BMW M 535i (E12) 1980 - 1981
Auch wenn man sich wegen der Eins im Namen leicht zu dieser Annahme verleiten lassen könnte, der BMW M1 war nicht das erste M-Modell der Bayerischen Motorenwerke bzw. dessen Tochter, der Motorsport GmbH. Die Planungen für den Supersportwagen gehen zwar bis ins Jahr 1972 zurück, gebaut wurde er jedoch erst 1978. Auch der M 535i kann diese Ehre nicht für sich in Anspruch nehmen. Er kam erst 1980 auf den Markt. Nein, als erstes BMW-Modell mit M im Namen führen die Geschichtsbücher den 530 MLE. Das Kuriose daran, in Deutschland gab es ihn nicht zu kaufen. Die Motorsport Limited Edition wurde ausschließlich für (und nur in) Südafrika gebaut. Hintergrund war das freizügige Reglement der dortigen Tourenwagenrennserie, die es erlaubte mit getunten Limousinen anzutreten. Um den MLE homologiert zu bekommen musste BMW mindestens 100 für den Straßenverkehr zugelassene Exemplare bauen und auch verkaufen. Insgesamt fanden sich sogar 201 Abnehmer und die Teilnahme war damit gesichert. Der von den Schnitzer-Brüdern und der Motorsport GmbH aufgebaute, 275 PS starke Rennwagen war der Konkurrenz deutlich überlegen und fuhr zwischen 1976 und 1977 bei 15 Starts sensationell 15 Siege ein. Die 100%-Siegquote macht den 530 MLE damit in dieser Statistik zum erfolgreichsten BMW im Motorsport.
Für das Design des Basis-5er zeichnete Paul Braqc verantwortlich. Auf ihn gehen Stilikonen, wie der BMW Turbo oder der Strich-8er von Mercedes zurück. Am Blechkleid haben sich die Münchener deshalb bei der Operation M auch nicht großartig vergriffen. Vorne wurde dem M 535i lediglich die Frontschürze (aus aerodynamischen Gründen) etwas tiefer heruntergezogen und hinten zwecks Abtriebsgewinnung eine Spoilerlippe auf den Kofferraumdeckel gesetzt. BBS-Felgen im Vielspeichen-Design vervollständigen das Kosmetik-Paket. Im Inneren erwarten den Piloten Recaro-Sportsitze und ein Lederlenkrad.
Unter der Motorhaube werkelt ein 3,5-Liter-Aggregat, dass sich die Sportlimousine mit dem großen 7er teilt. Der Reihensechszylinder muss, im Gegensatz zum Nachfolge-Modell und auch zum M1-Triebwerk noch mit 2-Ventiltechnik auskommen. Trotzdem schieben die 218 PS den 1,5 Tonnen schweren Emmy in acht Sekunden von Null auf Hundert. Um die Leistung optimal umsetzen zu können hat der M 535i eine kürzere Übersetzung als der Serien-5er. Das verhilft ihm zwar zu besseren Beschleunigswerten, dafür ist dann aber auch schon bei 222 km/h die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Das Fahrwerk wurde komplett überarbeitet. Stoßdämpfer, Federn und Stabilisatoren wurden ein paar Nummern härter. Größere Bremsen und das Sperrdifferenzial komplettieren das Tuning-Paket und sorgen dafür, dass die Limousine auch auf der Rennstrecke eine gute Figur macht.
Lange wurde der M 535i nicht gebaut. Er kam erst 1980, also ein Jahre vor Produktionsende des E12 auf den Markt. 1981 war also schon wieder Schluss. Der erste "richtige" M5 brachte es deshalb auch nur auf insgesamt 1410 gebaute Einheiten. Sein Preis betrug damals über 43.000 DM. Aktuell werden die Modelle in den bekannten Online-Autobörsen für teilweise deutlich unter 10.000 Euro angeboten. Sicherlich eine Überlegung wert, zumal die ersten Modelle inzwischen über 30 Jahre alt sind und damit, guten Fahrzeugzustand vorausgesetzt eine H-Zulassung bekommen können, was sich in günstigeren Steuern und Versicherungsbeiträgen niederschlägt.
Das leicht umständliche Namensformat wurde von BMW ein paar Jahre später auch noch beim M 635 CSi benutzt. Da die M-Modelle aber (bis heute) nur mit einer einzigen Motorisierung angeboten wurden und werden schwenkte man beim 5er-Nachfolger E28 auf das knackigere Format M + Ziffer, das später auch bei M3 und M6 Verwendung fand. Keine Regel ohne Ausnahme. Weil die Zahl 3 schon vergeben war erhielten die getunten Z3-Modelle die Bezeichnung M Coupé bzw. M Roadster.










