
<ol>
<li><strong>Mads Østberg (Ford)</strong></li>
<li>Evgeny Novikov (Ford) +1:33.2</li>
<li>Petter Solberg (Ford) +1:55.6</li>
<li>Nasser Al-Attiyah (Citroen) +6:05.8</li>
<li>Martin Prokop (Ford) +6:09.2</li>
<li>Dennis Kuipers (Ford) +6:47.3</li>
<li>Sébastien Ogier (Skoda) +7:09.0</li>
<li>Thierry Neuville (Citroen) +8:37.9</li>
<li>Jari Ketomaa (Ford) +9:52.8</li>
<li>Peter van Merksteijn jr (Citroen) +10:11.0</li>
</ol>
<h2>WM-Stand</h2>
<ol>
<li><strong>Loeb (66 Punkte)</strong></li>
<li>P. Solberg (62)</li>
<li>Østberg (53)</li>
<li>Hirvonen (50)</li>
<li>Novikov (39)</li>
<li>Latvala (28)</li>
<li>Sordo (21)</li>
<li>Al-Attiyah (20)</li>
<li>Tänak (15)</li>
<li>Prokop (14)</li>
</ol>
<h2>Links</h2>
<ol>
<li><a href="../2012/03/wrc-rally-mexiko-2012-staubtrocken-aber-kein-bisschen-langweilig/www.wrcford.com/" target="_blank">www.wrcford.com/</a></li>
<li><a href="http://www.citroen-wrc.com/en/2012/pictures/wrc-photos/2610/rallye-de-portugal-2/" target="_blank">www.citroen-wrc.com/en/2012/pictures/wrc-photos/2610/rallye-de-portugal-2/</a></li>
</ol>
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		</item>
		<item>
		<title>WRC Rally Mexiko 2012 &#8211; Staubtrocken, aber kein bisschen langweilig</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 13:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Gerike</dc:creator>
				<category><![CDATA[Motorsport]]></category>
		<category><![CDATA[Rally WM (WRC)]]></category>
		<category><![CDATA[Citroen]]></category>
		<category><![CDATA[Ford]]></category>
		<category><![CDATA[Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Rally]]></category>
		<category><![CDATA[Schotter]]></category>
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		<description><![CDATA[Mexiko stellt den Auftakt zu sechs Schotter-Rallys in Folge dar. Erst im August bei der Deutschland-Rally bekommen die Autos wieder Asphalt unter die Räder. Bis dahin heißt es Staub schlucken. Die Strecken in Mexiko bestehen zum Teil aus sehr engen und staubigen Straßen, die teilweise von komplett ungesicherten Abgründen links und rechts des Weges flankiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3885" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-3885   " title="WRC Mexiko 2012" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Mexiko-2012.jpg" alt="WRC Mexiko 2012" width="550" height="223" /><p class="wp-caption-text">Rally Mexiko - Eine staubige Angelegenheit (© Citroen (1))</p></div>
<p>Mexiko stellt den Auftakt zu sechs Schotter-Rallys in Folge dar. Erst im August bei der Deutschland-Rally bekommen die Autos wieder Asphalt unter die Räder. Bis dahin heißt es Staub schlucken. Die Strecken in Mexiko bestehen zum Teil aus sehr engen und staubigen Straßen, die teilweise von komplett ungesicherten Abgründen links und rechts des Weges flankiert werden. Zudem gibt&#8217;s viele Hügel und Sprungkuppen, die den WRC-Autos das Fliegen beibringen.</p>
<p>Das Hauptquartier haben die Teams in León aufgeschlagen, von wo aus die 24 Wertungsprüfungen in Angriff genommen werden. 400 gewertete Kilometer, verteilt auf drei Tage stehen auf dem Programm. 31 Teams stellen sich der Herausforderung.</p>
<p>Den Autos wird in Mexiko viel zugemutet. Zum einen sind die Schotterpisten mechanisch stark belastend für das Material. Zum anderen ist da noch die &#8220;Höhenluft&#8221;. León liegt in knapp zwei Kilometern Höhe, die höchste Wertungsprüfung sogar auf 2700 m. Die Motoren haben dort wegen des geringeren Sauerstoffgehalts in der Luft naturgemäß weniger Leistung. Obwohl Turbomotoren von diesem Problem nicht ganz so stark betroffen sind verlieren die WRC-Boliden trotzdem bis zu 20% an Leistung. Bei den S2000-Autos ohne Turbolader sieht die Sache noch dramatischer aus. Sébastien Ogier über seinen Skoda Fabia S2000: &#8220;Ich glaube, wir holen weniger als 200 PS heraus. Ich kann nicht einmal die Reifen durchdrehen lassen.&#8221; (<a href="http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2012/03/SS6-7_Loeb_fuehrt_Latvala_holt_auf_12030907.html" target="_blank">motorsport-total</a>).<span id="more-3831"></span></p>
