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WRC Rally Argentinien 2012 – Eine Marathon-Aufgabe

Montag, 27. August 2012
WRC Argentinien - Solberg

Mission: Weltmeisterschaft - Solbergs letzter WM-Titel liegt schon neun Jahre zurück

In Monte Carlo hat man das neue Reglement in eine Richtung schon ausgereizt. Die Eröffnungs-Rally der WRC-Saison 2012 war auf fünf Tage festgesetzt – dem Maximum, was die FIA erlaubt. Neben der Dauer ist die Länge der zweite begrenzende Faktor. Die Regeln schreiben vor, dass ein WRC-Lauf aus 300 bis 500 gewerteten Kilometern zu bestehen hat. Auch dieses Limit wurde nun zum ersten Mal ausgereizt. Der offizielle Routenplan der Rally Argentinien weist knapp 503 km aus – verteilt auf 3 Tage und 19 Wertungsprüfungen. Dabei sticht die 14. Prüfung heraus. Hier ist Kondition gefragt, denn mit 65 km ist sie nicht nur die längste WP der Rally, sondern sogar der ganzen Saison.

Von den Top-Teams haben fast alle den teuren Trip nach Südamerika gebucht. Nur die Prodrive-MINIs fehlen in Argentinien. Nach Querelen mit BMW besitzt das Team von David Richards seit ein paar Monaten keinen Werksstatus mehr und bekommt auch kein Geld mehr von den Bayern. Sparen ist bei den Briten also angesagt. Die Werks-MINI (Team Portugal) hingegen sind in Argentinien am Start. Das führt zur absurden Situation, dass der absolute Nummer-1-Fahrer im MINI-Kader, Dani Sordo ohne Cockpit dasteht. Oder doch nicht?

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WRC Rally Argentinien 2011: 10 kleine Rallyfahrer

Freitag, 24. Juni 2011

Maximum Attack

Maximum Attack

In kaum einer Rennserie ist die Streckenauswahl so vielfältig, wie in der Rally WM. Während die Formel 1 jedes Jahr mit einem neuen Tilke-Retortenkurs beglückt wird, sind die Strecken in der WRC wirklich einzigartig. Sei es nun die besondere Lage (in Mexiko wird 2700 m über NN gefahren und die Italien-Rally findet auf der Insel Sardinien statt), der Streckenbelag (Schnee und Eis in Schweden, Wüstensand in Jordanien, gröbster Schotter in Griechenland) oder berühmt-berüchtigte Streckenabschnitte, wie die Panzerplatte in Baumholder (Deutschland) oder die Ouninpohja-Prüfung in Finnland.

In Argentinien ist es ebenfalls die Beschaffenheit des Untergrunds, welche die Rally einzigartig macht. Offiziell handelt es sich zwar um eine Schotterveranstaltung, aber gut ein Fünftel der Wertungsprüfungen findet auf Asphalt statt. Und zwar unter erschwerten Bedingungen. Zum einen wechselt der Belag auch mal innerhalb einer Wertungsprüfung, zum anderen darf ausschließlich mit Schotterreifen und Schottersetup gefahren werden. Das gilt auch für die Asphalt-Passagen. Dort sind die Autos dann mangels Grip nur am Rutschen und Driften. Für den Zuschauer ist das sicherlich spektakulär, vom Sicherheitsaspekt her aber eher fragwürdig. Andererseits bekommen die Fahrer so mal eine (minimale) Vorstellung davon, wie es in den 80ern gewesen sein muss, einen 500 PS starken Audi S1 oder Peugeot 205 T16 auf der Straße zu halten. Die Gruppe-B-Monster konnten damals nämlich alles – außer geradeaus fahren. Das Gruppe-B-Feeling kommt auch auf, wenn man sich die Zuschauermassen ansieht. Erinnerungen werden wach an Zeiten, wo ein Walter Röhrl oder Juha Kankkunen die Menschenmaschen auf der Straße teilten, wie Moses das Rote Meer. Aus Sicherheitsgründen ist das heutzutage natürlich undenkbar. Der Begeisterung der Argentinier tut das aber keinen Abbruch. Rund eine Million Fans sollen am Wochenende zu den Wertungsprüfungen gepilgert sein. (weiterlesen …)

Rally Dakar 2011: VW schafft den Hattrick

Sonntag, 16. Januar 2011
VW Race Touareg III

VW Race Touareg III - 2011 unschlagbar

Südamerika stellt sich für Volkswagen als richtig gutes Pflaster heraus. Seit die Dakar-Rally 2009 von der Sahara in die Atacama-Wüste gezogen ist, haben die Wolfsburger die Marathon-Veranstaltung dominiert. Auch in diesem Jahr wieder. Zwar war der Druck von Herausforderer BMW höher denn je, doch nach fast 10.000 Kilometern standen wieder drei Blaue auf dem Podest. Nach Giniel de Villiers 2009 und Carlos Sainz 2010 schafft es diesmal der Katari Nasser Al-Attiyah auf die oberste Stufe des Siegertreppchens.

