Ferrari 550 Maranello

Der Ferrari 550 Maranello musste 1996 ein großes Erbe antreten - als Nachfolger des Testarossa, der nicht zuletzt durch die Fernsehserie Miami Vice seinen Kultstatus erlangte. Er ist mit einem 5,5 Liter großen V12-Saugmotor ausgestattet, der im Gegensatz zum Testarossa auf der Vorderachse liegt. Er leistet 485 PS und beschleunigt das 1690 kg schwere Coupé in 4,4 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit sind beachtliche 320 km/h. Geschaltet wird mittels manuellem 6-Gang-Getriebe.

Das Facelift von 2002 brachte vor allem im Frontbereich leichte optische Retuschen. Die Leuchten wurden neu designed und angeordnet. Damit einher ging eine modifizierte Frontschürze. Der Hubraum des Motors wurde auf 5,75 Liter vergrößert, womit Platz für 30 weitere Pferde (jetzt 515 PS) geschaffen wurde. Traditionell wurde auch der Name angepasst, in 575M Maranello, 575 steht für den Hubraum, M für modifiziert. Beim Antrieb kann sich der Käufer zwischen dem klassischen 6-Gang-Getriebe mit offener Schaltkulisse oder für das per Schaltpaddeln am Lenkrad zu betätigende F1-Getriebe entscheiden - für einen Aufpreis von 8.000 Euro, womit der Grundpreis mit einem Schlag von 188.000 Euro auf 196.000 Euro ansteigt.

Eine offene Version des 575M Maranello versetzte 2005 die Zuschauer auf der Detroit Auto Show ins Staunen. Das Dach des Superamerica klappt innerhalb von nur 10 Sekunden elegant nach hinten weg und macht aus dem Coupé einen Targa. Das zweite Feature des Daches ist das elektrochromatische Glas. Damit läßt sich die Lichtdurchlässichkeit in fünf Stufen regeln. Damit sich die Fahrleistungen wegen des Mehrgewichts von 60 kg nicht verschlechtern, hat Ferrari aus dem V12 noch einmal 25 PS (540 PS) mehr herausgeholt. Die Exklusivität, eines von nur 559 Exemplaren zu besitzen läßt sich Ferrari mit 225.000 Euro fürstlich bezahlen. Mit 320 km/h Top-Speed ist es aber auch das schnellste V12-Cabrio der Welt.

Auf der IAA 2003 wurde der 575M GTC vorgestellt, eine sportlichere Version des Maranello, der seinen Besitzer vor allem auf der Rennstrecke glücklich machen soll. Das 22.620 Euro teure Handling-Paket für den 575M besteht aus etwas größeren Rädern, mit 19- statt 18-Zoll Felgen und hinten 10 mm breiteren Reifen, die durch ihre weichere Mischung mehr Grip produzieren und höhere Querbeschleunigung erlauben. Das härtere Fahrwerk verbessert die Agilität, was aber auf Kosten des Komforts geht. Die schon aus dem 575M bekannte F1-Schaltung kommt auf Wunsch auch im 575M GTC zum Einsatz (Schaltzeiten: 180 ms, Aufpreis: 8.000 Euro). Die Höchstgeschwindigkeit liegt unverändert bei 325 km/h. Der Bremsweg dürfte sich aber dank viel größerer und aus Karbon-Keramik gefertigter Bremsscheiben (und nicht zuletzt der weichen Reifen) deutlich verkürzen.

Der große Erfolg der, von Prodrive privat eingesetzten 550er (2003: 7 von 10 Rennen gewonnen) in der FIA GT Langstreckenmeisterschaft ermutigte Ferrari auch offiziell anzutreten - mit den neueren 575ern. Ende 2003 stiegen sie mit dem auf sechs Liter aufgebohrten 605 PS starken GTC beim drittletzten Lauf in die Serie ein und konnten tatsächlich ein Rennen später in Estoril einen Sieg einfahren. Dieser Trend konnte im folgenden Jahr aber nicht aufrecht erhalten werden. Nur ein Sieg in Donington stand sechs Siegen der "alten" 550er gegenüber. Ab 2005 wurden die GTC nur noch privat eingesetzt und hatten gegen die neue Konkurrenz namens Aston Martin und Maserati nicht den Hauch einer Chance.

Artikel erstellt: 31.01.2009