BMW 5er (E60) seit 2003
Der Patient "BMW-Design" befindet sich auf dem Weg der Besserung. So könnte man das Erscheinungsbild des neuen 5ers beschreiben. Der Neue ist zwar nicht ganz so elegant (und zugegebenermaßen nicht so unauffällig) wie der Vorgänger E39 aber auch weit entfernt vom heftig umstrittenen 7er-Design. So hielten sich die verbalen Attacken seit der Einführung im Juli 2003 auch im erträglichen Rahmen. Die böseste Umschreibung war wohl "Adlergesicht und Entenhintern" von auto motor & sport tv.
Zum Start der fünften Generation des 5ers wurden vier Benzin- und ein Diesel-Motor angeboten. Der 520i (170 PS), der 525i (192 PS), der 530i (231 PS), der 545i (333 PS) und der 530d (218 PS). Die Preise bewegen sich dabei zwischen 35.850 und 58.100 Euro - Grundpreis versteht sich! Die lange Zubehörliste verführt dazu noch ein paar Tausender mehr auszugeben, z.B. für Kurvenlicht (400 Euro), Metallic-Lack (850 Euro), ein Navigationssystem (1.800 Euro) oder für das M Sportpaket (3.450-4.650 Euro). Der Diesel hat inzwischen drei "Brüder" mit 163 (520d), 177 PS (525d) und 272 PS (535d) bekommen. Die drei kleineren Benziner wurden 2004 durch leistungsstärkere Aggregate ersetzt (siehe auch Datenblätter).
In der Zubehörliste findet sich erstmals das Head-Up Display (kurz HUD), ein äußerst sinnvolles Feature zur Erhöhung der Fahrsicherheit. Das System blendet auf Wunsch Fahrdaten, wie z.B. die aktuelle Geschwindigkeit oder auch die Anweisungen des Navigationsgerätes am unteren Rand der Windschutzscheibe, direkt im Sichtfeld des Fahrers ein. Der Blick bleibt somit viel länger auf der Straße und muss nicht so oft auf die Armaturen oder die Mittelkonsole wandern. 1.300 Euro kostet dieses Extra.
Ein Jahr nach der Limousine kam im Mai 2004 der touring auf den Markt, der vorallem im Kombi-Land Deutschland eine wichtige Stellung einnimmt. Weltweit werden etwa 20% aller 5er als Kombi geordert, in Deutschland liegt der Wert zwischen 30 und 45 Prozent. Exklusiv für den chinesischen Markt gibt es den 5er auch in einer Langversion - für 61.000 Euro.
Aus PR-Sicht hätte die Präsentation des Faceliftes von 5er (und 1er) zu keiner besseren Zeit kommen können. Während viele Hersteller vom urplötzlichen CO2-Wahn förmlich überrannt wurden, konnte BMW Anfang 2007 bei seinen neuen Modellen dank modernem Know-How leistungsstärkere Modelle vorweisen, die aber gleichzeitig deutlich weniger Sprit verbrauchen (bis zu 20%). Als Haupt-Verantwortliche dafür sind die neue Direkteinspritzung der zweiten Generation, die Start-Stopp-Automatik und die Bremsenergie-Rückgewinnung zu nennen. Die Start-Stop-Automatik schaltet den Motor aus, sobald der Wagen, z.B. an einer Ampel zum Stehen kommt. Mit einem Tritt aufs Kupplungspedal erwacht der Motor blitzschnell wieder zum Leben und ermöglicht ein stressfreies Anfahren. Bleibt nur noch abzuwarten wie lange die Anlasser diese Tortur mitmachen. Im Audi A2 beispielsweise stellten diese oftmals nach recht kurzer Laufleistung ihren Dienst ein. Die optischen Veränderungen fallen nur dem Kenner ins Auge. Vorne wurden die Scheinwerfer dezent überarbeitet und die Frontschürze hat eine elegantere Linienführung spendiert bekommen. Hinten fallen die Lichtleitstäbe in den Rückleuchten auf.
Für knapp 1000 Euro Aufpreis bietet BMW im 5er (aber auch in anderen Baureihen) den praktischen und ausgereiften Komfortzugang an. Dahinter verbirgt sich ein schlüsselloser Zugang zum Auto. Sobald man sich dem Fahrzeug nähert, wird die Tür entriegelt, entfernt man sich wird sie wieder verriegelt - und zwar jeweils nur diejenige Tür neben der man auch steht! Zum Starten kann kann man den Schlüsselersatz in der Hosentasche lassen und muss nur den Starterknopf drücken. Auch an die schusseligen Zeitgenossen hat BMW gedacht. Lässt man z.B. seinen Funk-Schlüssel im Kofferraum liegen, springt die Klappe sofort wieder auf, beim Versuch sie zu schließen.






