BMW 3er (E90) seit 2005
Beim Design des neuen 3er ist BMW diesmal kein Risiko eingegangen. Das wichtigste Modell des Konzerns verfolgt zwar auch die neue BMW-Design-Linie, aber bei weitem nicht so extrem wie beim 7er. Ganz im Gegenteil, der neue 3er wirkt sogar äußerst elegant. Um den Fans aber trotzdem Stoff für Diskussionen zu geben gibt es etwas unkonventionelle Rückleuchten, die zur Mitte hin spitz zulaufen.
Da nun der 1er die BMW-Palette nach unten abrundet, fängt die Motorenauswahl im E90 erst bei zwei Litern Hubraum an und endet (den M3 ausgenommen) beim 335i mit 306 PS. Alle Modelle sind serienmäßig mit einem modernen 6-Gang-Getriebe und einer umfangreichen Sicherheitsausstattung (Airbags, ABS, DSC, etc.) ausgerüstet. Der 320d (2-Liter-Diesel) ist mit 38% Anteil (Stand 05/2007) das mit Abstand beliebteste Modell.
Mit dem Coupé, welches im September 2006 an den Start ging, beweist BMW wieder einmal Mut und bricht mit einigen Traditionen. Erstmals wird das Allradsystem xDrive auch im Coupé angeboten (2500 Euro Aufpreis), beim E46 gab es das nur für die Limousinen und bei den Modellen X3 und X5. Eine weitaus spektakulärere Neuerung betrifft die neuen Motoren. Während sich Mercedes und Audi langsam vom Kompressor bzw. Turbo verabschieden und das Erfolgsrezept "hochdrehender Sauger" von BMW kopieren, schlagen die Münchener jetzt genau den entgegengesetzten Weg ein und bieten nach über drei Jahrzehnten - seit dem BMW 2002 - wieder ein Turbo-befeuertes Modell an.
Premiere feierte der neue 3-Liter-Turbo mit 306 PS im 3er Coupé, welches sich optisch in der Front leicht und im Heckbereich deutlich von seinem Limousinen-Bruder unterscheidet - stark ausgeprägte Coupé-Form mit schmalen Audi-ähnlichen Rückleuchten. Die 306 PS deuten schon an, dass dieses Auto nicht zum Brötchen holen gebaut wurde, sondern am liebsten Rennstrecken-Asphalt massiert. Im sport auto-Supertest rückt der 335i dem bisherigen Platzhirsch, dem M3 E46 kräftig auf die Pelle. Auf den 20,6 km der Nordschleife verliert er gerade mal 4 Sekunden, auf dem Hockenheimring gar nur 0,2 Sekunden. Kostenpunkt: ab 43.200 Euro. Den kompletten Supertest kann man auf der BMW-Hompage kostenlos als PDF herunterladen (siehe hier).
Beim M6-Cabrio hat man sich noch dagegen gesträubt, beim 3er Cabrio ist das Stahl-Klappdach jetzt Serie. Viele Jahre nach Mercedes SLK & Co. und nachdem auch Mazda seinem Veteranen MX-5 ein hartes Verdeck spendiert hat, schwenkt BMW auch auf diesen Kurs ein. Mit 22 Sekunden zum Öffnen bzw. Schließen liegt man gleich auf mit der Konkurrenz. Anders beim Preis, dort ist man Spitze mit 40.000 Euro für die Grundversion - ohne ein einziges Extra... Autsch!
Nein, da hat kein Scherzkeks ein V10-Emblem an den 3er geklebt. Der H50 von Hartge wird tatsächlich von einem 10-Ender angetrieben, nämlich von dem 507-PS starken Prachtexemplar aus dem M5 bzw. M6. Aber ein Tuner wäre ja kein Tuner, wenn er nicht noch ein paar zusätzliche PS herauskitzeln würde. 43 sind es geworden, macht insgesamt also 550 PS! Mit etwa 1,5 Tonnen Leergewicht macht er damit jedem Porsche das Leben schwer. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 320 km/h, der Sprint von 0 auf hundert dauert nur 4,3 Sekunden. Die Porsche-Fahrleistungen müssen aber mit Ferrari-Preisen bezahlt werden. 168.000 Euro kostet der Über-3er.
Im Tourenwagen-Sport heißt es wieder back to the roots. Nach den Preisgekrönten und auch sehr erfolgreichen 6-Zylinder-Motoren der Vorgänger E46 und E36, setzt man im E90 wieder auf 4 Zylinder, wie beim legendären E30. Der neue basiert auf dem aktuellen 320i, wurde aber stark modifiziert und rollt als 320si vom Band. Bei der Motorsteuerung ist man einen Schritt zurückgegangen und hat die VALVETRONIC durch zwei konventionelle obenliegende Nockenwellen ersetzt. Zur Leistungssteigerung von 23 PS auf 173 PS tragen u.a. ein komplett neu konstruierter Zylinderkopf und die Erhöhung der Verdichtung bei. 32.150 Euro kostete das auf 2600 Stück begrenzte Sondermodell, inklusive M Sportpaket, 18 Zoll Rädern in WTCC-Optik und Mischbereifung. Als sogenanntes Homologationsmodell diente es vorrangig dem Zweck, die Renn-Version z.B. für die WTCC zu legitimieren. In dieser Spezifikation wiegt er 1140 kg und leistet 275 PS - zu haben für knapp 200.000 Euro. Der Brite Andy Priaulx konnte mit ihm 2006 und 2007 den Weltmeistertitel erringen - jeweils in einem spannenden Finallauf.