<div id="attachment_3899" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Mexiko-2012-Streets.png" rel="lightbox[3831]"><img class="size-medium wp-image-3899 " title="WRC Mexiko 2012" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Mexiko-2012-Streets-300x173.png" alt="WRC Mexiko 2012" width="300" height="173" /></a><p class="wp-caption-text">Enge, staubige Straßen und tiefe Schluchten</p></div>
<p>Nachdem sich der Veranstalter bei der Monte-Carlo-Rally (sehr zum Leidwesen von Jari-Matti Latvala) gegen die <em>Rally-2-Regel</em> entschieden hatte ist sie bei der Mexiko-Rally wieder im Einsatz. D.h. ausgefallene Fahrzeugen dürfen am Folgetag (mit Zeitstrafe) wieder am Rennen teilnehmen und sind auch punkteberechtigt, sollten sie es wieder bis in die Top 10 schaffen.</p>
<p>Für Sébastien Loeb ist die Marschroute klar. Nach fünf Mexiko-Siegen in Folge will er 2012 das halbe Dutzend voll machen. Zumal die Schweden-Scharte ausgewetzt werden muss, wo er ja nur Sechster geworden ist. Der 8-malige Weltmeister wird für seine Konkurrenten mal wieder die härteste zu knackende Nuss sein.</p>
<p>Evgeny Novikov reist ebenfalls mit hohen Ambitionen an. Nach zwei fünften Plätzen in Monte-Carlo und Schweden schielt der Russe jetzt selbstbewusst Richtung Treppchen.</p>
<p>Und ein alter Bekannter kommt zurück. Chris Atkinson, der einst in den Diensten von Subaru stand und damals Team-Kollege von Petter Solberg war ist nach drei Jahren wieder zurück im WRC-Zirkus (wenn auch nur für diesen einen Lauf). Statt einen Impreza hat er diesmal einen Fiesta unter dem Hintern und startet im Team von Ken Block. Block selbst bestreitet in Mexiko einer seiner drei geplanten WM-Läufe.</p>
<h2>Etappe 1 (8. + 9. März)</h2>
<p>Als Schnellster der Qualifikation darf sich Petter Solberg seine Startposition für die erste Etappe aussuchen. Er entscheidet sich, wie alle Toppiloten für die spätest mögliche Position. So müssen die langsamen Autos die Piste kehren und die Schnellen können Bestzeiten fahren.</p>
<p>Neben der Quali gewinnt Solberg auch gleich noch die erste Wertungsprüfung, die am Donnerstag abend im dunklen gefahren wird. Kein Zweifel, Solberg will das Event gewinnen. Jetzt, da er endlich wieder Werksmaterial zur Verfügung hat und das neue Auto nach zwei Läufe kennengelernt hat ist er heiß auf den ersten Sieg nach sieben Jahren Durststrecke.</p>
<p>Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Auf WP2 kommt er einen Hauch vom Weg ab, rumpelt über einen Randstein und schlitzt sich dabei den linken Hinterreifen auf. Später dreht er sich auch noch, beim Versuch, mit dem Platten eine Kurve zu cutten. Die Charlie-Brown-Medaille verdient er sich spätestens, als er nach dem Montieren des Ersatzrades wieder ins Auto steigen will. Der Norweger hält plötzlich den ganzen Griff in der Hand, die Tür bleibt aber zu.</p>
<div id="attachment_3902" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Mexiko-2012-Solberg-Door-Handle.png" rel="lightbox[3831]"><img class="size-medium wp-image-3902 " title="WRC Mexiko 2012" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Mexiko-2012-Solberg-Door-Handle-300x173.png" alt="WRC Mexiko 2012" width="300" height="173" /></a><p class="wp-caption-text">Einfach nur skurril</p></div>
<p>Die Mexiko-Rally fordert schon früh seinen nächsten Tribut. Bei Latvala kollabiert auf WP5 die linke Vorderradaufhängung nach Kontakt mit einem großen Stein. Er fällt auf Platz acht zurück, noch hinter Teamkollege Solberg. So früh im Rennen geht es für beide Werks-Ford-Piloten jetzt schon nur noch um Schadensbegrenzung. Realistisch erreichbar sind bestenfalls noch die Plätze drei und vier.</p>
<p>Die beiden Werks-Citroen nehmen das Geschenk dankend an und machen es sich auf Platz eins und zwei gemütlich. Aber Latvala hat noch nicht aufgegeben. Am Nachmittag gast er richtig an und knöpft den Citroen 13 Sekunden ab. Obwohl Hirvonen mit viel Vorsprung auf Platz 2 liegt, bereitet ihm Latvalas Vorstellung ein wenig Kopfzerbrechen. Im Interview zeigt er sich überrascht vom Speed seines Landsmanns. Er kennt natürlich die Vor- und Nachteile des Ford wie kein anderer. Bisher war Mexiko immer schwierig für die Blauen. Dank extrem guter Vorbereitung sind sie den Citroen heuer aber ebenbürtig.</p>
