Ferrari F430   seit 2004

Ganz oder gar nicht. Das könnte das Motto bei der Entwicklung des Nachfolgers des 360 Modena gewesen sein - zumindest von technischer Seite. Der 4,3-Liter-V8 leistet mit 490 PS nämlich 5 PS mehr als der höher positionierte 550 Maranello und sogar 90 PS mehr als der Modena. Um die Leistung optimal zu nutzen besitzt der F430 ein neues, elektronisches Hinterachs-Differential für bessere Traktion, einen ausladenden Diffusor für ordentlich Grip und ein schnelles sequentielles Getriebe um beim Sprint von 0 auf 100 keine Zeit zu verlieren. Bei dieser Disziplin nimmt der F430 (4,0 sek) seinem Vorgänger eine halbe Sekunde ab, trotz 160 kg mehr auf den Hüften! Auf der Ferrari-Test-Strecke in Fiorano bringen diese Verbesserungen ganze drei Sekunden pro Runde. Der Grundpreis beträgt knapp über 150.000 Euro.

Vom Design kann man begeistert sein. Muß man aber nicht ;-). Der Stilmix ist Geschmackssache. Beim Heck wurden deutlich Anleihen am derzeit stärksten Straßen-Ferrari, dem Enzo genommen (halb freiliegende Heckleuchten), die Front zitiert den Formel-1-Weltmeister-Wagen von 1961 und bei der Lackierung darf sich der Kunde auf das original Ferrari-Formel-1-Rot (Rosso Scuderia) freuen.

An der Elektronik-Front hat sich auch einiges im Vergleich zum Modena getan. Neben dem schon erwähnten elektronischen Differential, welches im Extremfall sogar die gesamte Kraft auf nur eines der Hinterräder verteilen kann, wurde auch die CST genannte Traktions- und Stabilitätskontrolle aus Schumis Dienstwagen übernommen. Mit dem Drehknopf am Lenkrad (manettino) läßt sich in fünf Stufen (Ice, Wet, Sport, Race, OFF) festlegen, wie stark die Elektronik in den Fahrbetrieb eingreifen soll.

Weniger ist mehr. Das gilt beim Evolutionsmodell 430 Scuderia gleich in doppelter Hinsicht. Etwa 100 kg weniger Gewicht resultieren in deutlich mehr Fahrspass, belasten aber auch das Portemonnaie in nicht unbeträchtlichem Umfang - 50.000 Euro Aufpreis verlangt Ferrari. Die Diät wurde durch eine großflächige Karbonifizierung sowohl innen (Kardantunnel, Verkleidungen, Sitze) als auch außen (Rückspiegel, Diffusor) und dem gekonnten Weglassen, z.B. der Fußmatten und Teppichböden erreicht. Maßnahme Nummer 2 auf der Tuningliste ist der modifizierte Acht-Zylinder, der sich nun 20 PS mehr aus der roten Seele schreit (510 PS). Damit geht's in 3,6 auf Hundert und die Höchstgeschwindigkeit steigt um 5 km/h auf 320km/h. Insgesamt sollen die ganzen Modifikationen ausreichen, dass der Scuderia auf der Ferrari-Teststrecke in Fiorano sogar die gleichen Rundenzeiten wie der 660 PS starke Supersportler Enzo erreicht!

Aber auch optisch hat der Scuderia hinzugewonnen. Die im Standard-F430 etwas unharmonisch geformten Lufteinlässe in der Frontschürze sind in der Sport-Version etwas eckiger und insgesamt gefälliger geworden. Hinten sind die Auspuffendrohre von den äußersten Ecken des Fahrzeuges ins Zentrum, jeweils links und rechts vom Nummernschild gewandert, wohl auch um dem riesigen Diffusur Platz zu schaffen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass so der Auspuff bei Rangeleien in den Cup- und Langstreckenrennen (siehe unten) nicht mehr das erste Opfer wird.

Mit einem Ferrari aufzufallen stellt in der Regel kein Problem dar. Im, von Hamann getunten F430 nicht aufzufallen, ist dagegen fast ein Ding der Unmöglichkeit. Die mattschwarze Lackierung und die schwarzen 20 Zoll Felgen bilden, zusammen mit den leuchtend roten Rallystreifen, Außenspiegeln und Heckspoiler einen Kontrast, der sich einprägt. Black Miracle nennt Hamann seine Kreation, die stilgerecht mit Flügeltüren daherkommt. Mittels Sport-Kat und Modifikationen an der Motorelektronik kitzelt Hamann insgesamt 50 zusätzliche Pferdestärken aus dem V8-Triebwerk, macht insgesamt also 540 PS. Erhältlich ist das schwarze Wunder als Coupé und als Spider. Der Umbau kostet jeweils rund 70.000 Euro.

In der FIA GT Langstreckenmeisterschaft macht der F430 GT2 seit seinem Debut 2006 kurzen Prozess mit der Konkurrenz. Im ersten Jahr gingen 9 von 10 Siegen an die Roten aus Maranello. Ebenso 2007 - nur den Sieg beim Prestige-Rennen 24 Stunden von Spa mussten sie an Porsche abtreten. Der per Reglement 1200 kg leichte und (dank Luft-Restriktor nur) 450 PS starke GT2-Renner kostet 430.000 Euro und wurde bisher (07/2007) etwa 40 mal an Rennställe in aller Welt verkauft.

Mit ungebremstem Schaum, also vollen 490 Serien-PS und nur 25 kg mehr (1225 kg) als im GT2-Trim geht's mit dem F430 Challenge im gleichnamigen Ferrari Markenpokal zur Sache. Keramikbremsen, ein kürzer gestuftes Getriebe, Slick-Reifen und ein kompromisslos auf Rennsport entwickeltes Gesamtpaket verleihen dem Challenge Fahrleistungen, die weit jenseits aller straßenzugelassener Ferrari liegen (in Fiorano sechs Sekunden schneller als ein Enzo Ferrari). Mit 208.220 Euro ist er vergleichsweise günstig, aber nicht für die Straße und auch für keine anderen Rennserien als diesen Markenpokal zugelassen.

Artikel erstellt: 31.01.2009
Zuletzt aktualisiert: 01.05.2009




Hier gibt's mehr zum Thema Ferrari F430

  • Ferrari.com
    Offizielle Ferrari-Webseite zum F430
    http://www.ferrari.com/English/GT_Sport%20Cars/CurrentRange/F430/Pages/F430.aspx