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Besser als jedes Heavy-Metal Konzert – Das ADAC GT Masters am Lausitzring

Donnerstag, 19. August 2010
ADAC Formel Masters

ADAC Formel Masters

Das Wetter war am vergangenen Wochenende das beherrschende Thema am EuroSpeedway. Bei meinem alljährlichen Kurztrip in die Lausitz wechselten sich Regen und Sonne nach bester Eifel-Art ab. Nach einem schrammeligen Vormittag klarte es pünktlich zum GT Masters-Rennen auf und die Sonne brutzelte mit knapp 30 Grad auf Rennstrecke und Zuschauer herab.

Zunächst stand aber ein kleiner Rundgang durch das Fahrerlager an. Im letzten Jahr kostete der Zutritt hierfür noch 10 Euro, dafür waren die Tribünen kostenlos. Dieses Jahr war es genau anders herum. Das Fahrerlager war kostenlos, die 10 Euro wurde man dafür schon am Eingang los. Mit etwas Naivität könnte man jetzt also argumentieren, dass der Preis im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben ist. ;-)

An der Lamborghini-Box erstaunte, wie bereitwillig und ausdauernd die Fahrer Autogramme gaben oder fürs Familienfoto posierten. Fürst Albert von Thurn und Taxis, zweiter Fahrer auf dem Gallardo nahm sich sogar die Zeit für ein bisschen Smalltalk mit den Fans, obwohl er schon auf dem Sprung zur Startaufstellung war.

Für das Ascari-Team war es ein bitteres Wochenende. Der Exot unter den Sportwagen konnte wegen Motorschadens weder am Rennen am Samstag noch am Sonntag teilnehmen. Diagnose: Lochfraß am BMW-Herzen, dessen acht Kammern normalerweise um die 520 PS durch die Arterien des KZ1R pumpen.

Sehr gut lief es hingegen für das Team von Hans Reiter. Der von Peter Kox und dem Fürsten pilotierte Lamborghini Gallardo kam problemlos über die Distanz. Mehr noch, zum ersten Mal in dieser Saison holte sich das Duo beide Laufsiege. Zwei Rennen vor Ende der Saison ist der Pokal in greifbarer Nähe. Der Vorsprung vor der Audi-R8-Besatzung Mies/Ludwig beträgt jetzt schon 16 Punkte, bei nur noch 40 zu vergebenen Zählern. Im schlimmsten Fall (Mies/Ludwig gewinnen jedes verbleibende Rennen) benötigen Kox und der Fürst noch mindestens 6 Punkte pro Lauf, also jeweils einen dritten Platz um Meister zu werden. Da sie im Schnitt über die Saison  gesehen aber 6,3 Punkte pro Lauf einheimsen konnten, stehen sie statistisch gesehen schon jetzt als Meister fest. ;-)

Lausitzring

Lausitzring Haupttribüne

ADAC Formel Masters

ADAC Formel Masters

ADAC Formel Masters

ADAC Formel Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

ADAC GT Masters

Formel 3 ATS

Formel 3 ATS

Porsche Safety Car

Porsche Safety Car

ADAC Procar - BMW 3er

ADAC Procar - BMW 3er Armada

Den Pokal für den besten Sound würde der Alpina-BMW verdienen. Bei dessen bärigem Gebrumme könnte man schwören, es mit einem fetten Ami-V8 zu tun zu haben. An Bord befindet sich aber “nur” ein 4,4-Liter-V8 mit rund 530 PS. Die US-Ikone Corvette hingegen konnte mit ihren sieben Litern Hubraum soundtechnisch keinen Stich machen. Zu hören waren eigentlich keine der vier Callaway-Vetten. Die zweite Geige spielte der Audi R8 und der Lambo, die vor allem beim Runterschalten akustisch auf sich aufmerksam machten.