<p>Die Aufholjagd der beiden Ford-Jungs zeigt erste Ergebnisse. Latvala und Solberg ziehen am Nachmittag erst an Novikov vorbei, dann an Tänak. Neuville macht mit seinem Ausfall in WP6 unfreiwillig Platz. Somit steht nur noch Østberg auf der Liste.</p>
<p>Ken Block macht derweil das, was er am besten kann. Gleich auf dem allerersten Kilometer crasht er im Tunnel der Zuschauerprüfung und beschädigt seinen Fiesta. Der Wagen kann für WP2 wieder flott gemacht werden, nur um in WP3 noch einmal stark anzuecken.</p>
<p>Am Abend kühlt es sich etwas ab. Nein, nicht die Action, sondern das Wetter. Auf den kurzen Zuschauerprüfungen fängt es nämlich an zu regnen. Die Kombination Schotterreifen plus nasser Asphalt stellt einige Fahrer vor große Herausforderungen. U.a. Novikov und Hirvonen sieht man auf den Fernsehbildern stark rudern.</p>
<h2>Etappe 2 (10. März)</h2>
<p>Nach einer kurzen Nacht geht es für die Ersten morgens schon wieder kurz vor sieben auf die Bahn. Der Tag startet mit einem spektakulären Sprung über einen künstlich aufgeschütteten Hügel. Spätestens hier wird wachgerüttelt, wer noch müde ist.</p>
<p>Auf dem Programm stehen am Vormittag vier sehr lange Prüfungen &#8211; zunächst Ibarrilla mit 30 km und dann die 42 km Otates-Prüfung. Beide werden jeweils zweimal gefahren. Am Nachmittag wird&#8217;s dann etwas entspannter. Da stehen nur noch vier kurze Prüfungen mit zusammen gerade mal 42 km auf dem Plan.</p>
<div id="attachment_3904" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Mexiko-2012-Latvala.jpg" rel="lightbox[3831]"><img class="size-medium wp-image-3904 " title="WRC Mexiko 2012 - Latvala" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Mexiko-2012-Latvala-300x150.jpg" alt="WRC Mexiko 2012 - Latvala" width="300" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Jari-Matti Latvala (© Ford (2))</p></div>
<p>Latvala macht Druck, kommt auch, wie erwartet an Østberg vorbei, aber die Citroens vorne legen eine Schippe nach, sodass der Finne nur wenig vom Rückstand abknabbern kann. Zu allem Überfluss zerrupft es ihm mal wieder einen Reifen, diesmal links vorne (WP15). Er muss die Attacke auf den zweiten Platz abblasen. Die Citroen-Piloten können durchatmen.</p>
<p>Chris Atkinson beendet die 16. Prüfung auf die unangenehme Art. Kurz nach dem Zielstrich versagen die Bremsen und der Australier reißt sich beim unvermeidbaren Unfall das linke Vorderrad ab. Mehr ist glücklicherweise nicht passiert, er kann weitermachen.</p>
<p>Eine WP später wartet wieder eine Sprungkuppe darauf spektakulär überflogen zu werden. Auf der El-Brinco-Prüfung macht Ken Block das, was man von ihm erwartet. Er nimmt die Kuppe flatout und legt einen riesen Satz hin. Er hat zwar ein wenig Mühe den Wagen bei der Landung wieder einzufangen, aber es folgt ausnahmsweise kein Drama. Kein Dreher, kein Einschlag, die Zuschauer sind glücklich. Was will man mehr.</p>
<p>Die ganze Rally über sind eines der größten Probleme die großen Steine auf und neben der Fahrbahn. Mehrere Reifenschäden gehen auf das Konto dieser Brocken. Hirvonen hingegen hat nicht nur mit denen zu kämpfen sondern sieht sich auf der letzten WP auch noch mit Aufhängungsteilen auf der Fahrbahn konfrontiert. Ursprünglicher Besitzer: Evgeny Novikov. Der ist kurz zuvor ausgefallen und hat dabei ein paar seiner Teile verloren. Ken Block rückt damit in die Top 10 auf.</p>
<h2>Etappe 3 (11. März)</h2>
<p>Der dritte Tag beginnt relativ gemütlich mit einer vier Kilometer kurzen SuperSpecial. Mit gemütlich ist es aber schnell vorbei. Denn direkt im Anschluss folgt die längste Prüfung der gesamten Rally. Es gilt die 54 km lange Guanajuatito-Stage zu überstehen. Novikov, der unter Rallye-2-Regel wieder mit von der Partie ist bekommt als erstes die Härte dieser Prüfung zu spüren. Zunächst kommt er nur etwas von der Fahrbahn ab. Bei der Rückkehr auf die Linie fällt ihm aber die Dachluke raus und er uns sein Co-Pilot werden während der Fahrt komplett eingestaubt. Die verschärften Bedingungen haben den Russen wohl zu sehr abgelenkt, was in einem massiven Unfall mit mehreren Überschlägen mündet.</p>