Etwa die Hälfte der gestarteten Autos war bei Halbzeit noch im Rennen. In Führung lagen Sainz und Al-Attiyah mit unbedeutenden 2:42 min Abstand. Und selbst Stéphane Peterhansel (BMW) hatte mit knapp 15 Minuten Rückstand noch gute Chancen auf den Sieg.

Ein paar der (Mit-)Favoriten verabschiedeten sich schon in der ersten der zwei Dakar-Wochen, oder verspielten zumindest die Chance auf eine gute Platzierung. Robby Gordon blieb mit Lagerschaden auf der Liaison der vierten Etappe liegen. Sein Team-Kollege hatte die Ersatzteile an Bord, übersah den gestrandeten Hummer aber und fuhr am hilfsbedürftigen Team-Leader einfach so vorbei. Auch Plan B schlug fehl. Sein Support-Truck hatte zwar die benötigten Teile, stieß aber erst so spät dazu, dass Robby nicht mehr rechtzeitig die Wertungsprüfung erreichte und in Folge disqualifiziert wurde. Mark Miller (VW) machte sich seine Dakar schon in der zweiten Etappe durch einen Unfall kaputt. Er konnte zwar weiterfahren und die Rally auch beenden, fiel aber deutlich zurück.

Die Dakar hat jedes Jahr Kuriositäten und verrückte Geschichten zu bieten. Dieses Jahr war es Guerlain Chicherit, der für hochgezogene Augenbrauen im Biwak sorgte. Den offiziellen Ruhetag ging der Franzose nicht ganz so ruhig an. Auf einer kurzen Testfahrt, die eigentlich nur dazu diente ein paar Funktionstests durchzuführen, verschrottete er den einzigen Mini im ganzen Starterfeld. Clever geht anders.

Etappe 7 (Arica – Antofagasta)

Nach der eintägigen Verschnaufpause in Arica, im äußersten Norden Chiles geht es wieder zurück in den Süden. Ziel der siebten Etappen ist Antofagasta. Die VW machen diese Etappe unter sich aus: Al-Attiyah vor Sainz vor de Villiers – insgesamt keine drei Minuten voneinander getrennt. Dafür wird das X-raid-Team weiter gebeutelt. Kaum hat man den Verlust des Mini Countryman verdaut, verschrottet prompt auch noch Orlando Terranova seinem BMW X3CC nach mehreren Überschlägen. Stéphane Peterhansel kam ebenfalls nicht ungeschoren davon. Er macht da weiter, wo er vor dem Ruhetag aufgehört hat, nämlich mit mehreren Plattfüßen. Schon nach 15 km ist der erste BF-Goodrich hinüber. Das Ziel erreicht der Franzose nur als Vierter, mit 7:40 min Rückstand. Er kann von Glück reden, dass die Etappe drastisch verkürzt wurde. Wären statt 273 km die ursprünglich angesetzten 631 Wertungskilometer zu fahren gewesen hätte es wohl noch düsterer ausgesehen.

Etappe 8 (Antofagasta – Copiapó)

Langsam beginnt die Heimreise. Der Dakar-Tross lässt den Atlantik hinter sich und fährt wieder hinein ins Zentrum von Chile. Copiapó ist das Ziel, 508 Wertungskilometer stehen auf dem Programm. Auf der bisher schwersten Etappe bleiben viele Fahrzeuge kameradschaftlich beisammen. So auch Sainz und Al-Attiyah. Bis fast ins Ziel fahren beide gemeinsam durch die Dünen. Doch wenige Kilometer vorher kommt Sainz ins Straucheln. Er bleibt zweimal in den Dünen hängen und muss sich freischaufeln. Die Führung ist beim Teufel. Den Platz an der Sonne erbt Nasser Al-Attiyah. Für das Team X-raid hingegen ist spätestens heute der Traum vom Gesamtsieg ausgeträumt. Peterhansel fängt sich weit über eine Stunde Rückstand ein (wieder Reifenschaden, und auch noch Motorenprobleme). Jetzt kann nur noch Platz 3 das Ziel sein. Trotz der angesprochenen Probleme von Sainz liefert VW eine top Teamleistung ab. Alle vier Race Touareg landen auf den ersten vier Plätzen. Und auch im Buggy mit der Nummer 314 kann gefeiert werden. Matthias Kahle und Navigator Thomas Schünemann haben ihren Diesel-Renner als acht-schnellste durch die Wüste dirigiert.

