Lamborghini Gallardo seit 2003
Mit dem Gallardo erweiterte Lamborghini 2003 seine Modellpalette nach unten und wilderte damit im Revier von Porsche 911 Turbo, Mercedes SL55 AMG und Ferrari 360 Modena. Um das Unternehmen profitabler zu machen wurde nämlich beschlossen einen kleinen und bezahlbaren (beides relativ gesehen) und vor allem einen für Lamborghini rentablen Sportwagen auf die Beine zu stellen. Und der "Keil" wurde tatsächlich ein Erfolg. Nach nicht einmal zwei Jahren wurde der Produktionsrekord des Diablo übertroffen. Für seine 2903 Stück brauchte dieser damals 10 Jahre.
Der kleine Bruder des Murciélago wird von einem 5-Liter-V10-Motor angetrieben, der 500 PS leistet und den 1,6 Tonnen schweren Gallardo in 4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Bei 309 km/h setzt der Luftwiderstand dem Vortrieb ein Ende. Beim Antrieb setzt man auf das aus dem Murciélago bewährte sequentielle 6-Gang-Getriebe. Im Gegensatz zur heckgetriebenen Konkurrenz ist im Gallardo ein permanenter Allradantrieb verbaut, welcher je nach Bedarf bis zu 30% der Kraft mittels Viskokupplung nach vorne leitet. Während ein 360 Modena den Winter in der Garage verbringen muss, steht einer Ausfahrt im Gallardo dank des Allrads und speziell für ihn entwickelte Winterreifen nichts im Weg.
Seit März 2006 gibt es den Gallardo auch mit Kapuze. Der Spyder hat 20 PS mehr und ein modifiziertes, kürzer übersetztes 6-Gang-Getriebe. Der Topspeed liegt bei geschlossenem Verdeck bei 314 km/h. Offen sollen immerhin noch 307 km/h möglich sein. Eingeführt wurde die neue Technik im auf 250 Stück limitierten Sondermodell Gallardo SE. Dieser ist erkennbar an der zweifarbigen Lackierung und dem neuen Felgendesign.
In den letzten Jahren hat sich ein großer Kampf in der 500-PS-Klasse entwickelt. Angefangen bei der Dodge Viper (506 PS) über den BMW M6 (507 PS), Corvette Z06 (512 PS), Ferrari 575M Maranello (515 PS), Porsche Cayenne Turbo S (521 PS) Aston Martin V12 Vanquish S (528 PS) u.v.m. Mit "nur" 500 PS bildete der Gallardo dabei das Schlusslicht. Mit dem neuen Gallardo mit 520 PS kann sich der Lamborghini wieder ins vordere Mittelfeld vorkämpfen, auch wenn er es nicht nötig hätte. Selbst mit einem 50 PS Defizit verbläst er noch mühelos einen BMW M6 oder einen Porsche Cayenne Turbo S.
Am neuen Gallardo wurde aber nicht nur am Motor optimiert, auch das eGear wurde überarbeitet und ermöglicht nun ein ruckfreies Anfahren - ein leidiges Thema im vorherigen Modell, weshalb in Fachzeitschriften oftmals zum manuellen Getriebe geraten wurde.
Genug ist niemals genug. Also geht es 2007 munter weiter mit der Pferdezucht in Sant'Agata. Superleggera heißt die neueste Inkarnation des Gallardo. Insgesamt tummeln sich jetzt 530 Pferde im Heck (also 10 mehr als bisher), die aber 100 kg weniger Masse beschleunigen müssen. Die Magerkur wurde unter Anderem durch den massiven Einsatz von Kohlefaser und einer leichteren Auspuffanlage erreicht. Das Ganze hat aber auch seinen Preis. Die 0,2 Sekunden, die man beim Standardsprint schneller ist und der theoretisch etwas geringere Spritverbrauch schlagen mit einem Aufpreis von 30.000 Euro zum herkömmlichen Gallardo zu Buche.