<p>Auch Ken Block geht mal wieder auf Tuchfühlung mit der mexikanischen Natur. Er driftet parallel gegen einen Felsen und bockt dabei seinen Fiesta seitlich kurz auf. Østberg, bisher tapfer bester Nicht-Werksfahrer hinter den vier Citroen und Ford bekommt ebenfalls sein Fett weg. Dem Norweger platzt hinten rechts der Reifen. Die Rally Mexiko verschont wirklich niemanden.</p>
<div id="attachment_3896" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Mexiko-2012-Latvala-Crash.png" rel="lightbox[3831]"><img class="size-medium wp-image-3896 " title="WRC Mexiko 2012 - Latvala Crash" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Mexiko-2012-Latvala-Crash-300x173.png" alt="WRC Mexiko 2012 - Latvala Crash" width="300" height="173" /></a><p class="wp-caption-text">Kaltverformung á la Jari-Matti Latvala</p></div>
<p>Nach einmal Hop in Monte-Carlo und einmal Top in Schweden hat Latvala mal wieder einen seiner Momente. Bei der Analyse der Onboard-Aufnahmen sieht es zunächst so aus, als wenn der Finne zu schnell in eine der Kurvenkombination hineinkommt. In Wahrheit hat er aber zu stark abgebremst, bekommt leichtes Untersteuern und erwischt deshalb den Scheitelpunkt der Kurve nicht mehr. Er rutscht in eine Böschung und rollt seinen Fiesta mehrere Male um die eigene Achse. Er landet zwar wieder auf allen Vieren, mit dem massiv ondulierten Auto geht&#8217;s aber nur noch humpelnd ins Ziel. Grund für den &#8220;Aussetzer&#8221; war nach eigenen Angaben Panik. Panik vor Novikovs Auto, welches er in der Ferne auf dem Dach liegen sehen hat. Da beim Unfall der Überrollbügel leicht beschädigt wurde wird ihm die Weiterfahrt untersagt. Nach Monte-Carlo also wieder eine Nullnummer für den Finnen. Selbstreflektierend gibt er zu Protokoll: &#8220;I really need to get stronger and get away from these problems. I can&#8217;t be like the old Jari-Matti I used to be.&#8221;</p>
<p>Teamkollege Solberg muss also wieder die Kohlen aus dem Feuer holen. Nach den Problemen auf der ersten Etappe ist der dritte Gesamtrang das Beste, was rauszuholen war. Außerdem holt er sich als Schnellster der PowerStage noch drei Bonuspunkte. Damit nimmt er genauso viele Punkte mit wie Mikko Hirvonen, der auf Platz 2 die Pace von Loeb nicht mitgehen konnte. Der Franzose heimst sich souverän seinen sechsten Sieg in Folge in Mexiko ein und baut seine Führung in der WM aus.</p>
<p>Wüstenprofi Nasser Al-Attiyah fährt ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis ein. Im Gegensatz zur Schweden-Rally, wo er unter ferner liefen ins Ziel kam, fährt er in Mexiko auf bekanntem Terrain auf Platz 6. Außerdem holt er auf WP11 seine erste WRC-Bestzeit.</p>
<p>Auch die Leistung von Sébastien Ogier kann man nicht hoch genug bewerten. Im stark unterlegenen Skoda Fabia S2000 fährt er auf Position acht und lässt damit mehrere WRC-Fahrzeuge hinter sich.</p>
<h2>Ergebnisse</h2>
<ol>
<li><strong>Sébastien Loeb (Citroen) </strong></li>
<li>Mikko Hirvonen (Citroen) +42.4</li>
<li>Petter Solberg (Ford) +2:11.4</li>
<li>Mads Østberg (Ford) +4:51.5</li>
<li>Ott Tänak (Ford) +5:02.6</li>
<li>Nasser Al-Attiyah (Citroen) +6:41.4</li>
<li>Armindo Araujo (MINI) +12:46.9</li>
<li>Sébastien Ogier (Skoda) +14:57.8</li>
<li>Ken Block (Ford) +22:26.8</li>
<li>Ricardo Trivino (Ford) +23:30.7</li>
</ol>
<h2>WM-Stand</h2>
<ol>
<li><strong>Loeb (66 Punkte)</strong></li>
<li>Hirvonen (50)</li>
<li>P. Solberg (47)</li>
<li>Østberg (28)</li>
<li>Latvala (26)</li>
<li>Novikov (21)</li>
<li>Sordo (18)</li>
<li>Tänak (14)</li>
<li>Delecour (8)</li>
<li>Al-Attiyah (8)</li>
</ol>
<h2>Links</h2>
<ol>
<li><a href="www.citroen-wrc.com/en/2012/pictures/wrc-photos/2478/rally-mexico/" target="_blank">www.citroen-wrc.com/en/2012/pictures/wrc-photos/2478/rally-mexico/</a></li>
<li><a href="www.wrcford.com/" target="_blank">www.wrcford.com/</a></li>
<li><a href="http://www.flickr.com/photos/bestofrallylive/sets/72157629176319702/" target="_blank">Flickr: Mexiko Rally-Fotos</a></li>
</ol>
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		<title>WRC Rally Schweden 2012</title>