Etappe 9 (Copiapó – Copiapó)

Und weil es so schön ist bleiben die Teilnehmer noch einen weiteren Tag in Copiapó. In einer Schleife rund um die Wüstenstadt werden noch einmal sehr schwierige 235 km zurückgelegt. Sainz und Al-Attiyah liefern sich ein erbittertes Rad-an-Rad Gefecht, dass Team-Chef Kris Nissen schwarz vor Augen geworden sein dürfte. Die Ziellinie überqueren beide mit gerade mal vier Sekunden Abstand. De Villiers und Co-Pilot Dirk von Zitzewitz schauen sich das Spektakel aus der Entfernung an und fahren ihr eigenes Tempo. Am Ende werden sie Dritte vor Stéphane Peterhansel. Der BMW-Pilot hat zur Abwechslung mal keine Reifen- oder Motorenprobleme und fährt unauffällig auf Platz vier ins Ziel. Auch Kahle trumpft wieder mit einem guten Ergebnis auf. Platz 11 in der Etappe festigt seinen zehnten Gesamtrang. Aber van Loon kommt im Racing Lancer immer näher. (weiterlesen …)

Rally Dakar 2011 – VW bei Halbzeit vorn

Samstag, 08. Januar 2011
VW Race Tourage - Dakar 2011

Halbzeit bei der Dakar 2011 - und noch ist alles offen

146 Autos haben sich am 1. Januar aufgemacht, die Wüste zu besiegen. Nur 71 von ihnen haben die ersten sechs Etappen überstanden, sprich, sind noch in Wertung. Und das war erst der Anfang. Nach dem Ruhetag heute folgen noch sieben harte Etappen, bei denen, im wahrsten Sinne des Wortes erneut kräftig ausgesiebt wird.

4600 Kilometer haben die verbliebenen Teilnehmer inzwischen unter den Rädern, knapp die Hälfte davon gezeitet. Von Marathon-Veranstaltung war bisher aber nichts zu spüren. Für die favorisierten Teams von VW und BMW hieß es von Anfang an flatout. Im Schnitt lagen zwischen Etappensieger und Zweitem nur 60 Sekunden. Die knappste Entscheidung gab es gestern, mit gerade mal 9 Sekunden zwischen Carlos Sainz und Nasser Al-Attiyah. Beide liegen auch im Gesamtklassement vorne. Die Abstände nach hinten sind aber noch zu klein, um einen Favoriten festzumachen. Die ersten sieben (allesamt auf VW bzw. BMW unterwegs) liegen innerhalb von 1:37 Stunden und haben damit noch realistische Siegchancen. Zumal die richtig harten Prüfungen erst noch kommen.

Etappe 0 (Buenos Aires – Victoria)

Noch sind alle Teilnehmer im Cruise-Mode. Die Stoppuhren bleiben am Neujahrstag aus. Die 377 km von Buenos Aires nach Victoria sind als reine Verbindungsetappe deklariert und dienen dazu, sich den Fans zu präsentieren und eine gute Show zu bieten. Und wer kann so was besser, als die Amis? Robby Gordon ist auch dieses Jahr wieder mit seinem V8-Dampf-Hummer H3 am Start. Wie im letzten Jahr begann er die Rally mit einem spektakulären Sprung über die Startrampe in Buenos Aires. Und ein paar Donuts in seinem überlangen H3 ließ er sich auch nicht nehmen.

Etappe 1 (Victoria – Cordoba)

Der eigentliche Startschuss für die Dakar 2011 fiel am 2. Januar. Die 222 km stellten die Fahrer noch vor keine allzu großen Herausforderungen. Wie erwartet, belegte die VW- und BMW-Armada fast die kompletten Top-10-Plätze. Nur Robby Gordon (Hummer) und Guilherme Spinelli (Mitsubishi) konnten diese Phalanx aufbrechen (P8 und P9). Titelverteidiger Carlos Sainz (VW) holte sich die erste Bestzeit und machte damit gleich mal klar, dass ihm eine Trophäe nicht reicht und der Gesamtsieg 2011 nur über ihn geht. Stéphane ‘Mr. Dakar’ Peterhansel schob sich mit 1:31 Minuten Rückstand auf Platz 2, gefolgt von Al-Attiyah (VW), Miller (VW), de Villiers (VW), Holowczyc (BMW) und Terranova (BMW). Knapp dahinter ließ Matthias Kahle (BMW-Buggy) mit einem sehr guten 15. Platz aufhorchen. Die McRae-Buggys hingegen mussten etwas kleinere Brötchen backen. Tim Coronel, Zwillingsbruder von Tourenwagen-Ass Tom Coronel war schnellster der insgesamt sieben McRae-Einsitzer und landete auf Platz 36.

