BMW X5 M   seit 2010

Es hat zwar eine Weile gedauert, aber zehn Jahre nach seiner Einführung wurde 2009 auch der BMW X5 bei der M GmbH vorstellig. Um den eigenen Ansprüchen gerecht werden zu können, implantierten die Ingenieure dem SUV das größte Herz, das je in einem BMW-Serienmodell Dienst getan hat. Mit unglaublichen 555 PS fällt das Triebwerk trotzdem fast in die Kategorie Downsizing. Denn es handelt sich dabei weder um den großen Zwölfzylinder aus dem 760i noch um den V10, der im M5 und M6 verbaut ist. Im X5 M werkelt "lediglich" ein 4,4 Liter großer V8-Motor, dem aber mittels Bi-Turbo-Aufladung richtig Beine gemacht werden. Soviel sogar, dass der 2,4-Tonnen-Koloss genauso schnell auf Hundert beschleunigt, wie die eigentlichen Sportwagen aus dem Hause BMW. Dem M6 muss er sich mit 4,7 Sekunden noch um eine Zehntel geschlagen geben, einem handgeschalteten M3 brummt er diese eine Zehntel dafür wieder auf. Erst in höheren Geschwindigkeitsbereichen muss er wegen des hohen Luftwiderstands Federn lassen. Trotzdem stellen 250 km/h für den X5 M kein Problem dar.

Schnell fahren, schön und gut. Aber bei der vielen zur Verfügung stehenden Power will man natürlich auch mal gerne die Kuh fliegen lassen. Wie wuchtet man jetzt also so ein Dickschiff in Sportwagenmanier um die Kurve? Das Wundermittel nennt sich Elektronik und ist die einzig wirksame Waffe gegen das Gewicht. Denn solche Massen bringen selbst das beste mechanische Fahrwerk an seine Grenzen. Dynamic Drive, EDC, Dynamic Performance Control, DSC, xDrive und wie sie alle heißen halten den Brummer auf Kurs, verhindern das Wanken und Schleudern in der Kurve und sorgen für maximale Traktion. Und das äußerst effektiv. Der technische Zwilling X6 M umrundet die 20,6 km lange Nordschleife in nur 8:24 Minuten und ist damit sogar einen Hauch schneller als das BMW 335i Coupé.

Aller guten Dinge sind drei

Die Idee zum Power-SUV ist bei BMW nicht neu. Schon kurz nach seiner Veröffentlichung gab es Versuche den X5 zu dopen. Damals noch im Blechkleid des E53 wurde 1999 ein X5-M-Prototyp präsentiert, der mit dem Motor der M5-Limousine ausgestattet war. Ein bisschen Tuning brachte das V8-Triebwerk auf 440 statt der serienmäßigen 400 PS. Das sequentielle Getriebe (SMG) war eine Leihgabe aus dem damals aktuellen M3 (E46).

Noch eine Nummer verrückter und ebenfalls nur ein Einzelstück geblieben ist der X5 Le Mans von 2000. Nach dem Sieg des 1999er 24-Stunden-Rennens von Le Mans verpflanzten die Bayern kurzerhand das Triebwerk aus dem Rennwagen in den X5. Mit 700 PS unter der Haube gings natürlich gleich mal auf die Nordschleife, einen neuen Rekord aufstellen. Auf der schwierigen und schnellen Natur-Rennstrecke brannte Rennfahrerlegende Hans-Joachim Stuck mit dem Ungetüm eine Zeit von 7:49:93 in den Asphalt. Das entspricht einem Schnitt von 159 km/h! An der schnellste Stelle standen sogar 309 km/h auf der Uhr!

Die Konkurrenz

Zu den Konkurrenten des X5 M zählen die üblichen Verdächtigen. Den Titel des stärksten/schnellsten/besten SUV machen die deutschen Premiumhersteller unter sich aus. Der gefährlichste Gegner auf Asphalt heißt Porsche Cayenne Turbo S. Mit nur 5 PS weniger aber exzellentem Fahrwerk ist er ein harte Nuss für das Münchener Kraftpaket. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Ingolstädter Dampfhammer Audi Q7 V12. Dieser bläst mit zwölf Zylindern, 500 Diesel-PS und 1000 Nm zum Halali. Der Mercedes ML 63 AMG hingegen fühlt sich wohler, wenn ihm das Fahrwerk massiert wird, sprich, er im Gelände herumkraxeln darf. Da reichen dann auch "nur" 510 PS um den X5 M abzuhängen.

Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna

Spätestens jetzt könnte man die Sinnfrage stellen. Was soll man denn mit so einem Geschoss anstellen? Wo soll man es ausfahren? Und was der verbraucht! Und fürs Gelände ist der X5 M ja auch nicht wirklich geeignet. Wie gesagt, man könnte diese Frage stellen, man muss es aber nicht. Die Produktionszahlen und Kilometerleistungen sind so gering,  dass man mit dem Ökoargument nicht wirklich weiterkommt. Erst recht nicht bei der Zielgruppe, die förmlich auf dem Öl sitzt. Diese kann den X5 M dann auch tatsächlich mal auf der Privatautobahn ausfahren oder ab und zu durch die Sanddünen treiben.

Artikel erstellt: 23.12.2009




Hier gibt's mehr zum Thema BMW X5 M

  • YouTube
    BMW X5 Le Mans - Hans-Joachim Stuck unterwegs im 700-PS-Einzelstück
    http://www.youtube.com/watch?v=NtuVxi6hMqI