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WRC Rally Bulgarien – Neue Rally, alter Favorit

Dienstag, 13. Juli 2010
Sébastien Loeb - WRC Bulgarien 2010

Sébastien Loeb - WRC Bulgarien 2010

Sollte nichts ungewöhnliches passieren, dann werden die nächsten Rallys der reinste Albtraum für Sébastien Loebs Gegner. Bis September stehen vier Asphalt-Rallys am Stück an. Vier Rallys, bei denen Loeb noch mehr Favorit ist, als sonst ohnehin schon. Nicht nur, dass der sechsfache Weltmeister auf festem Untergrund besonders schnell ist, auch fällt bei diesem Belag der übliche Nachteil des Straßenkehrens weg. Bei den bisherigen Schotter-Rallys verlor Loeb am jeweils ersten Tag viel Zeit, weil er als erster der WM auch immer als erster auf die Strecke muss. Sein Citroen C4 war da mehr im Räum- denn im Renneinsatz. Die verlorene Zeit musste er sich dann jeweils an den nächsten beiden Tagen wieder (mühsam) zurückholen. Auf Asphalt fällt dieser Nachteil weg und so kam es, wie es kommen musste. Ab der ersten Wertungsprüfung blies Loeb zum Angriff und erstickte die Siegambitionen der Konkurrenz gleich im Keim. Tag 1 endete mit 4 von 4 WP-Siegen und einem Vorsprung von 30 Sekunden.

Eine große Veränderungen gab es im Team von Petter Solberg. Nach 152 gemeinsamen WRC-Starts räumte Co-Pilot Phil Mills mit sofortiger Wirkung den Beifahrerplatz. Der Brite möchte sich mehr um seine Familie kümmern. Das Dream-Team hatte in den letzten 11 Jahren 13 Siege und einen WM-Titel errungen. Der spontane und unerwartete Abschied brachte Solberg in der Sommerpause etwas ins Rotieren. Innerhalb weniger Wochen musste er einen neuen Co-Piloten finden. An Bewerbern mangelte es nicht. Knapp 50 Kandidaten standen auf der Matte. Am Ende fiel die Wahl auf den 41jährigen WRC erfahrenen Chris Patterson, der auch schon Navigator von Nasser Al-Attiyah, Kris Meeke und Alister McRae war.

Für Quereinsteiger Kimi Räikkönen waren die Voraussetzungen in Bulgarien optimal. Er sitzt im anerkannt besten Auto (Citroen C4) und kennt sich als Ex-Formel1-Pilot auf Asphalt natürlich bestens aus. Außerdem nutzte er die sechswöchige Pause, um bei der Rallye Lanterna (Italien) weitere Erfahrung zu sammeln. Auch wenn eine Rally wenig mit einem Formel-1-Rundkurs gemein hat, so konnte Räikkönen wohl doch etwas von seiner Asphalt-Erfahrung profitieren. Die ersten drei WPs in Bulgarien beendete er sehr gut als 5., 5. und 6. Danach war aber leider schon wieder Schluss. Vielleicht hatte der Iceman zu viel Red Bull im Tank, auf jeden Fall endete der bis dahin sehr gute Tag für ihn im Straßengraben. Für seine Mechaniker bedeutete das eine zusätzliche Nachtschicht um den C4 für den nächsten Tag wieder fahrbereit zu bekommen.

Ford muss inzwischen auf ein Wunder hoffen. Für das Team um Malcolm Wilson ist der Zug eigentlich schon abgefahren. Konnten Hirvonen und Latvala am Anfang der Saison noch um die WM mitkämpfen ist jetzt bei Halbzeit die Luft raus. Das Treppchen ist teilweise nicht mehr aus eigener Kraft zu erreichen. Und selbst, wenn Loeb vom Blitz getroffen wird, es sind noch genügend andere Citroen da, die schneller sind als die Ford. Zudem fehlt es dem britischen Team an Konstanz. Zu den beiden Siegen in Schweden und Neuseeland gesellen sich viele mäßige Ergebnisse. In Bulgarien erlebten die blauen (hoffentlich) den Tiefpunkt. Zuerst waren sie zu langsam, dann verpokerten sie sich am Samstag  bei schwierigen Wetterbedingungen auch noch bei der Reifenwahl. Mit harten Reifen auf feuchter Piste war kein Blumentopf zu gewinnen. Am Ende landeten Hirvonen und Latvala auf Platz fünf und sechs, jeweils deutlich über drei Minuten von der Spitze entfernt. Autsch! (weiterlesen…)

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