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Bathurst 1000 – The Great Race 2011

Samstag, 31. Dezember 2011
Bathurst - Start/Ziel-Linie

Bathurst 1000 - Die Ruhe vor dem Sturm

Die 49. Ausgabe des Bathurst 1000 hatte mal wieder alles, was ein gutes Autorennen ausmacht. Drama schon in der abschließenden Qualifikation (dem Shootout), spektakuläre Duelle im Rennen und ein erbitterter Kampf um den Sieg bis zur letzten Kurve.

58 Piloten, paarweise verteilt auf insgesamt 29 Autos sind dieses Jahr zum 1000-Kilometer-Klassiker in Down Under angetreten – 11 Fahrerduos auf Ford, die anderen 18 auf heimischen, zum GM-Konzern gehörenden Holden. Insgesamt tummeln sich 12 Bathurst-Champions mit zusammen 30 Siegen im Starterfeld: Mark Skaife (6), Craig Lowndes (5), Greg Murphy (4), Jamie Whincup (3), Garth Tander (2), Russell Ingall (2), Rick Kelly (2), Steven Richards (2), Will Davison (1), Jason Bright (1), Todd Kelly (1) und Jason Bargwanna (1).

Bei allen Genannten handelt es sich um Einheimische. Europäer verirren sich nur sehr selten in den Südwesten des fünften Kontinents. Im Gegensatz zur DTM beispielsweise, die sehr international aufgestellt ist, bleiben die Aussies in ihrer Tourenwagenserie meist unter sich. Was nicht heißt, dass Fremde nicht willkommen wären. 2009 beispielsweise durften die beiden Tourenwagen-Asse Andy Priaulx und James Thompson als Gaststarter ins Lenkrad greifen. Ein paar Europäer haben es über die Jahrzehnte sogar geschafft das Bathurst 1000 zu gewinnen. Der Schwede Rickard Rydell gehört ebenso zu diesem elitären Kreis, wie die Rennfahrerlegenden Rauno Aaltonen und Jacky Ickx. Und auch ein Deutscher konnte hier schon die oberste Stufe des Podests erobern. 1985 gewann Armin Hahne zusammen mit John Goss auf Jaguar XJ-S. (weiterlesen …)

DTM oder WTCC – Welche Rennserie bietet den besseren Motorsport?

Freitag, 10. September 2010
DTM vs. WTCC

DTM oder WTCC? Welche Serie bietet den besseren Motorsport?

Die neue DTM hat inzwischen auch schon wieder elf Jahre auf dem Buckel. Nachdem die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft 1996 unter anderem wegen zu hoher Kosten eingestampft wurde kam im Jahr 2000 die Wiederbelebung unter dem Namen Deutsche Tourenwagen Masters. Zur Gründungsmannschaft gehörten damals Opel, Mercedes und Audi. Oberste Maxime für die neue DTM war weiterhin Autos mit spektakulärer Optik und Technik einzusetzen, diese aber zu überschaubaren und stabilen Kosten entwickeln zu können.

Die Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC ist mittlerweile in ihrer sechsten Saison angekommen. Sie startete 2001 als Europäische Tourenwagen Meisterschaft (ETCC) und wurde 2005 vom Automobil-Weltverband FIA zur Weltmeisterschaft “befördert”. Technische Basis bildet das Super 2000 Reglement, welches es erlaubt die Autos günstig zu entwickeln und auch weltweit in den verschiedensten Rennserien einzusetzen. Das offizielle Motto der WTCC ist “Real Cars, Real Racing”.

Der Auslöser, diesen Artikel zu schreiben war das erste Juli-Wochenende. Um beim Thema DTM auf dem Laufenden zu bleiben, hatte ich mir zur Abwechslung mal wieder ein Rennen angesehen. Der Unterhaltungsanspruch wurde definitiv nicht erfüllt. Ganz im Gegensatz zu den beiden Läufen zur Tourenwagen-WM, die am selben Tag stattfanden. Da sich die drei Rennläufe zeitlich nicht überschnitten, war das die ideale Gelegenheit, beide Rennserien einmal möglichst fair und unter gleichen (mentalen) Bedingungen miteinander zu vergleichen. Um ein paar mehr “Messpunkte” zu erhalten habe ich über die letzten zwei Monate auch noch die anschließenden Veranstaltungen beider Rennserien mitgenommen. Am vergangenen Wochenende bot sich dann die gute Gelegenheit, das Thema zum Abschluss zu bringen. Einem Déjà-vu gleich wurde ein langweiliges DTM-Rennen in Brands Hatch eingerahmt von zwei spannenden und knallharten WTCC-Rennen in Oschersleben [3].