Etappe 2 (Cordoba – San Miguel de Tucaman)

Wie am Vortag war das Wetter leicht britisch angehaucht, was dem heckgetriebenen Hummer von Robby Gordon nicht wirklich entgegenkam. Ein Fahrfehler ließ ihn auf einem Felsbrocken stranden. Die langwierige Bergungsaktion kostete ihn den Rückwärtsgang und viel Zeit. Er beendete die Etappe nur als 47ster. Auch der zweite Amerikaner im Feld hatte so seine Probleme. Mark Miller beschädigte bei einem Unfall seinen Race Touareg und fiel auf Platz P43 zurück. Sainz machte dort weiter, wo er am Vortag aufgehört hatte – nämlich mit einem weiteren Etappensieg, diesmal vor Team-Kollege Al-Attiyah.

Etappe 3 (San Miguel de Tucuman – San Salvador de Jujuy)

Das Sprintrennen geht weiter. Nach 500 Wertungskilometern liegen die drei schnellsten nicht mal eine Minute auseinander. Zur Abwechslung holt sich diesmal Nasser Al-Attiyah den Etappensieg – trotz angeblicher Motorenprobleme (die nie aufgelöst werden). Sainz wird zweiter, Peterhansel dritter. Guilherme Spinelli hält sich mit seinem Mitsubishi tapfer in den Top 10 und könnte die Rally als bester Nicht-VW-BMW-Pilot abschließen.

Etappe 4 (San Salvador de Jujuy – Calama)

Die Luft wird dünn. Etappe vier führt die Wüstenreiter über die Anden nach Chile. Die erste richtige Wüstenprüfung meistern die Top-Piloten in gerade mal zwei Stunden. Auf der bisher kürzesten Etappe trennen Sainz, Al-Attiyah und Peterhansel nach 207 km 82 Sekunden. Peterhansel hätte die Führung übernehmen können, hätte er sich nicht einen Reifenschaden eingehandelt. So sammelt Sainz den 125. Etappensieg eines Race Touareg ein und baut seine eigene Führung minimal aus.

Das erste große Drama gabs im Hummer-Lager. Robby Gordon kam nicht mal bis zum Start der Wertungsprüfung. Ein Radlagerschaden auf der Verbindungsetappe beendete seine sechste Dakar-Rally vorzeitig. Über Twitter verbreitete das Team abends zwar noch Hoffnung, später war aber leider Gewissheit: Wertungsausschluss wegen Zeitüberschreitung. Besonders bitter daran: der Wagen hätte rechtzeitig repariert werden können. Das Ersatzteil hatte nämlich Team-Kollege Eliseo Salazar im zweiten Hummer an Bord. Der schaffte es aber irgendwie, den gestrandeten, knallorangenen H3 von Robby beim Überholen zu übersehen. Gordon: “Ich kann nicht verstehen, wie man unser oranges Auto am Straßenrand übersehen kann, vielleicht haben sie geträumt. Aber sie sind einfach weitergefahren. Und sie haben das Ersatzteil an Bord, das ich brauche.” (motorsport-total.com)

Etappe 5 (Calama – Iquique)

Wer die 2010er Ausgabe der Dakar gesehen hat, weiß wieso die fünfte Etappe ein absolutes Highlight ist. Nach knapp 3900 km erreichen die Piloten den Pazifik, haben den Kontinent also einmal von Ost nach West durchquert. Zielort ist die Stadt Iquique. Das Besondere: auf den letzten Kilometern haben die Piloten immer das Meer und die Küste vor Augen. Denn es geht in einem Rutsch eine 2,3 km lange Düne hinab. Top Gear hat 2009 im Chile-Bolivien-Special vorgemacht, wie es geht.

Für dieses tolle Etappenfinale ließ der Veranstalter die Fahrer aber hart arbeiten. Die Wegpunkte waren so versteckt gesetzt, dass gute Navigation auf den 423 km das A und O war.

Etappe 6 (Iquique – Arica)

Der letzte Kraftakt vor dem verdienten Ruhetag. Auf den 456 gewerteten Kilometern hat VW alles gegeben und brachte seine vier Race Touareg auf die ersten vier Plätze. Erstmals konnte VW signifikant Vorsprung gegenüber BMW herausfahren. BMWs Speerspitze Peterhansel verlor den Anschluss durch insgesamt vier Reifenschäden. Im Gesamtklassement beträgt sein Rückstand auf Sainz jetzt gut eine viertel Stunde. Was nicht weiter dramatisch ist, da immer noch aufholbar, aber trotzdem ärgerlich. Das macht die Mission von Mr. Dakar nicht einfacher. Für ihn persönlich geht es um den 10. Titel, für BMW wäre der Gesamtsieg eine Premiere.

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