Nach dem insgesamt sehr unterhaltsamen GT-Rennen ist der Renngott aber wohl eingeschlafen. Nur die hohe Lautstärke, der im Anschluss gestarteten Formel-3-Renner verhinderte ein Nachmittagsschläfchen, denn Spannung und Rennaction waren Mangelware. Zwar zog sich der Himmel gegen Ende des Rennens bedrohlich zu, den F3-Piloten blieb ein Regenschauer aber erspart. Soviel Glück hatten die kurz darauf gestarteten Piloten der Formel Masters nicht. Ein leichter Schauer vor dem Rennen war einigen Fahrern nicht Warnung genug. Trotz feuchter Strecke gingen sechs von ihnen mit Slicks ins Rennen. Eine fatale Entscheidung. Wenig später schiffte es, wie zu Noahs Zeiten. Selbst bei langsamer Fahrt und mit Regenreifen besohlt, trudelten einige Fahrer von der Strecke oder mussten einen der Notausgänge benutzen. Am Ende konnte sich Patrick Schranner bei dem Sauwetter behaupten und holte sich den Sieg. Zweiter wurde der Österreicher Gerhard Tweraser, dritter Mario Farnbacher.

Steigerung möglich

Das Beste hatten sich die Organisatoren zum Schluss aufgehoben. Die Tourenwagen der Procar-Serie hatten am Nachmittag (analog zur Tourenwagen-WM) zwei kurze Sprintrennen á 20 Minuten zu absolvieren. Wegen des starken Regens musste das erste Rennen verschoben werden. Aus Sicherheitsgründen fand der Start dann auch hinter dem Safety Car statt. So hatten die Fahrer ein paar Runden lang Zeit, zu lernen die Streckenbedingungen richtig einzuschätzen. Auch Lauf 2 konnte nicht planmäßig gestartet werden. Das Wasser war mal wieder Schuld. In Kurve 2 hatte sich inzwischen so viel davon gesammelt, dass dieses erst einmal durch die Feuerwehr abgepumpt werden musste.

Für den Zuschauer war der beste Platz sicherlich ganz oben unter den überdachten Tribünen. Nicht nur zum Schutz gegen den Regen, sondern weil man von dort aus die gesamte Rennstrecke einsehen konnte. Denn bei den beiden Läufen wusste man gar nicht, wo man zuerst hinsehen sollte. Das 27 Mann starke, in drei Divisionen eingeteilte Feld lieferte sich überall auf der Strecke erbitterte Gefechte – entweder mit dem Gegner oder sich selbst. Zahllose Dreher auf der noch nassen Strecke vereitelten die ein oder andere gute Platzierung. Nachdem ein BMW-Fünffachsieg im ersten Lauf durch einen übermütigen Oliver Mayer im Audi A4 vereitelt wurde kam in Lauf zwei diese Chance noch einmal. Nach dem Start befanden sich alle BMWs in den Top7. Drei Kurven später war alles wieder Makulatur. Ein kleiner Dreher und BMW-Pilot Johannes Leidinger fand sich am Ende des Feldes wieder. Wie übermächtig die BMW am Lausitzring aber waren konnte man gegen Ende des Rennens beobachten. Während man als Zuschauer das ganze Rennen über damit beschäftigt war nur nichts zu verpassen und der Kopf nur am Rotieren war, fand man drei Runden vor Schluss Leidinger plötzlich wieder auf Platz sechs vor. Den vor ihm liegenden Peter Rikli im Honda Civic konnte er ebenfalls noch problemlos aufschnupfen und damit den Fünffachsieg für BMW doch noch perfekt machen. Sieger in beiden Läufen war jeweils Tourenwagen-Profi Andrei Romanov, der auch in der WTCC ins Lenkrad eines Engstler-BMWs greift.

Der perfekte Tag wurde dann am Abend noch versüßt von den folgenden drei Schönheiten, die ebenfalls auf dem Rückweg nach Berlin waren. Allerdings kamen diese gerade von der Sportwagen Charity Challenge am Spreewaldring zurück.

Lamborghini Gallardo

Lamborghini Gallardo

Dodge Viper

Dodge Viper

BMW M3

BMW M3

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