BMW X5 (E53)   1999 - 2006

Schon bevor BMW den ungeliebten Konzernbruder Rover (und damit auch Land Rover und Range Rover) im Jahre 2000 vor die Tür setzte, begannen sie mit der Entwicklung eines eigenen SUV. Das Ziel war ein Soft-Offroader, also ein SUV, dass zwar optisch Ähnlichkeit mit einem klassischen Offroader aufweist, aber vielmehr auf der Straße denn im Gelände überzeugen muss. Noch eine Prise Sportlichkeit und Luxus dazu und fertig ist das SAV (Sports Activity Vehicle), wie BMW seine X-Modelle als Abgrenzung zu den Offroadern nennt. Ob BMW mit diesem Konzept einen Trend nur erkannt oder sogar gesetzt hat sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall hatten sie ein gutes Gespür für den Markt. Die erste Generation verkaufte sich zwischen 1999 und 2006 insgesamt 580.000 mal. Über die Jahre wurde die X-Familie noch um die Modelle X3, X6 und X1 erweitert.

Da die meisten Pickups und SUVs im Land der unbegrenzten Möglichkeiten (und des billigen Sprits) verkauft werden, wurde als Produktionsstandort für den X5 Spartanburg ausgewählt, eine Stadt in South Carolina an der Ostküste der USA. Etwa 40% der produzierten X5 werden in den Staaten verkauft, der Rest geht hauptsächlich nach Europa. Durch die Standortwahl gewinnen beide Seiten. Die Amerikaner können sich über die geschaffenen Arbeitsplätze freuen. Und BMW wird so vor Währungsschwankungen geschützt. Im Nachhinein betrachtet eine goldrichtige Entscheidung, wenn man bedenkt, wie schwach der Dollar in den letzten Jahren war.

Das Facelift des X5 Ende 2003 wurde genutzt, das Blech etwas umzuschneidern. Die Front wurde beispielsweise etwas aggressiver, der traurige Blick etwas freundlicher, und es gab neue Motoren. Der neue 4.4i leistet jetzt 34 PS mehr (320 PS) bei deutlich gesenktem Verbrauch. Der stärkste Motor sitzt im 4.8is: 4,8-Liter-V8, 360 PS, 500 Nm, 6,1 Sekunden von 0 auf 100. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch. Alle Motoren schaffen nur die Euro-3-Norm, was beim Käufer aber wohl mehr das Umweltgewissen als den Geldbeutel belastet - bei Preisen bis fast 100.000 Euro für den 4.8is (inkl. aller Extras). Fairerweise muss man dazu sagen, dass der kleinste X5, der 3.0i bzw. 3.0d mit 44.250 nur unwesentlich teurer ist als ein 530i. Dafür sind aber alle X5 seit dem Facelift mit dem Allradsystem xDrive ausgerüstet. Dieses System kommt ohne Untersetzungsgetriebe und Sperren aus. Eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung verteilt die Motorkraft optimal auf die Räder in Abhängigkeit von Gaspedalstellung, Schlupf, Lenkradeinschlag etc.

Eine M-Version stand zwar schon von Anfang an auf dem Wunschzettel der Fans. Aber erst dem Nachfolger E70 war das Werkstuning vergönnt. Power-Varianten vom E53 X5 kamen übers Prototypen-Stadium nie hinaus. Vor allem der V12 Le Mans begeisterte. Mit 700 Le-Mans-erprobten PS ausgestattet hat Hans-Joachim Stuck das Ungetüm in rekordverdächtigen 7:49:93 um die Nürburgring-Nordschleife getrieben. Siehe dazu auch der X5 M Artikel.

Artikel erstellt: 31.01.2009
Zuletzt aktualisiert: 23.12.2009




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  • YouTube
    BMW X5 Le Mans - Hans-Joachim Stuck unterwegs im 700-PS-Einzelstück
    http://www.youtube.com/watch?v=NtuVxi6hMqI