Lamborghini Diablo   1990 - 2001

Der Diablo trat Mitte 1990 die Nachfolge des mittlerweile 17 Jahre alten Countach an. Optisch kommt er nicht mehr arg so eckig und zerklüftet daher, was vor allem dem cw-Wert, aber auch dem ein oder anderem Betrachterauge zugute kommt. Geblieben sind die Flügeltüren und der V12-Motor-Mittelmotor. Bis zum Ende der Produktion im Jahr 2001 entstand eine ganze Armada an verschiedenen Versionen und Evolutionen: geschlossen, offen, mit vielen PS und noch mehr PS, mit Heck- und Allradantrieb, und natürlich auch als Rennversion.

Der erste Diablo wurde von 1990 bis 1998 gebaut. Er ist mit einem 5,7 Liter großen V12-Mittelmotor ausgestattet, der 492 PS leistet. In 4,1 Sekunden fällt die 100 km/h-Marke und Höchstgeschwindigkeit beträgt 328 km/h. Angetrieben wird er an der Hinterachse mittels manuellem 5-Gang-Getriebe.

1993 gesellte sich zum Diablo der Diablo VT. Dieser erfuhr nur geringe Änderungen gegenüber dem "normalen" Diablo. Die größte Änderung war sicherlich der nun verbaute Allradantrieb. Der Motor wurde beibehalten, bekam aber eine bessere Luftzufuhr für eine effizientere Kühlung. Bis zum Produktionsende 1998 entstanden über 400 Einheiten. Den VT gab es auch als Roadster, welcher von 1995-1998 insgesamt ca. 200 mal gebaut wurde.

Mit dem SV (Sport Veloce) kam 1995 die dritte Version des Diablo auf den Markt. Auch dieser Diablo unterscheidet sich nur marginal von den vorherigen Diablos. Der bekannte Motor wurde leicht modifiziert und leistet nun 510 PS. Wie im ersten Diablo ist auch in diesem wieder Heckantrieb angesagt. Der SV-Schriftzug an der Seite war optional. Erkennbar ist der Diablo SV an den vier Endrohren und vor allem an den Luftöffnungen hinter dem Dach über dem Motor, welche für eine bessere Kühlung sorgen und die Leistungssteigerung auf 510 PS ermöglichten.

Für das Jahr '99 stand ein großes Facelift für die gesamte Modellfamilie an. Für die gesamte Familie? Nein, nicht ganz, denn der "normale" Diablo wurde nicht mehr hergestellt. Auch für den SV war 1999 das letzte Jahr. Die augenscheinlichste Veränderung betreffen die Klappscheinwerfer, denn diese verschwanden in allen Modellen und wurden durch glasabgedeckte Leuchten ersetzt. Für die Sicherheit kamen ABS und Beifahrer-Airbag serienmäßig dazu. Ein Leistungskur durfte natürlich auch nicht fehlen. Das Ergebnis waren 20 Extra-PS, also nun 530.

Im Jahr 2000 stellte Lamborghini den Diablo GT und den GTR vor. Der straßenzugelassene GT wurde nur in Europa verkauft und diente lediglich der Homologation des GTR. Der GTR wurde rein für die Rennstrecke entwickelt. Er leistet 590 PS (15 mehr als der GT) und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 348 km/h (GT: 338 km/h). Wie auch die SV-Varianten ist der GT/GTR mit Heckantrieb und einem manuellem 5-Gang-Getriebe ausgestattet, welches sowohl im GTR als auch im GT angepasst werden kann. Dies ist für den GTR nicht ungewöhnlich, da er eigens für den Rennsport entwickelt wurde. Aber auch im, für die Straße zugelassenen GT konnte sich der Käufer seine favorisierten Übersetzungen einbauen lassen.

Die auffälligsten Merkmale am GT/GTR sind die große Lufthutze auf der Fronthaube, der Heckflügel, der beim GTR ein gutes Stück größer als beim GT ist, und die verbreiterten Kotflügel aufgrund der weiteren Spur. Außerdem sind sämtliche rückwärtigen Beleuchtungseinrichtungen in die vier Heckleuchten integriert worden. Vom GT wurden 83 und vom GTR 40 Stück hergestellt.

Im Jahr 2001 kam eine Sonderedition des Diablo auf den Markt, der VT 6.0 Special Edition. Er markiert das Ende einer sehr erfolgreichen Geschichte. Der Diablo war bis dato der meistverkaufte Lamborghini. Während seiner 11-jährigen Bauzeit entstanden 2903 Exemplare, mehr als doppelt so viele wie zuvor vom Countach.

Artikel erstellt: 27.01.2009
Zuletzt aktualisiert: 10.03.2010