		<link>http://rwd-cars.de/blog/2012/03/wrc-rally-schweden-2012/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 09:19:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Gerike</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rally WM (WRC)]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Schweden-Rally hat eine sehr lange Tradition. Sie wird seit 1950 ausgetragen und gehört seit 1973 offiziell zur Rally-Weltmeisterschaft. Wer hier gewinnen will muss Skandinavier sein. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern ist einfach eine Frage der Statistik. Bisher konnte nur ein einziger Mann die Phalanx der Nordmänner durchstoßen. Das war anno 2004. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3963" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Schweden-2012-Ford.jpg" rel="lightbox[3829]"><img class="size-full wp-image-3963" title="WRC Schweden 2012 - Ford" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Schweden-2012-Ford.jpg" alt="WRC Schweden 2012 - Ford" width="550" height="275" /></a><p class="wp-caption-text">Rally Schweden 2012 (© Ford (1))</p></div>
<p>Die Schweden-Rally hat eine sehr lange Tradition. Sie wird seit 1950 ausgetragen und gehört seit 1973 offiziell zur Rally-Weltmeisterschaft. Wer hier gewinnen will muss Skandinavier sein. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern ist einfach eine Frage der Statistik. Bisher konnte nur ein einziger Mann die Phalanx der Nordmänner durchstoßen. Das war anno 2004. Da gewann Ausnahmetalent Sébastien Loeb auf einem Citroen Xsara. Ansonsten stehen nur Finnen und Schweden in den Geschichtsbüchern &#8211; interessanterweise mit Petter Solberg auch nur ein einziger Norweger.</p>
<p>Ford war hier bei den letzten fünf Veranstaltungen siegreich. Zweimal ging die Trophäe an Marcus Grönholm, zweimal an Mikko Hirvonen und einmal an Jari-Matti Latvala. Letzterer muss auch 2012 als Favorit angesehen werden, obwohl die Konkurrenz stärker geworden ist. Durch Hirvonens Wechsel von Ford zu Citroen hat es natürlich auch einen Know-How-Transfer zum französischen Team hin gegeben. Das sollte vor allem Loeb zu Gute kommen, der sich beim Finnen ein paar Setup-Tricks abschauen kann und damit in der Lage sein sollte, aus eigener Kraft in Schweden siegfähig zu sein.</p>
<div id="attachment_3961" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Schweden-2012-Spikes.jpg" rel="lightbox[3829]"><img class="size-medium wp-image-3961" title="WRC Schweden 2012" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Schweden-2012-Spikes-200x300.jpg" alt="Ohne Spikes läuft in Schweden nichts" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne Spikes läuft in Schweden nichts. 380 Stück an jedem Rad. (© Citroen (2))</p></div>
<p>Nasser Al-Attiyah musste den Saisonauftakt in Monte-Carlo auslassen, ist ab der Schweden-Rally aber fest bei allen verbleibenden Läufen dabei. Er fährt einen privat eingesetzten Citroen DS3 im Qatar World Rally Team. Auch Mads Østberg steigt erst hier in Schweden in die WRC ein. Sein Arbeitsgerät ist ein Ford Fiesta vom Team Adapta, sein Team-Kollege ist Landsmann Eyvind Brynildsen. 2011 war Østberg der Überraschungsmann der Rally Schweden. Auch diesmal möchte der Norweger wieder ein Ausrufezeichen setzen. Eine Platzierung jenseits des Podests wäre eine Enttäuschung für den 24-jährigen.</p>
<p>Die Finnen haben ihren eigenen WM-Lauf. Die Schweden haben ihren eigenen WM-Lauf. Nur die Norweger haben keinen. Damit die nicht komplett leer ausgehen, führt fast die gesamte erste Etappe über norwegischen Boden. Das Hauptquartier der Rally liegt im schwedischen Karlstad, nur runf 125 km von der norwegischen Grenze entfernt. (Nur am Rande: so etwas Ähnliches könnte auch hierzulande passieren. Im Gespräch ist, die Rally Deutschland und die Rally Frankreich zusammenzulegen.)<span id="more-3829"></span></p>