Das Drama beginnt

Wie gesagt, war das DTM-Rennen am Norisring Anlass für diesen Artikel. Am geschichtsträchtigen 4. Juli machte die Deutsche Tourenwagen Masters Station in der zweitgrößten Stadt Bayerns, beim ersten von zwei Stadtrennen in diesem Jahr. Die Strecke ist ein Unikum. Obwohl sie eigentlich nur aus zwei Geraden besteht, die durch vier Kurven verbunden werden, ist sie ein richtiger Klassiker und lockt jährlich unglaublich viele Besucher nach Nürnberg. Das liegt vielleicht an der Unberechenbarkeit des Kurses. Dennis Rieger legte im Rahmenrennen beispielsweise seinen VW Scirocco spektakulär aufs Dach, Ralf Schumacher holte seine erste DTM-Pole-Position und David Coulthard fuhr ohne Tür ins Ziel.

Die WTCC gastierte ein paar tausend Kilometer weiter westlich in Portimao (Portugal). Auf dem fahrerisch sehr anspruchsvollen Kurs standen, wie üblich zwei Sprintrennen á 20 Minuten auf dem Programm. Die sowohl für Fahrer als auch Zuschauer spannendste Passage war sicherlich Turn 16. Egal, ob Front- oder Hecktriebler, aufgrund der Anatomie der Kurve kamen fast alle Fahrzeuge im spektakulären Drift über die leicht hängende Kuppe vor Start und Ziel.

Fahrer, Technik und die böse Aerodynamik

Fangen wir mit dem Thema Leistungsdichte an. Da muss man den DTM-Verantwortlichen ein Kompliment aussprechen. Die Serie ist mit Piloten wie Ekström, Paffett, Scheider oder Spengler fahrerisch sehr stark aufgestellt. Dass nur ein Drittel der Fahrer Deutsche sind, spricht für die internationale Anerkennung und Beliebtheit der Serie. Großbritannien, das Home of Motorsport stellt mit sieben Fahrern sogar den absolut größten Teil der Fahrer.

Einige der “großen” Namen fehlen inzwischen leider. Altmeister, wie Bernd Schneider, Tom Kristensen, Klaus Ludwig oder Uwe Alzen sind inzwischen im “Ruhestand” oder in andere Rennserien gewechselt. Die jungen Wilden sind somit mehr oder weniger unter sich, fahren aber trotzdem auf extrem hohem und gleichwertigem Niveau. Eine schlechte Tagesform oder eine nicht perfekt getroffene Fahrzeugabstimmung reichen da oft schon aus, um in der Startaufstellung um 5 oder 10 Plätze zurückzufallen. Das liegt nicht zuletzt auch an der technischen Leistungsdichte. Die Fahrzeuge liegen im Qualifying in der Regel sehr eng beisammen. Am Norisring trennten Ralf Schumacher und Bruno Spengler, die sich die erste Startreihe sicherten zum Beispiel nur 69 tausendstel Sekunden. Dass Schumi II die Nase vorne hatte war die Ausnahme, dass das Feld generell soweit zusammen liegt aber nicht. In den ersten vier Rennen der Saison lagen zwischen Pole und zweitem Startplatz immer nur zwischen 0,016 und 0,076 Sekunden. Die Menschen, die sich das technische Reglement ausgeknobelt haben, haben also ihre Hausaufgaben gemacht. Oder etwa doch nicht?

Die Sache hat leider einen Haken. Im Quali sind die engen Kämpfe um hundertstel und tausendstel Sekunden ja ganz nett, im Rennen rächt sich die Leistungsdichte aber. Positionskämpfe in der DTM sehen leider so aus, wie in der Formel 1. Einer fährt voraus und die anderen fahren wie auf der Perlenschnur gezogen hinterher. Und damit die eigene Aerodynamik weiterhin funktioniert, muss auch noch ein gewisser Sicherheitsabstand zum Vordermann gelassen werden. Überholen ist so auf normale Art kaum möglich. Man kann entweder auf einen Fehler des Vordermanns warten oder man probiert es mit der Brechstange. Das sieht dann vielleicht spektakulär aus, wenn beim Vorbeirempeln das Karbon nur so spritzt, aber mit fairem Tourenwagensport hat das nicht mehr allzu viel zu tun. Wobei man sagen muss, dass die Jungs in der WTCC auch keine Chorknaben sind und auch ganz gerne mal austeilen.

