BMW
Die Bayerischen Motoren Werke wurden 1916 gegründet. Bis 1927 machten sie ihr Geld mit der Produktion von Flugzeugmotoren. Aus dieser Zeit stammt auch das BMW-Logo, welches einen sich drehenden Propeller vor blauem Himmel symbolisiert. 1923 begann die Produktion der ersten BMW-Motorräder im Werk in München. 1929 stieg man auch ins Autogeschäft ein. Man übernahm die Dixi-Werke in Eisenach und stellte dort zunächst in Lizenz Austin Sevens her, um 1933 dann das erste selbst entwickelte Auto zu bauen. Nach dem Krieg verlor BMW das Eisenacher Werk an die Sowjets und bekam erst 1951 mit dem 501 wieder ein Bein ins Autogeschäft. 1959 standen sie kurz vor der Pleite und der Übernahme durch Mercedes-Benz. Nur durch Kleinwagen, wie der Isetta konnten sie sich in den 50er Jahren über Wasser halten.
1962 gelang mit der Neuen Klasse (BMW 1500) der Turn-Around und der Erfolg war nicht mehr aufzuhalten. Inzwischen ist BMW in fast allen Fahrzeugkategorien vertreten, vom kleinen 1er, der seit 2004 in der Golf-Klasse wildert, über 3er und 5er bis hin zur großen Luxuslimousine 7er, den SUVs X5 und X3 und dem aktuellen Roadster Z4. Etwa 70% der weltweit über 100.000 Mitarbeiter arbeiten in Bayern, wo demzufolge auch der größte Teil der insgesamt über 1 Million PKWs pro Jahr gebaut wird. Die Motorrad-Produktion findet seit den 70er Jahren in Berlin-Spandau statt (knapp 100.000 Stück pro Jahr).
Mit dem Kauf von Rover ließ sich BMW 1994 auf ein Abenteuer ein, dessen Ausgang so wohl nicht geplant war. Der Versuch, die marode britische Traditionsmarke wieder auf Erfolgskurs zu bringen scheiterte und man zog nach sechs Jahren die Notbremse. Nach mehreren versenkten Milliarden (9 Mrd. DM, davon 1,5 Mrd. DM für den Kauf) trennte man sich 2000 von Rover, behielt aber die Rechte an der Marke Mini, was sich im Nachhinein als Glücksgriff erwies. Sowohl Mini, als auch die 2003 zugekaufte britische Edelmarke Rolls-Royce laufen sehr gut und kommen dabei den eigenen BMW-Modellen nicht ins Gehege. Zudem brachte der Verkauf von Land-Rover und Range-Rover an Ford einige Milliarden zurück in die Kassen. In der Summe kam BMW also nochmal mit einem blauen Auge davon.
Seit diesem Zeitpunkt boomt BMW. Gegen den Trend konnten Sie ihre Absatzzahlen in den letzten Jahren stetig erhöhen und hohe Gewinne einfahren. Diese wurden nicht nur in die Entwicklung und Produktion neuer Modelle investiert, sondern auch in einen riesigen Verkaufs- und Erlebnispalast - genannt BMW Welt. In direkter Nachbarschaft zum Vierzylinder und dem BMW-Museum in München hat BMW einen Prestigebau hingesetzt, gegen die die Bauten von VW, Mercedes und Porsche blass aussehen. Nach vierjähriger Bauzeit wurde der 500 Millionen Euro (!) teure Bau Ende 2007 eingeweiht. Eine Besonderheit ist die 8000 qm große Solaranlage auf dem Dach, welche (bescheidene) 810 Kilowatt Strom produziert. Aber, so interessant der Bau aus architektonischer Sicht ist, so wäre es vielen Kunden sicherlich lieber gewesen, dieses Geld in die Autos zu investieren, z.B. in Form einer humaneren Aufpreispolitik, die in den letzten Jahren (nicht nur bei BMW) sichtlich aus dem Ruder gelaufen ist.
Nach 13-jähriger Abstinenz ist BMW seit 2000 auch wieder in der Formel 1 vertreten. Dort lieferten sie bis 2005 Motoren und Know-How für das William's F1 Team. Diese Kooperation hat mehrere Grand-Prix-Siege und den 2. Platz in der Konstrukteursmeisterschaft 2002 und 2003 eingebracht. Nach einigen Unstimmigkeiten trennte man sich Ende 2005 und übernahm vollständig das Sauber F1 Team, womit BMW dem Trend zum reinen Werksteam folgte (siehe Renault, Toyota oder Honda). In den Jahren 2007 und 2008 konnten sie sich jeweils mit den Fahrern Nick Heidfeld und Robert Kubica auf Platz 3 hinter Ferrari und McLaren-Mercedes etablieren.