<p>Über den Winter gab es ein paar Regeländerungen. Eine davon betrifft den Shakedown. Während dieser bisher immer ein Trainingslauf war und hauptsächlich für letzte Tests und Checks genutzt wurde, ist er in diesem Jahr aufgewertet worden und dient nun auch als Qualifikation. Hintergrund ist das sogenannte <em>Straßenfeger-Problem</em>. Das Reglement sieht vor, dass der WM-Führende am ersten Tag einer Rally jeweils als erstes auf die Strecke gehen muss. Da liegt im Normalfall aber noch viel loser Schotter auf der Straße, der naturgemäß nur wenig Grip liefert. Mit jeder Überfahrt blasen die WRC-Autos viel von dem losen Gestein von der Linie und irgendwann kommt dann der harte Untergrund zum Vorschein, der wesentlich schnellere Zeiten zulässt. Die Zeitunterschiede, die dabei entstehen können sind zum Teil enorm. Eine Minute auf 100 km waren in der Vergangenheit keine Seltenheit (siehe dazu auch der Artikel <a title="WRC Rally Jordanien – Wer hat Angst vorm ersten Platz?" href="http://rwd-cars.de/blog/2010/04/wrc-rally-jordanien-wer-hat-angst-vorm-ersten-platz/">&#8220;Wer hat Angst vorm ersten Platz&#8221;</a> von 2010.) Auf Schnee besteht das Problem in ähnlicher Form, weshalb hier in Schweden ebenfalls die Schotter-Regel greift. Bei Asphalt-Rallys gibt es keine Qualifikation. Dort wird nach dem alten System gefahren.</p>
<p>Wieder zurück zum Geschehen. Latvala ist der Glückliche, der sich die erste &#8220;Pole Position&#8221; der WRC-Geschichte sichern kann. Während Loeb in den Trainingsläufen immer schneller war, bekommt es Jari-Matti im entscheidenden Durchgang besser zusammen. Der Finne darf nun als erstes seine Startposition für die erste Etappe wählen. Er entscheidet sich für Startplatz 17. Seine direkte Konkurrenz versammelt sich mit den Startplätzen 15 bis 20 um ihn herum.</p>
<h2>Etappe 1 (9. &#8211; 10. Februar)</h2>
<p>MINI gelingt ein guter Start in die Rally. Speerspitze Dani Sordo holt sich am Donnerstagabend auf der 1,9 km langen Zuschauerprüfung <em>Karlstad 1</em> die erste Bestzeit. Kollege Sandell fährt die achtbeste Zeit. Auch wenn dies keine wirkliche Aussagekraft hat und nichts ist worauf man irgendeine Prognose auf den Rallyausgang bauen könnte so ist dies doch ein wichtiges und motivierendes Ergebnis für das Prodrive-Team &#8211; gerade im Hinblick auf die finanziellen und politischen Probleme im Zusammenhang mit MINI bzw. BMW. (Mehr zu dem Thema in Kürze in einem separaten Artikel.)</p>
<p>Wirklich interessant wird&#8217;s am nächsten Morgen. Der frische Schnee fordert schnell seine ersten Opfer (weswegen sich die Toppiloten ja für die späten Startpositionen entschieden hatten). Der Este Ott Tänak findet nicht allzu viel Grip vor und kommt mit seinem Fiesta von der Strecke ab und gräbt sich in eine Schneebank ein. Paulo Nobre (MINI) strandet mit technischen Problemen.</p>
<p>Petter Solberg kommt der Abstecher nach Norwegen &#8211; in seine Heimat &#8211; natürlich entgegen. Er hat einen echten Heimvorteil, denn eine der Prüfungen führt direkt an seinem Hof vorbei. Er kennt die Strecken auf der ersten Etappe also in und auswendig. Das setzt er auch konsequent in super Zeiten um. Dank der besseren (weil etwas späteren) Startposition können sich Latvala, Hirvonen und Loeb aber knapp vor ihn schieben.</p>
<p>Auf der vierten Prüfung ist Petter etwas überambitioniert. Er verzettelt sich in einer Kurve etwas und braucht ein paar Sekunden, um wieder zurück auf die Strecke zu kommen. So wechselt am Vormittag ein ums andere Mal die Führung. Vor dem Mittags-Service ist es dann Hirvonen, der die Nase knapp vor Latvala hat. Entschieden ist aber noch nichts.</p>
<div id="attachment_3959" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Schweden-2012-Schneetarn.png" rel="lightbox[3829]"><img class="size-medium wp-image-3959" title="WRC Schweden 2012" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Schweden-2012-Schneetarn-300x165.png" alt="WRC Schweden 2012" width="300" height="165" /></a><p class="wp-caption-text">In diesem Bild versteckt sich ein WRC-Auto.</p></div>