DTM Mercedes - WTCC BMW

DTM Mercedes - WTCC BMW

Woher das Überholproblem kommt, kann man erahnen, wenn man die beiden Rennwagen nebeneinander stellt. Das ganze Geflügel auf den DTM-Fahrzeugen von Audi und Mercedes sorgt für eine hohe Abhängigkeit von der Aerodynamik. Wird diese gestört, z.B. durch dichtes Auffahren, verschlechtert sich die Performance des eigenen Fahrzeuges und das Überholen wird doppelt schwer. So ein DTM-Auto ist übersät mit Flügeln, Flaps und anderen aerodynamischen Hilfsmitteln. Der glatte Unterboden und der monströse Heck-Diffusor gießen nur noch mehr Öl in Feuer. Die WTCC-Autos fahren zwar auch mit glattem Unterboden, aber ohne Diffusor und nur mit einem kleinen, einteiligen Heckspoiler ausgestattet braucht man nicht viel Abtrieb erwarten. Die tief heruntergezogenen Schürzen und die Kriegsbemalung vervollständigen das Karosseriekit.

Den Grund für die vielen aerodynamischen Finessen an einem DTM-Auto sind die Motoren. Klingt komisch, ist aber so. Die V8-Triebwerke haben 4 Liter Hubraum und leisten rund 470 PS. Die Motoren in der WTCC sind dagegen fast putzig. Zwar liegt die relative Leistungsausbeute der S2000-Triebwerke bei ordentlichen 140 PS pro Liter, bei gerade mal zwei Litern Hubraum sind das dann aber in Summe auch nur gerade mal 280 PS. Konkret sind die hohen Geschwindigkeiten das Problem. Während die WTCC-Boliden selten deutlich über 200 km/h fahren, sind diese Geschwindigkeitsbereiche in der DTM an der Tagesordnung. Am Norisring stehen am Ende der Geraden z.B. bis zu 260 km/h auf dem Tacho, in Zandvoort sind es sogar 265.

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Bathurst 1000 – V8-Konzert Down Under

Sonntag, 18. Oktober 2009

Europa hat die 24 Stunden von Le Mans, Amerika die Indy 500, Afrika die Dakar-Rally. Und was haben die Australier? Deren Langstreckenklassiker heißt Bathurst 1000 und ist kein bisschen unspektakulärer als die zuvor genannten Veranstaltungen. Seit 1960 tragen die Ozzies ihr Tourenwagen-Highlight des Jahres am Mount Panorama aus. Lange Highspeed-Geraden, Höhenunterschiede von 174 Metern und abschüssiges Kurvengeschlängel charakterisieren die schwierige Strecke.

Beim diesjährigen Rennen kam eine weitere Schwierigkeit hinzu, die vielen Fahrern mindestens einen “big moment” bescherten – das Wetter. Das nasse erste Renndrittel verlangte von den Piloten einen ganz sensiblen Gasfuß, um ihre 650 PS starken Ford Falcon bzw. Holden Commodore nicht geradewegs in eine der vielen Mauern links und rechts der Strecke zu stopfen. Dieser Herausforderung stellten sich letztes Wochenende nicht nur die Stammpiloten der V8 Supercars-Meisterschaft sondern u.a. auch die aus der WTCC bekannten Tourenwagen-Asse Andy Priaulx und James Thompson. Während Thompson kurz vor Schluss ausschied konnte Priaulx mit Co David Reynolds einen achtbaren 12. Platz herausfahren.

Insgesamt acht Safety-Car-Phasen sorgten dafür, dass das Feld im über sechs Stunden langen Rennen dicht beisammen blieb. Erst in den letzten drei der 161 Runden wurden die vorderen Platzierungen in engen Tür-an-Tür-Duellen ausgefahren (siehe Video unten). Von den 32 angetretenen Teams erreichten 24 das Ziel. Sieger wurde das Duo Garth Tender und Will Davison. Meisterschaftsführender Jamie Whincup kam auf Platz 5 ins Ziel und war einziger Ford-Pilot in den Top10.

Zu den Ergebnissen des Bathurst 1000
Zur V8 Supercars Homepage (weiterlesen …)

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