BMW M5 (E60) seit 2004
M, wie MEHR, wie viel MEHR. Da glaubte man sich im Vorgänger-M5 schon nicht schwach motorisiert (V8, 400 PS) und dann kommt das: 5-Liter-V10-Motor, 507 PS, 520 Nm und nur 4,7 Sekunden auf Tempo 100. Das ist absolutes Sportwagen-Niveau á la Dodge Viper & Co, nur mit dem Unterschied, dass hier ein vollwertiges, alltagstaugliches Auto den Motor einrahmt - mit 4 Türen, 5 Sitzplätzen und 500 Litern Kofferraumvolumen.
Das 7-Gang-SMG-Getriebe wird, wie schon aus dem M3 bekannt, mittels Paddeln am Lenkrad geschaltet. Dabei konnten die Schaltzeiten noch einmal verkürzt werden. In der schärfsten Einstellung vergehen nur 65 Millisekunden bei jedem Gangwechsel. Ein besonderes Leckerli ist die Launch-Control, welche wie in der Formel 1 für einen optimalen Start auf Knopfdruck sorgt. Schalthebel nach vorn drücken, Gas geben, Schalthebel loslassen und ab gehts - in 4,7 Sekunden auf 100 km/h und 13,8 Sekunden bis die 200er-Marke fällt! Zur Schonung von Kupplung und Getriebe erlaubt die Elektronik aber erst einige Zeit später wieder die Benutzung der Launch-Control.
Wenn man der Versuchung widerstehen und seinen rechten Fuß im Zaum halten kann, sollte der angegebene Verbrauch von 14,8 Litern (SP) machbar sein, ansonsten dürfte sich dieser wohl bei etwa 20 Litern pro 100 km einpendeln. Will man den nächsten Tankstopp noch um ein paar Kilometer hinauszögern kann man auch in einer Art Magerstufe fahren. Mit einem Druck auf den mit Power beschrifteten Knopf auf der Mittelkonsole wird dann die Leistung auf 400 PS gedrosselt. Bei einem Grundpreis von 86.200 Euro ist der Spritverbrauch aber wohl sekundär.
Wie im normalen 5er gehört das Head-Up-Display auch im M5 zur Serienausstattung. Das HUD kann die Drehzahl, den gerade eingelegten Gang und die Geschwindigkeit, aber auch die Informationen die vom Navigationsgerät kommen unten auf die Frontscheibe projizieren.
Neben den üblichen elektronischen Helferlein, wie ABS und DSC (ESP) bietet der M5 auch eine elektrische Dämpferkontrolle (EDC), welche dem Fahrer drei Stossdämpfer-Abstimmungen anbietet:
Stufe 1 (Komfort): für den Ausflug mit der Familie, weiche Abstimmung, sanftes Untersteuern
Stufe 2 (Normal): für den Sprint zwischendurch, neutrales Einlenkverhalten, bei Bedarf kontrollierte Drifts mit dem Heck möglich
Stufe 3 (Sport): für den Besuch auf der Rennstrecke, sehr hartes Fahrwerk, sehr direkte Lenkung, Übersteuerneigung
Lange Zeit hat BMW den Markt der Power-Kombis der Konkurrenz überlassen. Namentlich waren das vor allem die RS4- bzw. RS6-Modelle von Audi, aber auch die getunten Mercedes T-Modelle von AMG. Bis Mitte 2007 lies sich BMW Zeit, um dann - zwölf Jahre nach dem letzten M5-Kombi - wieder einen M5 Touring auf Kiel zu legen. Zum Verkaufsschlager wurde das Nischenprodukt unter den Nischenprodukten aber scheinbar nicht. Für den Nachfolger ist keine Kombi-Variante geplant.
Bei 10 Zylindern und über 500 PS kann kaum ein Tuner die Füße still halten. Quer durch die Bank wird getunt, was das Zeug hält. Lumma blendet mit breitem Bodykit, 560 PS und knallorangem Blechkleid. EvoSport bietet eine ohrenbetäubende Drehorgel mit ebenfalls 560 PS und G-Power geht mit 750 PS sogar auf Weltrekord-Jagd.
Der Lumma CLR 500RS fällt mit verbreitertem orangenen Blechkleid, schwarzen 21 Zöllern und großem Diffusor mit integrierten, faustdicken Auspuffrohren auf. Auch im Innenraum setzt sich die Orgie aus Orange und Schwarz fort, sei es beim Armaturenbrett, dem Lenkrad oder den Ledersitzen. Technische Aufwertung erfährt der Lumma-M5 durch Renn-Kats, eine neue Auspuffanlage und geänderte Motorelektronik. Das Ergebnis: 560 PS statt 507 PS. Durch die Aufhebung der vmax-Beschränkung lassen sich nun auch die letzten beiden Gänge ausdrehen. Im siebten Gang bleibt die Tachonadel dann erst bei 327 km/h stehen. Der Preis ist übrigens genauso gewagt, wie die Lackierung: 291.500 Euro wechseln beim Kauf den Besitzer.
Über einen ähnlichen Kreditrahmen sollte auch verfügen, wer den Hurrican RS von G-Power sein Eigen nennen will. Dieser wird von zwei Kompressoren zwangsbeatmet, die mit ihren 0,8 bar Ladedruck im Motor einen 750 PS starken Orkan entfachen, der den gedopten M5 in unter 10 Sekunden auf 200 km/h beschleunigt. Erst bei wahnwitzigen 367,4 km/h hört die Beschleunigung auf. Damit weist er den bisherige Platzhirsch Brabus Rocket in der Klasse der Sport-Limousinen in die Schranken, der "nur" 365,7 km/h schafft.