<p>MINI-Pilot Richard Göransson kommt <em>einmal</em> mit einem Fehler davon. Er schaufelt sich nur etwas viel Schnee in die Kühler. Beim zweiten Mal ist dann aber Feierabend, da steckt er nämlich in einer Schneebank fest. Sordo, im Nicht-mehr-Werks-MINI ereilt fast das gleiche Schicksal. In einer Rechts-Kurve auf WP7 ist er zu schnell, rutscht in die &#8220;Auslaufzone&#8221;, kommt aber mit genügend Anlauf in bester Hollywood-Manier über (oder besser <em>durch</em>) einen kleinen Schneewall wieder zurück auf die Strecke (siehe Foto links). Tänak macht an der Stelle den gleichen Fehler, kommt aber nicht so weit von der Linie ab und ist schnell wieder auf Kurs. Sébastien Loeb wird das dritte Opfer dieser Kurve. Der achtfache Champion kommt so ungünstig an, dass er im Schneewall hängen bleibt und nur mit Hilfe der umstehenden Fans wieder befreit werden kann. Er fällt auf Platz 11 zurück.</p>
<p>Und es geht munter weiter. Jari Ketomaa versenkt seinen Ford Fiesta am Nachmittag im Tiefschnee und Sordo erwischt es nur wenig später. Einen Fehler gewährt der Rally-Gott den Teilnehmern, aber keinen Zweiten. Der MINI des Spaniers frisst auf WP8 zuviel Schnee und überhitzt in Folge dessen. Für die nachfolgenden Fahrer bietet sich ein Bild, wie aus Mad Max. Links und rechts säumen ausgeschiedene Fahrzeuge die Straße.</p>
<p>Mikko Hirvonen kommt auf der zehnten, der letzten WP des Tages mit einer Mine ins Ziel, als wenn die Welt untergehen würde. Seine Reifen waren völlig am Ende und das hat man auf den TV-Bildern auch gesehen. Der Finne kam zum Teil mit Driftwinkeln um die Ecken, die einem den Glauben an die Physik verlieren ließen. 15 Sekunden verliert er auf der Prüfung und gibt seine Führung damit wieder an Latvala ab.</p>
<h2>Etappe 2 (11. Februar)</h2>
<p>Nachdem knapp die Hälfte der Rally absolviert ist, ist absehbar, dass es Hirvonen und Latvala unter sich ausmachen werden. Weder Østberg noch Solberg können die Pace der beiden Finnen mitgehen und Loeb leistet sich weitere Fehler, die ihn immer wieder zurückwerfen. Spätestens ab der Wertungsprüfung 17 ist für den Mann aus dem Elsass mehr Frust denn Lust angesagt. Diesmal ist es ein Reifenschaden, der ihm die Tour vermasselt.</p>
<p>Ein kleines Highlight hält der zweite Tag noch bereit. Colin&#8217;s Crest auf der Vargasen-Prüfung (WP11 + WP15) steht auf dem Programm. Dabei handelt es sich um eine Sprungkuppe, die nach der berühmten, 2007 verstorbenen Rally-Legende Colin McRae benannt ist und jedes Jahr den mutigsten Fahrer sucht. 2011 setzte Ken Block die absolute Bestmarke mit einer Weite von 37 Metern. Dieses Jahr fliegt Tänak mit 32 Metern am weitersten. Eine Schneebank verschluckt den Esten später (in WP12) aber wieder einmal, nur um dann auf WP13 eine Bestzeit zu setzen.</p>
<div id="attachment_4016" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/04/WRC-Schweden-2012-Colins-Crest.jpg" rel="lightbox[3829]"><img class="size-medium wp-image-4016" title="WRC Schweden 2012 - Colin's Crest" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/04/WRC-Schweden-2012-Colins-Crest-300x150.jpg" alt="WRC Schweden 2012 - Colin's Crest" width="300" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Am Colin&#39;s Crest gilt das Motto "Schneller, höher, weiter" (© Ford (1))</p></div>
<p>Danach wird es taktisch. Auf WP16 setzt der Reifen- bzw. Spike-Poker ein, denn für die nächsten drei Wertungsprüfungen gilt es, sich die Reifen gut einzuteilen. Dazu herrschen verschiedene Meinungen im Feld. Hirvonen und Østberg verfolgen eine reifenschonende Taktik. Latvala und Solberg kündigen an, voll anzugreifen, weil sie glauben, dass die Reifen durchhalten werden. Letztlich fahren doch alle Zeiten, die recht nah beieinander liegen. Hirvonen ist schneller gefahren, als er wollte und Latvala nimmt irgendwann zum Reifenschonen doch Tempo raus. Beide sind insgesamt trotzdem zu aggressiv unterwegs gewesen. Denn auf der vereisten Zuschauerprüfung WP18 haben sie mit starkem Haftungsverlust zu kämpfen. Die Spikes sind zu weit runter- bzw. abgefahren. Beide kommen erst jenseits der Top 10 ins Ziel. In der Summe hat Latvala seine Gummis über die drei Prüfungen am besten eingeteilt. Er kann seinen Vorsprung auf Hirvonen etwas ausbauen. Mads Østberg glaubte sich ebenfalls auf einer sehr guten Strategie, hat dann aber auf WP17 mit Gremlins (elektrische Probleme) im Auto zu kämpfen und kann seinen Vorteil nicht ausspielen.</p>
