BMW Z1 1988 - 1991
Über 30 Jahre nach dem legendären 507 brachte BMW Ende der 80er Jahre wieder einen Roadster auf den Markt. Der Z1 wurde 1987 auf der IAA vorgestellt und lief ab 1988 vom Band. Schon vor dem Verkaufsstart gab es 3.500 Vorbestellungen - fast die Hälfte der Gesamtproduktion!
Der Hingucker am Z1 sind die versenkbaren Türen, die auch während der Fahrt unten bleiben dürfen. Diese bestehen, wie auch der Rest der Außenhaut aus Kunststoff-Teilen, welche auf das Chassis aufgeschraubt wurden. Dies reduziert das Gewicht und erleichert Reparaturen. Zusammen mit dem verzinkten Grundgerüst ergibt sich ein quasi unrostbares Sportwägelchen.
Auf großes Spoilerwerk kann der Z1 verzichten. Dank Diffusor im Heck verliert er in Kurven so schnell nicht den Grip. Was vielleicht auch an der vergleichsweise schwachen Motorisierung liegt. Trotz Leichtbaus müssen die 170 PS aus dem 2,5-Liter-Motor des 325i (E30) 1290 kg in Bewegung halten. Das reicht zwar für anständige 7,9 Sekunden auf 100 km/h, bei maximal 225 km/h geht ihm aber schon wieder die Puste aus. Als Sportwagen war der Z1 aber auch nicht konzipiert, sondern war mehr ein straßenzugelassenes Versuchsfahrzeug, an dem neue Werkstoffe und Technologien erprobt werden sollten. Neben der Plastikbeplankung hatte der Z1 z.B. als erstes Serienfahrzeug Projektionsscheinwerfer und die später im 3er und 8er verbaute Z-Hinterachse hatte hier ihren Ursprung.
Die positive Resonanz und die gute Nachfrage führten zur Überlegung, für den Z1 ein neues Werk zu bauen (bisher lief die Produktion auf den Bändern des 3ers), welches dann pro Jahr etwa 30.000 Stück hätte produzieren können. Und auch eine Kooperation mit Porsche wäre denkbar gewesen. Aber der Traum platzte sehr schnell mit der stark nachlassenden Nachfrage aufgrund der stark gestiegenen Preisforderung seitens der Münchener. Anfangs mussten Z1-Fahrer 80.000 DM auf den Tisch legen, kurze Zeit später stand der Kurs schon bei 89.000 DM. Die Schmerzgrenze der potentiellen Kunden war erreicht und die Nachfrage brach deutlich ein. So war dann schon 1991 nach nur insgesamt 8000 Exemplaren Schluss. Die geringe Stückahl macht den Z1 heute zu einem sehr begehrten, weil wertstabilen Fahrzeug, für das man heute noch mindestens 20.000 Euro anlegen muß.
Kleine Stückzahlen schützen vor Tuning nicht. Ganz im Gegenteil. Lippert-Automobile bot den Z1 mit M5-Motor und 330 PS an - erkennbar an der starken Einbuchtung in der Fronthaube, da sonst der Motor nicht gepasst hätte. Alpina ging etwas konservativer vor und erhöhte nur leicht den Hubraum und damit die Leistung auf 200 PS, montierte noch 17-Zöller und legte den Wagen vorne etwas tiefer, was die Keilform weiter unterstrich. Offiziell entstanden so insgesamt 66 Roadster Limited Edition, kurz RLE genannt.










