BMW M3 (E46)   2000 - 2007

Auch die dritte Generation M3 ist des M's im Namen mehr als würdig. Die Optik mit den großen Lufteinlässen in der Frontschürze verspricht nicht zuviel. Die 343 Pferde sollen ja gut Luft bekommen um die elegant verpackten 1,5 Tonnen in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen zu können. Der Motor ist sowieso das Sahnestück des ganzen Autos. Ganz ohne Kompressor oder Turbo holt BMW aus 3,2 Liter Hubraum die schon erwähnten 343 PS. Mit 107 PS pro Liter liegt der M3 damit in einer Liga mit dem Porsche GT3 und bietet obendrein noch zwei Sitzplätze mehr und einen ordentlichen Kofferraum. Die Qualitäten des Motors haben auch die Jury des International Engine Of The Year Award mehr als nur einmal überzeugt. In seiner Klasse gewann er diese Auszeichnung fünf mal in Folge (2001-2005).

Aber was nützt der beste Motor ohne ein gutes Getriebe? Da läßt sich BMW natürlich nicht lumpen und bietet neben dem sehr präzisen manuellen 6-Gang-Getriebe auch das beliebte, und mit Schaltzeiten von nur 80 ms äußerst schnelle SMG-Getriebe an. Damit lässt sich mittels Schaltwippen am Lenkrad flott durch die ebenfalls sechs Gänge schalten. Der Spass ist mit 3.200 Euro extra aber nicht ganz billig.

Optisch bewegt sich der E46 zwischen seinen Ahnen. Er kommt nicht ganz so martialisch her, wie der E30, aber das Understatement des E36 ist seine Sache nun auch wieder nicht. Ins Auge stechen vor allem die mächtige Frontschürze und die vier Auspuff-Endrohre. Weniger auffällig dagegen sind die Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel und die aerodynamisch effizient geformten Außenspiegel.

Den M3 gibt es auch als Cabrio. Die Technik ist dieselbe, wie im Coupé - konzeptbedingt sind die Fahrleistungen aber etwas schlechter (160 kg extra für Versteifungen und schlechtere Aerodynamik). Aber ein M3-Cabrio benutzt man ja auch nicht, um Rennen zu Fahren, sondern aus Freude am Fahren :-). Als Limousine oder Kombi war der E46-M3 übrigens nicht erhältlich.

Wenn ein normaler M3 noch nicht reicht, dann gibts da ja noch den M3 CSL. Zum 30-jährigen Jubiläum des 3.0 CSL von 1971 stellte BMW auf der IAA 2001 den neuen CSL (zunächst als Concept Car) vor, ab 2003 gab es ihn dann auch endlich zu kaufen. Optisch hebt sich der neue CSL nicht allzusehr vom M3 ab. Die Front- und die Heckschürze wurden leicht überarbeitet und ein kleiner - formschön in den Heckdeckel integrierte - Spoiler ist dazugekommen. Viel bedeutender ist aber die Gewichtsersparnis von etwa 110 kg. Dies wurde durch massiven Einsatz von Kohlefaser erreicht. Vom Spoiler, über die Türen, das Dach, bis hin zu den Außenspiegeln - überall CFK, soweit das Auge reicht. Auch im Cockpit wurde mit Kohlefaser und Magnesium nicht gespart. Und zu guter letzt wurde auch die Heckscheibe durch Dünnglas um ein paar Kilos erleichtert.

Dem Motor des CSL wurden zwar nur 17 zusätzliche PS entlockt (nun 360 PS), die Fahrleistungen haben sich aber aufgrund des geringeren Gewichts (1385 kg) drastisch verbessert. Die Tempo-100-Marke fällt schon in weniger als 5 Sekunden und dank der Brembo-Bremsen in Kombination mit den Sportreifen (Michelin Pilot Sport Cup) steht der Power-M3 nach nur 33 Metern wieder. Dieser Spaß hat natürlich seinen Preis. 85.000 Euro musste man für diesen Traumwagen schon ausgeben - 30.000 mehr als für den Serien-M3. Insgesamt verließen 1383 Exemplare des M3 CSL die Werkshallen.

Für Extremisten, denen ein CSL immer noch zu brav ist, für den hat Tuner Hamann vielleicht das Passende im Angebot - den M3 Las Vegas Wings. Dieser ist ein wahrer Muskelprotz. Der V8-Motor stammt aus dem M5 und leistet statt ursprünglich 400 jetzt 485 PS. Damit sprintet der M3 in 4 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 315 km/h. Neben den Flügeltüren fällt vor allem das Aerodynamik-Paket auf. Spoiler vorne und hinten, Lufteinlässe und ein nicht zu übersehender Powerdom auf der Motorhaube. Kostenpunkt für diesen Mega-M3: 280.000 Euro.

Wie seine Vorgänger durfte sich auch der M3 im Motorsport austoben. In der ALMS (American Le Mans Series) hat der M3 GTR die Konkurrenz förmlich deklassiert. 2000 stieg BMW in die Meisterschaft ein und hat gleich im Folgejahr die Meisterschale in der GT-Klasse geholt. Daher sollten sie 2002 per Reglement auch drastisch eingebremst werden. Der M3 GTR der 2001er Saison war mit einem 4 Liter großen V8 mit 444 PS bestückt. Damit konnte BMW der Hauptkonkurrenz Porsche locker davonfahren. Um 2002 mitfahren zu können, hätten zur Homologation 50 Straßenzugelassene M3 GTR verkauft werden müssen. Unhomologiert hätten sie mit einem Zusatzgewicht von 110 kg und kleineren Air-Restriktoren fahren müssen. Da BMW weder der ersten noch der zweiten Option zugetan war beendeten sie ihr Engagement in der ALMS. Für 2009 ist das Comeback mit dem Nachfolger (M3 E92) geplant.

Die Fans mussten aber nur ein Jahr auf den nächsten Einsatz warten. Statt im Museum zu verstauben, wurden 2003 zwei (auf 500 PS erstarkte) Modelle des M3 GTR beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife eingesetzt... welche prompt in der allerersten Runde des Rennens ausfielen. Diese herbe Blamage konnte BMW nicht auf sich sitzen lassen und holte sich im Folgejahr sensationell Platz 1 und 2. 2005, beim letzten Einsatz des GTR konnte das Schnitzer-Team dieses Kunststück noch einmal wiederholen und beide Fahrzeuge vor der Zakspeed-Viper ins Ziel bringen.

Artikel erstellt: 18.01.2009
Zuletzt aktualisiert: 24.01.2009




Hier gibt's mehr zum Thema BMW M3 (E46)

  • M3CSL.net
    Ausfühliche Informationen zur Technik und Geschichte des BMW M3 CSL und diverse Videos und PDFs.
    http://www.m3csl.net/de/start.htm