WRC Rally Deutschland: Ent-Spannung rund um Trier
Freitag, 27. August 2010Wir Deutschen lieben ja Statistiken, deshalb geht’s heute ausnahmsweise mal mit ein paar Zahlen los. In der Rally-Weltmeisterschaft führt derzeit der Franzose Sébastien Loeb. Seine erste volle WRC-Saison bestritt er 2002 in einem Citroen Xsara. Seitdem nahm er an 133 WRC-Läufen teil, von denen er 58 gewinnen konnte. Das ist eine beeindruckende Siegquote von 43,6%. Innerhalb seiner acht WRC-Saisons konnte er sechsmal die Fahrermeisterschaft für sich entscheiden. Das entspricht noch beeindruckenderen 75%. Nur 2002 und 2003 überließ er der Konkurrenz den Vortritt. Zum Vergleich: Michael Schumacher holte sich in 15 (vollen) Formel-1-Saisons “nur” sieben Meistertitel (46,7%). Seine Siegquote lag (bis zu seinem Comeback) bei 36,6 Prozent (bei 249 Starts). Selbst Valentino Rossi kann bei den Titeln nicht mithalten. 9 von 14 bedeuten für ihn 64,3%. Nur bei den Siegen kann sich Il Dottore mit 44,6% knapp vor Loeb behaupten.
Genauso, wie Loeb selbst, gehört auch die Deutschland-Rally erst seit 2002 fest zur Rally-WM. Sie wurde bisher siebenmal als WRC-Lauf ausgetragen und genauso oft wurde sie von Sébastien Loeb auch gewonnen. Schon allein dieser Rekord ist faszinierend und erschreckend zugleich. Und jetzt die Quizfrage. Wer hat die Rally Deutschland wohl dieses Jahr gewonnen? Eines ist sicher, beim Buchmacher gab’s für eine Wette auf Loeb keinen Blumentopf zu gewinnen.
Das vor zwei Jahren in der Rally-WM eingeführte Rotationsprinzip verdammte die Rally Deutschland 2009 zum Zusehen. Loebs Rekord war also bis zu diesem Wochenende unantastbar. Eine Aufhebung dieses jährlichen Wechselspielchens wird zwar für 2011 diskutiert, ob es die Rally dann trotzdem wieder in den Kalender schaffen würde, steht aber in den Sternen. Noch hat die Veranstaltung, die international tatsächlich unter dem Namen “ADAC Rally Deutschland” und nicht etwa “ADAC Rally Germany” läuft nicht den Status einer Monte-, Wales- oder Finnland-Rally. Einen Verbleib im Kalender hätte sie aber verdient. Die Asphaltstrecken rund um Trier und das Moselgebiet kommen bei Zuschauern und Fahrern gleichermaßen gut an. Der Ritt durch die Weinberge ist zudem einmalig in der Welt. Ebenso die Streckenwahl. Die Wertungsprüfungen am ersten Tag führen durch enge, schnelle und winklige Gassen, durch eben jene Weinberge. Danach geht es auf den Truppenübungsplatz Baumholder mit der inzwischen weltbekannten Panzerplatte-Prüfung. Und am dritten Tag ändert die Rally nochmal den Charakter. Da wird es technisch anspruchsvoll und zum Finale geht’s durch den Stadtkern von Trier bei der Circus Maximus Prüfung. (weiterlesen …)