<p>Vor dem Wochenende hat Latvala im Interview noch angegeben: &#8220;[...] Dabei nutzen wir noch größere Driftwinkel als auf Schotter, gelenkt wird vornehmlich mit dem Gaspedal.&#8221; (<a href="http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2012/02/Schweden_Ford_will_Siegesserie_ausbauen_12020301.html" target="_blank">motorsport-total</a>) Petter Solberg nimmt das etwas zu wörtlich. Auf der zweiten Vargasen-Durchfahrt legt der Norweger einen absoluten Monster-Drift hin. In einer schnellen rechts stellt er seinen Fiesta (unfreiwillig) um 90° an. Der Blick nach vorne aus der Windschutzscheibe liefert nichts weiter als zugeschneite Bäume, nur noch Wald. Trotzdem schafft es Petter irgendwie wieder mit der Schnauze nach vorne aus der Kurve herauszukommen. Respekt!</p>
<h2>Etappe 3 (12. Februar)</h2>
<p>Latvala ist mit seinem 23-Sekunden-Polster leicht im Vorteil als es auf die letzten 85 Kilometer geht. Hirvonen versucht am Sonntag-Morgen mit Setup-Änderungen noch ein Quäntchen mehr Speed aus seinem Citroen DS3 herauszukitzeln. Der Schuss geht aber nach hinten los. Die Anpassungen machen das Auto langsamer und Hirvonen muss sich geschlagen geben. Er beschränkt sich jetzt aufs absichern des zweiten Platzes.</p>
<p>Solberg hat seit dem Vortag ein handfestes Duell um die dritte Position an der Backe, welches aber leider durch Pech vorzeitig entschieden wird. Auf WP22 fängt sich Solberg nach &#8220;Steinschlag&#8221; einen Plattfuß vorne rechts ein. Auch an der Spitze bahnt sich ein Drama an. Latvala erleidet nämlich dasselbe Schicksal. Er rumpelt über denselben Stein und schlitzt sich ebenfalls das rechte Vorderrad auf. Sein Vorsprung schmilzt auf nur noch acht Sekunden. Um Hirvonen gar nicht erst auf falsche Gedanken zu bringen gibt er auf der nächsten Prüfung nochmal alles. Er ist 4,5 Sekunden schneller und zieht Hirvonen damit den Zahn. Da nur noch die knapp 5 km kurze PowerStage folgt hat Latvalas ehemaliger Teamkollege keine realistische Chance mehr zu gewinnen.</p>
<div id="attachment_3965" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Schweden-2012-Loeb.jpg" rel="lightbox[3829]"><img class="size-medium wp-image-3965" title="WRC Schweden 2012 - Loeb" src="http://rwd-cars.de/blog/wp-content/2012/03/WRC-Schweden-2012-Loeb-300x199.jpg" alt="WRC Schweden 2012 - Loeb" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Für Loeb läuft&#39;s nicht rund in Schweden. Nur Sechster. (© Citroen (2))</p></div>
<p>Tänaks Ups und Downs enden mit einem weiteren Down. Er muss seinen WRC-Fiesta kurz vor Schluss wegen Motorproblemen abstellen. Novikov hingegen schließt die Rally wieder mit einem guten Ergebnis ab. Wie in Monte-Carlo springt für ihn der fünfte Platz heraus. Loeb kommt einen Platz hinter ihm ins Ziel. Da er nichts mehr zu verlieren hat geht er auf der PowerStage volles Risiko. Er gewinnt diese und holt sich damit noch drei Bonuspunkte &#8211; Schadensbegrenzung.</p>
<p>Ford schafft es also, die Siegesserie in Schweden aufrecht zu erhalten. Nach Hirvonen kann nun auch Latvala in Schweden zwei Siege vorweisen. Der Finne freut sich riesig über diesen Erfolg und Solberg, der auf Platz vier einläuft gratuliert: &#8220;I&#8217;m very proud of you.&#8221;</p>
<p>Es bleibt festzuhalten: das berühmte Zitat &#8220;If you wanna win, get a Fin!&#8221; hat nach wie vor seine Gültigkeit in der Rally-WM.</p>
<h2>Ergebnisse</h2>
<ol>
<li><strong>Jari-Matti Latvala (Ford)</strong><br />
<strong></strong></li>
<li>Mikko Hirvonen (Citroen) +16.6</li>
<li>Mads Østberg (Ford) +38.8</li>
<li>Petter Solberg (Ford) +1:14.3</li>
<li>Evgeny Novikov (Ford) +2:41.4</li>
<li>Sébastien Loeb (Citroen) +2:55.1</li>
<li>Henning Solberg (Ford) +3:49.5</li>
<li>Patrik Sandell (MINI) +5:08.9</li>
<li>Martin Prokop (Ford) +5:30.0</li>
<li>Eyvind Brynildsen (Ford) +6:27.2</li>
</ol>
<h2>WM-Stand</h2>
<ol>
<li><strong>Loeb (39 Punkte)</strong></li>
<li>Hirvonen (32)</li>
<li>P. Solberg (29)</li>
<li>Latvala (26)</li>
<li>Novikov (21)</li>
<li>Sordo (18)</li>
<li>Østberg (15)</li>
<li>Delecour (8)</li>
<li>H. Solberg (6)</li>
<li>Campana (6)</li>
</ol>
<h2>Links</h2>
<ol>
<li>www.wrcford.com/</li>
<li>www.citroen-wrc.com/en/2012/pictures/wrc-photos/2360/rally-sweden/</li>
</ol>
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